Donnerstag, 3. Dezember 2009

Mit Tafelspitz zur Glückseligkeit

Herr Paulsen lies mir am letzten Sonntag das Wasser im Munde zusammen laufen mit seinem Post über die dreistufige Glückseligkeit. Genau das wollte ich auch ... jetzt sofort. Und so half mir das - worüber ich sonst immer schimpfe - aus der Patsche: der verkaufsoffene Adventssonntag. Ich machte mich also mit gefühlten 100.000 Menschen auf den Weg in die nächste Einkaufsgelegenheit. Drückte mich an sichtlich überalterten Chören und Bastelstraßen für Adventsschmuck vorbei und ging schnurstracks in die Lebensmittelabteilung und dort an die Fleischtheke. Offensichtlich wurde für den Sonntag nicht extra geordert, was ich auch wirklich verstehen kann. Eine sichtlich schlecht gelaunte Verkäuferin (was ich auch verstehen kann), deren Gedanken ich lesen konnte (sie waren nicht nett), schob sich auf mich zu.

"Ja, bittä?"
"Guten Tag, ich möchte gerne etwas Rindfleisch. Am liebsten ein großes Stück Querrippe."
"Haben wir nicht. Sie sehen doch, was da liegt." (demonstratives Stöhnen)
"Ist das da Tafelspitz?"
"Ja"
"Danke, den nehm ich"
"Bittä"
"Auf Wiedersehen"
"Grummel" --> (wahrscheinlich eine Verwünschung, die ich nicht hören konnte)

Naja, wenigstens hatte ich jetzt was für meine Glückseligkeit, sollen die andern doch ihr Glück Gott weiß wo finden. Sogar frischen Meerettich, Suppengrün, Petersilienwurzel und Süßkartoffeln gab es und ich lief beschwingt nach Hause. Ich schnitt das große Suppengrün gleich klein und setzte es mit viel Wasser, Pfefferkörnern, Lorbeer, Senfsaat und dem Tafelspitz drei Stunden lang auf den Herd, wo alles leise vor sich hin köchelte. Mmh, der Duft der dunklen Fleischbrühe war eigentlich schon die erste Stufe meiner Glückseligkeit.

Am Sonntag abend gab es den Tafelspitz mit Meerettichsauce und Wintergemüse aus Petersilienwurzeln, Möhren, Kartoffeln und Süßkartoffeln. Wie Herr Paulsen garte ich das Gemüse nur in etwas Brühe. Das Fleisch war butterzart und aromatisch, einfach herrlich. (Bild fehlt leider wegen Kameraausfall)

Am Montag folgten der zweite und dritte Teil. Als Vorspeise gab es die Brühe mit dem restlichen Tafelspitz beträufelt mit gutem Olivenöl. Als Hauptgericht die Reste des Wintergemüses, das ich mit etwas Brühe und Sahne pürierte, dazu ein schlichtes Spiegelei.

Ich erreichte wirklich Glückseligkeit und überlege jetzt nur noch, wie ich das ausdehnen kann. Das erinnert mich wieder an Roberts Jahr des Rindes, das war auch soo schön und gibt mir Ideen für eine Verlängerung der Glückseligkeit, beim nächsten Mal.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Schokoladencookies mit rosa Pfeffer

Meine Stimmung ist am ersten Advent meist auf dem Tiefpunkt. Oft ist an den Tagen vorher so viel los, dass ich atemlos von Termin zu Termin hetzen muss. In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, das zu ändern. Meine Erste-Hilfe-Maßnahme für den ersten Advent lautete deshalb: Plätzchen backen. Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Aber da das ganze auch nicht in völligem Stress ausarten sollte und ich die Gelüste meines kleinen Schokoholics befriedigen muss, machte ich Schokoladencookies. Als weihnachtliche Beigabe habe ich sie mit Gewürz - in diesem Fall mit Rosa Pfeffer - verfeinert. Die Kekse schmeckten recht gut ... jedenfalls sind schon alle weggefuttert. Da muss ich vielleicht am nächsten Sonntag nochmal ran und wieder backen :-)

Zutaten:
75 g Zartbitterschokolade
150g Mehl
1/2 TL Backpulver
1TL rosa Pfeffer, fein gehackt
100g Zucker
100g weiche Butter
1 Ei

1.) Den Backofen auf 180°C vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen. Die Schokolade in nicht sehr feine Stückchen zerhacken, den rosa Pfeffer sehr fein hacken. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen.
2.) Den Zucker mit der weichen Butter und dem Ei cremig schlagen. Pfeffer und Schokolade unterrühren. Das Mehl dazugeben und zügig untermischen.
3.) Mit Hilfe von 2 Teeloffeln walnussgroße Häufchen vom Teig abnehmen und mit Abstand aufs Blech setzen. Mit einem feuchten Teelöffel etwas runder drücken. Im Ofen ca. 15 Minuten backen.
Quelle: GU Küchenratgeber, Weihnachtsplätzchen

Freitag, 27. November 2009

Griechische Hackbällchen mit grünen Oliven

Nicht, dass Ihr denkt, ich koche nicht mehr....nööööö, ganz im Gegenteil: es fehlte nur die Zeit zum bloggen. Doch jetzt ist das Projekt geschafft, alle Termine eingehalten, da ist wieder Zeit, etwas von mir hören zu lassen.
Bei Susa gab es schon vor ein paar Wochen Hackbällchen in Wein-Tomatensauce und die ließen mir die ganze Zeit keine Ruhe, erinnerten sie mich doch an ein anderes Rezept für Hackbällchen von Rena Salaman und an den Film "Zimt und Koriander". Den mag ich sehr, auch wenn er ein wenig pathetisch ist. Ihr müsst ihn euch unbedingt einmal anschauen, falls ihr ihn noch nicht kennt. Seit ich den Film sah, versuche ich immer - wenn es passt - in Hackfleisch eine kleine Spur Zimt zu geben, vor allem, wenn ich auch Kreuzkümmel verwende. Warum? Da müsst ihr euch den Film anschauen :-)


Zutaten (für 4 Personen)
für die Hackbällchen:
2 Scheiben Weißbrot ohne Kruste (eingeweicht und ausgedrückt)
700g Hackfleisch (Lamm oder Rind)
2 zerdrückte Knoblauchzehen
1 EL gemahlener Kreuzkümmel
1 Ei, verquirlt
etwas Zimt
Salz, Pfeffer
etwas Mehl und Öl zum Braten

Alle Zutaten für die Hackbällchen miteinander vermischen und die Masse abschmecken. Masse zu Bällchen formen, kurz im Mehl wenden und in etwas Öl rundherum anbraten. Die Hackbällchen aus der Pfanne nehmen.

für die Sauce:
50ml Olivenöl
1 TL Kreuzkümmelsamen
400g Tomaten (aus der Dose)
1 EL Tomatenmark
etwas Oregano
eine gute Handvoll grüne Oliven

Das Olivenöl in die Pfanne geben und den Kreuzkümmel kurz darin anrösten. Die Tomaten, das Tomatenmark, Hackbällchen, Oregano und Oliven dazugeben. Die Tomaten vielleicht etwas zerdrücken und alles mit geschlossenem Deckel gut 40 min. bei schwacher Hitze köcheln lassen. Zum Schluss noch ca. 5 Min. bei etwas stärkerer Hitze kochen lassen. Dazu schmecken Reis, Kartoffeln oder Weißbrot.

Hier gehts zum Fimtrailer.

Donnerstag, 19. November 2009

Familienkrach oder "Rosenkohl - Kartoffel - Auflauf"


Kennt Ihr solche Szenen?
Ihr arbeitet 8 Stunden, geht danach noch bei strömenden Regen einkaufen und habt natürlich keinen Regenschirm dabei. Dann kommt Ihr schwerbepackt nach Hause und lasst euch erst mal die Tür vor der Nase zuknallen, weil gerade irgendjemand unter 14 bei euch anruft und Euer Nachwuchs nicht länger die Tür aufhalten kann. Danach macht Ihr euch erst mal weiter unbeliebt, da Ihr das Aufräumen aller vom Nachwuchs zu Unrecht verwüsteten Zimmer (Wohnzimmer, Esszimmer etc..) fordert. Nach diversen Meinungsverschiedenheiten und der Ankündigung, dass es gleich Gemüseauflauf geben wird, folgt die Drohung zumindest eines Kindes, dass es direkt an seinem 18. Geburtstag ausziehen wird. Ihr trollt euch in die Küche und kocht das Abendessen. Ihr habt euch Mühe gegeben, dass frisches, einheimisches Gemüse verarbeitet wird und deshalb etwas mit Rosenkohl gewählt.
Ihr hört den Schlüssel in der Tür und freut euch, dass endlich erwachsene Unterstützung gegen die Brut nach Hause kommt. Noch vor einem Küsschen raunt es in die Küche: "Wie riecht das denn hier. Was gibt das denn wieder für Experimente?". Ok, ab dieser Stelle bin ich echt sauer und soll ich euch das Blödeste sagen. Es hat allen geschmeckt, es war lecker. Herr S. sagte, ich könnte es mal wieder machen. Gut, mache ich, warum nicht, ich fands auch gut.... Aber muss dieser Aufstand vor Gemüse denn sein?

Zutaten (für 4 Personen)
750g Rosenkohl
500g Kartoffeln
geriebener Käse
Sahne
150g Speckwürfel
Salz und Pfeffer

Rosenkohl und Kartoffeln vorkochen und in Scheiben schneiden. Achtet beim Rosenkohl darauf, dass er noch bissfest ist. Die Speckwürfel in der Pfanne knusprig anbraten. Schichtet immer abwechselnd in eine Auflaufform: Rosenkohl, Kartoffeln, Speck, Käse und übergießt es mit etwas Sahne. Dann wieder Rosenkohl, Kartoffeln, Speck, Käse und Sahne. Zwischen den Lagen solltet Ihr kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Ich habe zum Abschluss noch ein paar Speckwürfel darüber gestreut.


Dann schiebt Ihr den Auflauf in den Backofen und backt ihn so lange, bis der Käse schön goldbraun gratiniert ist. Er eignet sich sowohl als vegetarisches Gericht oder als Beilage zu Fleischgerichten.

Samstag, 14. November 2009

Sauerkrautküchlein mit Gulasch

Die letzten Tage habe ich etwas mit dem Teig der Käseküchlein experimentiert. Da ich zu Gulasch eigentlich weder Reis noch Kartoffeln gerne esse, kam mir die Idee zu diesen Sauerkrautschnecken. Die Schnecken sind schnell zu machen und schmecken sehr gut zu dem Gulasch. Aber nur zu einem Salat wären sie sicherlich auch toll. Den Teig der Küchlein habe ich noch mit etwas Kümmel verfeinert.

Für den Teig:
250g Mehl
2 TL Öl
150 ml Wasser
1 EL Kümmel
Die Zutaten vermischen und 5 min zu einem glatten Teig kneten. 30 min kalt legen und dann am besten in 4 Teile teilen. Die Teile ausrollen und mit dem Sauerkraut und etwas Kümmel belegen. Zu einer Rolle ausrollen und dann eine Schnecke daraus formen. Die Schnecken ca. 3-4 Minuten von beiden Seiten in der Pfanne anbraten.



Für das Sauerkraut:
500g Sauerkraut
Salz, Pfeffer, Kümmel....
100g Sauerrahm
Das Sauerkraut ca. 30 min mit etwas Wasser garen und so würzen, wie Ihr es eben mögt. Wenn es fertig ist, dann mischt noch ca. 100g Sauerrahm unter das Sauerkraut.

Zutaten für das Gulasch (für 4 Personen)
1000g Schweinegulasch
1 Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 EL Paprikapulver
1 EL Senf
2 EL Tomatenmark
150 ml Bier
200 ml Brühe
Salz, Pfeffer
Schmalz

Schmalz in einer Pfanne erhitzen. Das Schweinegulasch darin gut 5 Min. anbraten. Dann die Zwiebel und den Knoblauch dazugeben und auch kurz mitbraten. Paprikapulver, Senf und Tomatenmark unterrühren. Mit dem Bier ablöschen und kurz einköcheln lassen. Mit der Brühe auffüllen und das Gulasch ca. 40 min. auf kleiner Stufe zugedeckt köcheln lassen. Dann das Gulasch noch 10 min offen einkochen lassen, abschmecken. Mit den Sauerkrautschnecken servieren.