Sonntag, 8. November 2009

Grünkohlparty



Einmal im Jahr gibt es bei uns zu Hause ein großes Grünkohlessen, meistens im November. Auf eines kann ich mich dabei vollig verlassen. Es kann vorher kalt und ungemütlich sein, aber an dem Tag der Party ist es ungewöhlich warm und sonnig, so dass man eher an mediterranes denkt als an Kohlwurst und Aquavit.

Naja, was solls. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Die Gäste kommen trotzdem gerne und über mangelnden Appetit derselben habe ich mich noch nie beschweren können. Es ist unglaublich, welche Mengen da so bei uns gegessen und getrunken werden, haarsträubend, sozusagen :-)

In vielen Gegenden Norddeutschlands wird ein regelrechter Kult um den Grünkohl betrieben: Viele Vereine, Firmen und sonstige Gruppen machen in den Herbst- und Wintermonaten Kohlfahrten und küren dann ihren Kohlkönig. Das ist auch lustig, aber da wo ich jetzt wohne, gibt es diese Tradition nicht. Auch die geräucherte Grützwurst, die wir gerne zum Grünkohl essen, ist hier völlig unbekannt. Ich bestelle sie übrigens bei dieser Quelle (Pinkel, Oldenburger Art). Sie sind sehr zu empfehlen, ich bestelle dort schon seit Jahren. Sie beinhaltet Schweinefleisch, Fett, Hafergrütze, Zwiebeln und verschiedene Gewürze. Und so bereitet man es zu:

Grünkohl, Kohlwurst und karamellisierte Kartoffeln
(Zutaten für 8-10 Personen)

2,5 kg Grünkohl (TK)
700g durchwachsener Bauchspeck
16 Kohlwürste
500g geräuchertes Kassler
ca. 2 kg kleine festkochende Kartoffeln
Schmalz
Salz, Zucker

Zuerst muss der Grünkohl gekocht werden. Das macht man am besten am Abend vorher, da der Grünkohl nach dem Aufwärmen noch besser schmeckt. Dazu den Bauchspeck in größere Stücke schneiden und in etwas Schmalz anbraten, dann den aufgetauten oder angetauten Grünkohl dazugeben und alles mit ein wenig Wasser gut 2 Stunden kochen lassen. Man kann auch gut Schweinebacke dazu nehmen, falls man die bekommt. Über Nacht stehen lassen. Gut 2-3 Stunden vor der Party muss man dann alles wieder aufwärmen. Den Speck am besten entfernen und jetzt den Kohl mit den Kasslerstücken und den Kohlwürsten kochen lassen. Kassler und Kohlwürste nach ca. 30 min wieder herausnehmen und zum Speck beiseite legen.

Die ganze Prozedur dient nur dazu, dass Würste und Fleisch ihr Salz zum Grünkohl geben Den kann man jetzt nämlich abschmecken (Salz, ein wenig Zucker). Dann muss man, wenn die Gäste da sind, nur noch einmal alles zusammen - also Würste, Speck, Kassler - im Grünkohl erwärmen. Ich binde den Grünkohl nich. Manche geben ein paar Haferflocken dazu. Ich mag das nicht so gerne, aber wenn ihr ein wenig dazugebt, dann müsst Ihr aufpassen, dass Euch der Grünkohl dann nicht anbrennt.

Am Nachmittag werden auch die kleinen festkochenden Kartoffeln vorgekocht. Im Idealfall sollten es kleine, runde Kartoffeln sein, die später vor dem Braten nicht mehr halbiert oder geviertelt werden müssen. Die gekochten Kartoffeln abkühlen lassen und abpellen. Eine gute halbe Stunde vor dem Servieren Schmalz in der Pfanne zerlassen. Kartoffeln hinzufügen. Etwas salzen. Bei geringer Hitze unter regelmäßigem Wenden schön langsam bräunen. Bei Bedarf weiteres Schmalz hinzufügen. Nach ungefähr der Hälfte der Bratzeit werden die Kartoffeln leicht gezuckert. Und weiter bräunen und wenden, evtl. nochmal leicht zuckern. Sie sind gut, wenn sie rundum mit einer gelbgoldbraunen Kruste überzogen sind. Insgesamt dauert das ca. 20 Minuten.


Als Getränk gibt es dazu Bier. Uuuunnnnnd jetzt das wichtigste: Schnaps. Wir mögen am liebsten Aquavit dazu, schön eiskalt aus dem Gefrierschrank.

Einmal im Jahr ist das ein schönes Fest, es ist einfach gemütlich, viele helfen in der Küche mit. Vorher kann man - wenn man möchte - gemeinsam eine kleine Wanderung machen und sich richtig Appetit für das Essen holen. Wir freuen uns in jedem Jahr darauf... probiert es mal aus, der November ist ja noch lange.

Freitag, 6. November 2009

Am Kiosk: Mare - Kulinarik II

Im letzten Jahr war das erste Heft ein großer Erfolg. Seit dieser Woche gibt es am Zeitschriftenstand das neue Sonderheft der Zeitschrift Mare mit dem Titel Kulinarik II. Rainer Sass, Sarah Wiener, Tim Mälzer, Ralf Zacherl und Johann Lafer kochen ein maritimes Menü. Es werden 4 Gänge mit fünf verschiedenen Hauptgerichten vorgestellt. Dazwischen gibt es zu jedem Gericht Hintergrundreportagen, z.B. wie der Stockfisch von den Lofoten nach Italien gelangt oder über vietnamesische Garküchen, die Karriere der Alge in der Küche, die Reblaus und...und...und. Hier könnt Ihr Euch über den genauen Heftinhalt informieren.

Mir gefallen vor allem die Reportagen der Zeitschrift, da ist für jeden etwas dabei. Nachkochen werde ich vielleicht einzelne Sachen, wie z.B. Rolf Zacherls Vorschlag für das Hauptgericht: Krosses Zanderfilet auf Blutwurstrisotto mit Bananen-Chili-Chutney. Das springt mich einfach an :-) La Wiener kocht Stockfisch aus Kalabrien, naja mit Stockfisch kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Herr Lafer pochiert seinen Petersfisch in Kokosmilch und serviert ihn auf marinierten Glasnudeln mit Korianderkraut. Rainer Sass macht Matjes mit Bananensauce und Rösti.

Ein wunderschönes Heft mit tollen Bildern und Geschichten für erschwingliche 6.50€. (Österreich 7.50€). Da kann ich mich noch das ganze Wochenende gemütlich aufs Sofa legen und schmökern...

Mittwoch, 4. November 2009

Frühlingsröllchen im Herbst

Es ist Herbst und ich mache Frühlingsrollen. Warum habe ich das eigentlich nicht schon früher ausprobiert? Das ist wirklich so einfach.... Vor Jahren habe ich in einem (etwas besseren) asiatischen Restaurant Frühlingsrollen gegessen, in denen unter anderen Reis war und Limettenblätter. Die waren wirklich lecker. Da ich mich zugegebenermaßen aber recht wenig mit der asiatischen Küche beschäftige und auch nur ein Kochbuch aus dieser Länderküche habe (ohne Frühlingsrollen), musste ich mir selbst eine Füllung ausdenken. Naja, so lecker wie im Restaurant war die Füllung nicht, aber fast :-)

Übrigens, wenn Ihr eine gute Empfehlung für ein asiatisches Kochbuch habt, dann könnt Ihr mir gerne einen Kommentar schreiben. Vielleicht lege ich mir doch noch eines zu.

So und nun hier die Füllung für die ca. 15 Röllchen (pi mal Daumen):
genügend gekochter Thai-Reis (ungefähr 2 Tassen ungekocht)
3 Limettenblätter, in Streifen geschnitten
ein Stück Ingwer, geraspelt
eine Möhre, geraspelt
eine Frühlingszwiebel, in Ringe geschnitten
eine kleine Chili, klein geschnitten
Sojasauce, Salz, Pfeffer
1 Ei, roh
30 Reispapierblätter

Alle Zutaten (außer der Reisblätter) gut vermischen und die Masse abschmecken. 2 Reispapierblätter kurz in kaltem Wasser einweichen. Angefeuchtetes Küchenhandtuch auf einer Arbeitsfläche auslegen, eingeweichtes Reispapierblatt darauf auslegen, dann ein zweites genau darüberlegen.
Ca. 1 EL Gemüse-Reis-Masse am unteren Rand des Blattes plazieren, dabei soll man soviel Abstand zum Rand halten, dass die Reispapierblätter über die Masse gedeckt werden können. Reispapier vorsichtig über die Füllung schlagen, die Seiten einschlagen und dann aufrollen. Öl in einem Wok oder Topf erhitzen und die Frühlingsrollen goldgelb und knusprig frittieren. Mit einer Dip-Sauce und Salat servieren.


Dienstag, 3. November 2009

Herbstbilder

Heut gibt es mal nichts zu essen, sondern ein paar Herbstbilder, die wir bei unserer sonntäglichen Wanderung gemacht haben. Ihr seht, dass es früh manchmal ganz schön kalt hier ist. Es lag sogar etwas Reif/Schnee? auf den Blättern.

Bei herrlichen Sonnenschein und einer schönen Wärme für den November streiften wir über unsere kleinen Berge hier und fanden noch ein paar schöne Motive. Obwohl, der Herbst ist schon sehr, sehr fortgeschritten bei uns.

Morgen oder übermorgen gibts auch wieder was zu essen, versprochen :-)

Freitag, 30. Oktober 2009

Italienische Nudel trifft chinesischen Schweinebauch

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, aus dem Buch von Jen Lin-Liu etwas nachzukochen. Lin-Liu arbeitete in Peking - unter anderem - längere Zeit in einem ganz kleinen Nudelstand. Dort lernte sie das richtige Schneiden von Gemüse, Saucen kochen und das Nudeln machen. Ihre Lieblingssauce zu den Nudeln war dort eine karamellisierte Schweinefleischsauce, die mich neugierig machte. Also kaufte ich alles für die Sauce und bekam einfach nirgendwo chinesische Nudeln. Na, dann nehm ich halt italienische Pasta, die wird das schon ertragen können.
Da ich echtes chinesisches Essen noch nie probiert habe, fällt es mir schwer, das Rezept zu bewerten. Diese kleinen eingedeutschten Fastfood-Chinesen in meiner Umgebung hier, möchte ich jedenfalls nicht als chinesisches Essen zählen. Also versuche ich es zu beschreiben: die Sauce roch sehr gut (nach Weihnachten), hatte eine schöne leicht dickliche Konsistenz und blieb gut an der (italienischen) Nudel. Uns allen war der Sternanis zu dominant, für mich reichen 1-2 auf jeden Fall aus. Es schmeckte leicht süß, aber gleichzeitig auch salzig und scharf. Eine schöne Sauce, die ich mit weniger Sternanis und ohne den halben TL Salz nochmal probieren werde und vielleicht finde ich dann auch chinesische Nudeln oder ich mache die mal selbst.

Mein Fazit: Es hat uns gut geschmeckt, aber der Geschmack ist sehr ungewöhnlich.

Zutaten (für 2 Personen)

450g Schweinebauch
60 ml Öl
50g Zucker
60 ml Sojasauce
2 EL Sojasauce
1l Wasser
1/2 TL Salz
1 Stange Lauch
2-3 dünne Scheiben Ingwer, daumengroß
4 Sternanis
2 Lorbeerblätter
1 EL Hühnerbrühe
2 ganze, getrocknete Chilischoten

Den Schweinebauch in Würfel schneiden. Den weißen Teil des Lauchs in 2,5 cm breite Stücke schneiden.
Einen Topf zur Hälfte mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Die Schweinebauchwürfel hineingeben und ca. 2 min. blanchieren. Wasser abgießen.
Öl und Zucker zusammen in eine Pfanne (Wok, wenn vorhanden) geben und unter ständigem Rühren stark erhitzen, bis die Mischung anfängt zu karamellisieren. Erst die Schweinefleischwürfel hineingeben, dann 2 EL Sojasauce und jeweils 2-3 Minuten rühren, bis die Fleischwürfel gut mit der Kramellmasse umhüllt sind. Mit dem Wasser und 60 ml Sojasauce ablöschen, außerdem Salz, Lauch, Ingwer, Sternanis, Lorbeer, Hühnerbrühe und Chilischoten hinzufühen. 45 bis 60 min. köcheln lassen und zu chinesischen Nudeln servieren.
(Quelle: Jen Lin-Liu: Nudeln für das Volk.)