Donnerstag, 31. Dezember 2009

Weine im Dezember 2009

Nathalie stellte vor Wochen die Frage, ob denn ein Interesse an Posts über Weine besteht. Die Antworten bewegten sich zwischen "wäre schon ganz interessant" bis "Nein", so richtige Begeisterung kam also nicht auf. Eigentlich finde ich das schade. Klar sind solche Beschreibungen wie "ein Hauch von Pfirsich" und "saftige Frucht mit blubber...." aber auch nicht sehr spannend. Ein Post über Wein gefällt mir am besten im Zusammenhang mit einem Essen oder im Rahmen einer kleinen Geschichte, ich persönlich lese besonders gerne über Weinproben.

Ich möchte ab jetzt eine kleine Monats-Schau der Weine machen, die mir so über den Weg gelaufen sind. Das können gute oder schlechte sein.... je nachdem. Bevor Ihr jetzt denkt, meine Güte die Isi kann aber viel trinken, folgendes zu Eurer Information. Unsere Freunde A. und J. haben einen kleinen Weinhandel, was ich mehr als praktisch (*hicks*) finde. Deshalb gibt es für uns einfach viele Weinproben und Gelegenheiten, das heißt nicht, dass ich oder wir die Flaschen immer alleine austrinken :-). Außerdem bin ich schon gar keine professionelle Weintesterin, diese oftmals etwas seltsamen Beschreibungen liegen mir schon gar nicht, da werde ich mich also recht zurück halten. Ich freue mich, wenn ihr mir dazu etwas schreibt, vielleicht habt Ihr manche Weine auch schon getrunken oder noch einen guten Tipp. Wir trinken übrigens vorrangig deutschen Weißwein eher selten Rotwein. Den schrecklichen Glühwein, den ich in diesem Monat getrunken habe, versuche ich mal auszublenden ... zum Glück gibt es den erst frühestens in einem Jahr wieder.

In diesem Monat sind mir vor allem diese Weine des Weingutes von Rainer Sauer in Franken in Erinnerung geblieben.
Silvaner "Freiraum" 2007
Ein Ergebnis der Teamwork von Vater Rainer und seinem Sohn Daniel. Sehr saftig und vielschichtig mit tollen, leicht exotischen Aromen.
Silvaner Selektion "L", Spätlese, trocken
Sehr eleganter Silvaner mit einer Wahnsinns-Struktur.

Außerdem machten wir im Freundeskreis eine Blindverkostung mit Rotweinen. Jeder Teilnehmer konnte eine Flasche mitbringen, die aber unter 10 Euro kosten musste. So hatten wir zum Schluss 7 Flaschen zum Testen, die ordnungsgemäß verblindet wurden. Das war nicht nur spannend, sondern auch lustig und ist zur Nachahmung zu empfehlen. Schon die Vorbereitung machte Spass, denn jeder wählte seinen Wein sehr sorgsam aus, da man natürlich zum Schluss auf dem Siegertreppchen stehen wollte. Ätschbätsch...ich hab gewonnen! Und zwar mit folgendem Wein stand ich mit vielen, vielen Punkten Vorsprung auf dem 1. Platz:
Villa Medoro, Montepulciano D`Abruzzo 2006
etwas Holz und Rauch, sanfte Tannine. Also für den Preis (6,45€) fand ich ihn ganz okay. Ich denke aber, dass er vor allem gewonnen hat, da die anderen Weine in der Blindverkostung teils zu jung oder halt sehr einförmig waren. Der Montepulciano war anders, stach geschmacklich heraus und war deshalb etwas "aufregender".
Ganz gut fand ich noch den Feudo Arancio, Nero d`Avola 2008. Das ist ein recht netter einfacher Wein, der an diesem Abend jedem schmeckte. Mit dem kann man nichts falsch machen. Der 2007er Chianti Santa Christina von Antinori gefiel mir auch recht gut, war aber noch ein bis zwei Jährchen zu jung und schaffte es deshalb nicht ganz nach oben. Sagt mal ... kennt Ihr diesen Gran Delmio, den es bei Rossmann zu kaufen gibt? Der war auch dabei. Meine Freundin hat den oft zu Hause und dort finde ich ihn zumindest erträglich. In der Blindverkostung hätte es mir fast die Schuhe ausgezogen. Seine Kombination von bitter, streng und gleichzeitig ausdruckslos war richtig gruselig. Wie man das hinbekommen kann? Er hatte bei mir jedenfalls den letzten Platz und meine Freundin war ein wenig sauer auf mich :-) Vielleicht bekomme ich dort jetzt nur noch Wasser?

Es gäbe noch über so viele Weine zu erzählen. Ich beschränke mich jetzt noch auf einen Sekt des Weingutes Barth in Hattenheim im Rheingau. Über den roten Spätburgundersekt habe ich schon im Sommer berichtet. Am Weihnachtsabend tranken wir den Ultra ... ganz alleine aus. Sicher ein Sekt für besondere Tage - aber für mich gehört er zu den besten deutschen Sekten.

Ihr Lieben habt es bis zum Ende des Posts geschafft und deshalb wünsche ich Euch jetzt auch noch einen

Guten Rutsch und alles Gute für das Jahr 2010.
Danke für Eure Treue und Eure Kommentare.
Ich freue mich schon auf das nächste Jahr mit Euch.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Thailändische Fischküchlein


Meine aktuelle Liebe zu allen asiatischen Speisen hat mich auf diese Fischküchlein gebracht. Die sind recht schnell zu machen, sehr leicht, saftig, scharf und lecker. Die wären absolut was für den 1. Januar und helfen sicherlich bei allen Arten von Kopfschmerzen ;-)

Zutaten (für 3 Personen)
500g Fischfilet (Lachs, Kabeljau, Seehecht...)
etwas Milch
2 mehlige Kartoffeln
2 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
5 Limettenblätter
1 EL Sambal oelek
1 EL Nam pla (thail. Fischsauce)
etwas Mehl
Salz, Pfeffer, Butterschmalz

(1) Das Fischfilet mit der Milch übergießen und für ca. 15 Min. im 200° C heißen Ofen gar ziehen lassen.
(2) In der Zwischenzeit die beiden Kartoffeln schälen, klein schneiden, weich kochen und zerdrücken.
(3) In einem Cutter Frühlingszwiebeln, Knoblauchzehen, Limettenblätter, Sambal und Nam pla zu einer Würzpaste zerkleinern.
(4) Das Fischfilet grob zerpflücken und mit den Kartoffeln und der Würzpaste vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(5) Frikadellen aus der Masse formen und kurz im Mehl wenden. Im heißen Butterschmalz von beiden Seiten braten.

Recht gut schmecken die Frikadellen mit Reis, der gemeinsam mit 2 Zitronengras-Stängeln und etwas Salz gekocht wurde. Noch einen TL Kurkuma dazu, dann schaut es etwas besser aus :-) und alles mit einem EL Sambal servieren.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Suppe aus weißen Bohnen und Auberginen


Das eiskalte Wetter verlangte heute eine richtige dicke Wintersuppe von mir. Am liebsten mögen wir eigentlich weiße Bohnen. Hier werden sie gemeinsam mit gebackenen Auberginen geköchelt. Daraus entsteht mit etwas guter Hühner- oder Gemüsebrühe eine cremige, dicke Suppe, die richtig glücklich machen kann.

Ursprünglich kam dieses Rezept mal aus einem der ersten Jamie Oliver Kochbücher. Mittlerweile habe ich es aber sehr verändert. Jamie rührt zum Schluss zum Beispiel noch 100-150g zerbröselten Ricotta in die Suppe. Das möchte ich nicht, da ich die Hülsenfrüchte und Auberginen gerne noch schmecke und Ricotta auch nicht sehr gerne mag. Falls Ihr ein wenig Feta oder Ziegenfrischkäse im Hause habt, könnt ihr etwas darüberkrümeln, mehr muss aber wirklich nicht sein.

Zutaten (für 3 Personen)
200g weiße Bohnen, über Nacht eingeweicht
2 Auberginen
1 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen, klein gewürfelt
1 EL Sambal Oelek
1 EL Basilikum, gehackt
1 EL Petersilie, gehackt
500 ml Hühnerbrühe
Salz, Pfeffer
Olivenöl
Brot

(1) Die eingeweichten Bohnen abspülen, mit Wasser bedecken und etwas 1 Stunde kochen lassen, bis sie weich sind.
(2) Die Auberginen mit einer Gabel mehrfach einstechen, auf ein Backblech legen und etwa 40 min. bei großer Hitze im Backofen backen.
(3) Das Olivenöl in einem tiefen Topf erhitzen und Knoblauch, Sambal, Basilikum und Petersilie braten, bis der Knoblauch weich ist. Die gebackenen Auberginen halbieren, das Fruchtfleisch ausschaben und in den Topf geben. Dann die gekochten Bohnen und die Brühe zufügen. Zum Kochen bringen und 20 min. köcheln. Die Suppe pürieren und gut würzen. Sie sollte relativ dick, cremig und kräftig sein.
(4) Mit einem Strahl Olivenöl servieren und knuspriges Brot oder Knoblauchcroutons dazu reichen.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Gefülltes Perlhuhn mit Paprikasauce

Ich mag Perlhühner, sie schauen so schön aus mit ihrem gepunkteten Gefieder. Kennt Ihr eigentlich die Geschichte des griechischen Namens des Perlhuhns? Ihr ursprünglicher Name dort war Meleagris. Dieser Name leitet sich von dem griechischen Sagenhelden Meleagros ab. Nach dessen Tod wurden seine Schwestern von den Göttern in Perlhühner verwandelt. Die Punkte auf dem Federkleid sind die Tränen, die sie aus Trauer um den verstorbenen Bruder weinten.

Dieses Perlhuhn war unser kulinarische Start in die Weihnachtsfeiertage, mediterran nicht klassisch zubereitet. Gar kein typisches Weihnachtsessen, es schmeckt eher sehr frisch, deshalb ist es auch noch gut für das Frühjahr geeignet. An meinen Bildern muss ich mal arbeite, ich weiß. Es muss halt immer so schnell gehen, gerade bei "Festessen" ist das mit der Knipserei schwierig... Aber geschmeckt hat es prima.

Zubereitung:
1 Perlhuhn (innen und außen gewaschen und trocken getupft)

Für die Füllung:
200g Weißbrot
etwas Milch
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL Öl
1 EL gehackte Salbeiblätter
75g getrocknete Tomaten
75g grüne Oliven
75g roher Schinken
1 Ei
3 EL Parmesan
2 EL Pinienkerne
Salz und Pfeffer

Außerdem:
2 große Scheiben fetter Speck
4 EL Olivenöl
1 Zwiebel
1 rote Paprikaschote
1 Tomate
200 ml Weißwein
100 ml Hühnerbrühe
Zucker, Salz, Pfeffer
etwas Balsamico-Essig

Für die Füllung Brot in Würfel schneiden und in Milch einweichen. Zwiebel und Knoblauch klein würfeln. Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Knoblauch und Salbei darin glasig dünsten und beiseite stellen. Getrocknete Tomaten, Oliven und rohen Schinken klein hacken. Das eingeweichte Brot ausdrücken und in einer Schüssel mit den anderen Zutaten vermischen. Ei, Parmesan und Pinienkerne dazugeben. Masse salzen und pfeffern und in das Perlhuhn füllen. Die Öffnungen mit Küchengarn oder Holzspießchen gut verschließen.


Backofen auf 200° vorheizen. In einem Bräter das Öl erhitzen, Perlhuhn auf den Rücken hineinlegen, mit dem heißen Fett begießen. Speckscheiben über die Hühnerbrust legen. Im Ofen auf der mittleren Schiene 30 Min. braten. Zwischendurch immer wieder mit dem Bratfett begießen. Inzwischen die Zwiebel, Paprika und Tomate klein würfeln. Gemüse nach ca. 30 min. zum Perlhuhn geben. Alles weitere 30 min. garen. Nach und nach den Wein zugießen.

Das fertig gegarte Huhn aus dem Bräter nehmen und in einer feuerfesten Form im Ofen warm halten und wenn gewünscht noch übergrillen. Bräter auf den Herd stellen. Die Brühe hinzugießen und aufkochen. Dann die Sauce mit einem Pürierstab pürieren und mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken.

Zum Servieren das Perlhuhn in Stücke teilen und mit der Füllung und der Paprikasauce auf Tellern anrichten.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Weiße Weihnachten

Vielleicht erfüllt sich mein Wunsch ja doch und der Schnee von heute bleibt noch ein wenig liegen. Dann könnte es an Heilig Abend so wie heute beim Blick aus dem Fenster aussehen:


Ich wünsche Euch allen ein
friedvolles und wunderbares Weihnachtsfest.

Wir sind in diesem Jahr eingeladen, so dass ich nicht sehr viel kochen werde. Genießen werden wir die Ruhe und die Zeit füreinander. Mein Weihnachtsgeschenk kenne ich schon ... das stelle ich Euch nach Weihnachten mal vor :-)

Machts gut bis dahin ...

Mitbringsel in letzter Minute: Weihnachtszucker



Allen, die kurz vor Weihnachten immer noch nicht alle Geschenke und Mitbringsel zusammen haben, ist diese Zuckermischung gewidmet. Sie geht schnell, schmeckt sehr lecker und zaubert richtigen Weihnachtsduft in die Wohnung. Verpackt in kleinen Tüten kann man den Zucker wunderbar verschenken.

Die Gewürze könnt Ihr natürlich nach eurem Geschmack variieren. Er passt nicht nur gut zu Tee, sondern wegen des Kardamoms auch zum Kaffee.


Zutaten (für ca. 200g):
2 Zimtstangen
2 TL Anissamen (ganz)
1 TL Koriander (ganz)
1 TL Kardamom (ganz)
6 Pimentkörner
8 Nelken

Diese Zutaten im Mörser frisch vermahlen und dann vermischen mit

etwas gemahlener Muskatblüte
Mark einer Vanillestange
200 g Zucker

Montag, 21. Dezember 2009

Endlich Urlaub und Kalbsrahmgulasch

Endlich.... die stressige Zeit ist vorbei und ich sitze hier ganz entspannt vor meinem PC und schreibe dieses Post. Ohne Zeitdruck und ohne Termine, die ich gerade hinter mich gebracht habe oder die noch vor mir stehen. Kurz gesagt ... ich habe Urlaub ... zwei ganze Wochen. Ich durchlebe gerade dieses tolle Gefühl, wenn der Urlaub noch fast "unberührt" ist und nichts verplant ist. Ich überlege, welche Bücher ich lesen könnte, welche CDs ich gleich hören werde und welchen alten Film ich mir mal wieder ansehen könnte. Ich hätte außerdem total Lust, mal Socken zu stricken. Wenn sie etwas werden, dann zeige ich sie Euch :-)

Solange gibt es erst mal etwas zu essen. Kalbsrahmgulasch ist eine echte Wohlfühlspeise für mich. Ich variiere oft mit den enthaltenen Pilzen, ansonsten ist das Rezept nichts wirklich "besonderes", aber es schmeckt einfach schön samtig und warm. Ihr könnt auch gut getrocknete Steinpilze oder Herbsttrompeten nehmen.


Zutaten (für 3 Personen):
750g Kalbsgulasch
1 Zwiebel, geschnitten
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
400 ml Rinderbrühe
100-200ml Sahne (je nach Geschmack)
20g getrocknete Butterpilze
Salz, Pfeffer
Butterschmalz

Butterpilze in ca. 150 ml warmem Wasser einweichen. Kalbsgulasch in etwas Butterschmalz anbraten und aus der Pfanne heraus nehmen. Die Zwiebel und den Knoblauch in die Pfanne geben und anrösten. Dann die Butterpilze dazugeben und mit anrösten. Mit dem Einweichwasser der Pilze und der Rinderbrühe ablöschen und ca. 50 - 60 min. (zugedeckt) ganz leicht köcheln lassen. Wenn das Fleisch gar und zart ist den Deckel abnehmen, die Sahne dazugeben und alles noch ein wenig einkochen lassen. Das Gulasch mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu schmeckt fast alles: Nudeln, kleine Knödel, Reis...

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Kalbsröllchen mit Pastinaken

Wenn gar keine Zeit für irgendwas besonderes ist - wie leider im Moment - dann muss ich mich zumindest in der Herstellung von Kalbsröllchen austoben. Röllchen mache ich einfach am liebsten und dafür ist immer Zeit. Die Füllung bestimme ich gerne nach den Jahreszeiten und natürlich nach dem, was im Haus verfügbar ist.

Hier habe ich eine Pastinake in dünne Scheiben geschnitten und in der Pfanne gut 2-3 Min. von beiden Seiten angebraten, bis sie weich sind. Dann kamen auf die dünnen Kalbsschnitzel: Salz und Pfeffer, Pastinakenscheiben, etwas grüne Oliven und geriebener Käse. Aufrollen und in der Pfanne rundherum anbraten und dann im Backofen bei Mittelhitze so 10 min. gar ziehen lassen. Dazu könnt Ihr Kartoffelpüree machen und den Bratensatz mit etwas Flüssigkeit (Wein oder Brühe) loskochen, dann gibt es noch eine dünne Sauce dazu. Die Oliven dominierten ein wenig, die werde ich beim nächsten Mal reduzieren oder ganz weglassen.

Demnächst will ich mal Füllungen mit gehackten Nüssen + Ziegenkäse oder blanchiertem Rotkohl + Fetacreme ausprobieren. Mit Ingwer, das könnte mir auch gefallen....

Montag, 14. Dezember 2009

Nachgekocht: Asiatischer Schweinebraten


Zur Zeit erkunde ich die asiatische Küche und dort vor allem die chinesische. Im Netz gibt es zum Glück viele Blogger, die tolle asiatische Rezepte vorstellen. Eline widmete mit sogar eines ihrer Gerichte: ein Schweinsbratl mit Kraut, aber auf die chinesische Art.

Natürlich wollte ich es sofort ausprobieren. Noch kurz im Internet informiert, was Schweinsschopf ist, nämlich ein Schweinenacken. Elines Zutatenliste gab mir zum Glück nur ein Problem mit: die chinesische, schwarze Bohnenpaste. Die hatte ich nicht und ich konnte sie auch nicht schnell auftreiben. Ich werde sie mir mal bei Gelegenheit bestellen. Als Ersatz gab ich einen EL Sojasauce dazu.

Für die Marinade, in der der Schweinekamm gut 2 Std. lag, braucht man:
4 Knoblauchzehen, fein gerieben
1 Stück frischer Ingwer, fein gerieben
1/2 TL Korianderkörner
1/2 TL Szechuanpfeffer
1 Sternanis
1 EL chinesische, schwarze Bohnenpaste (als Ersatz: 1 EL Sojasauce)
2 EL Reisessig
1 kleine getrocknete Chili, nach Geschmack
1 TL Honig
wenig Salz

Sie duftete so würzig, da wusste ich schon, dass es uns schmecken wird. Die Zubereitung des Gerichtes könnt ihr Euch bei Eline genauer anschauen. Toll schmeckte uns übrigens auch das Szechuankraut, das es dazu gab. Ich bin immer mehr von der chinesischen Küche angetan und werde demnächst noch viel viel mehr ausprobieren. Vielen Dank Eline!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Mulligatawny Soup mit Zwiebel-Bhajis


Vor zwei Jahren feierten wir mit zwei befreundeten Paaren gemeinsam Silvester. Wir wollten unbedingt mal einen richtigen "Dinner for one" - Abend machen und vor allem das legendäre Menü für Miss Sophie nachkochen. Deshalb haben wir uns hier die Rezepte von Anton Edelmann besorgt und legten mit der Verteilung der Arbeiten los:

Herr und Frau Spicy: Lebensmittel einkaufen und kochen
Paar 2: abgestimmte Weine zu den jeweiligen Gängen
Paar 3: Stellen der Räume + Dekoration (nicht den Tiger vergessen) + Feuerwerk + Antialkoholisches und Naschen + putzen und spülen am nächsten Tag

Es hat uns allen viel Spass gemacht. Das Kochen zusammen mit Herrn S. war einfach lustig und der Transport der vorbereiteten Gänge in das andere Haus war völlig unkompliziert Die Weine wurden von unseren Freunden A. und J., die als zweites Standbein einen kleinen Weinhandel betreiben, perfekt ausgewählt. Unser Freund T. freute sich wie ein Schneekönig über sein kleines Feuerwerk und wir alle (außer B.) waren heilfroh, dass wir am nächsten Tag nicht spülen und aufräumen mussten...

Mein Lieblings-Gang innerhalb dieses Menüs ist die Mulligatawny Soup, die ich seitdem schon sehr, sehr oft nachgekocht habe. Ich liebe diese indischen Aromen und kann sie Euch nur empfehlen. Die Zwiebel-Bahjis fehlen auf dem Bild, aber sie schmecken wirklich sehr gut und geben den letzten Pfiff. Vielleicht esst ihr die Suppe ja am 31.12, wenn es wieder heißt "sherry with the soup".

Zutaten für die Suppe (für 4 Personen):
1 geschälte, klein gehackte Zwiebel
4 geschälte und zerdrückte Knoblauchzehen
100 g eingeweichte Linsen
1 EL Samen vom Kreuzkümmel
3 Nelken
1 cm frischer geschälter und gehackter Ingwer
1/2 gehackte Peperoni
1 EL Currypulver
1 klein geschnittener Apfel
50 g frische geschälte und klein geschnittene Ananas
1/2 EL Tomatenmark
2 EL Mango-Chutney
1,5 l Hühnerbrühe
200g Hühnerbrust, gar gezogen in der Brühe
200 ml Kokosmilch
glatte fein gehackte Petersilie
Salz
Pfeffer
ein wenig Öl

Die Linsen zwei Stunden lang einweichen. Kreuzkümmel, Nelken, Peperoni, Ingwer in den Mörser geben und zu einem Mus zermahlen; Zwiebel in Öl weich und glasig anschwitzen, Knoblauch hinzufügen und eine weitere Minute erhitzen. Gewürze, Currypulver dazugeben und zwei Minuten erhitzen. Tomatenmark, Apfel, Ananas, Mango-Chutney, Linsen und Hühnerbrühe hinzufügen und köcheln, bis die Linsen gar sind. Pürieren, durch ein grobes Sieb geben und abschmecken.

Zutaten Zwiebel-Bhajis (für 4 Personen):
1 geschälte Zwiebel
2 geschälte und zerdrückte Knoblauchzehen
1/4 TL Koriandersamen, angemörsert
1/4 TL getrocknete Chilischoten, angemörsert
50 g Weißmehl
1 EL Backpulver
Frittierfett

Das Frittiergerät auf 180 Grad erhitzen, die Zwiebel würfeln, in eine Schüssel geben und mit den restlichen Zutaten kräftig verrühren, dabei den Saft aus den Zwiebeln pressen. Die Mischung zu kleinen Bällchen formen und goldbraun frittieren.

Suppe erhitzen, 2/3 der Kokos-Milch und etwas gewürfeltes Hühnerfleisch dazu tun. Das Ganze in eine Schüssel füllen und mit der restlichen Kokos-Milch beträufeln. Zuletzt die Zwiebel-Bhajis zugeben und mit Petersilie bestreuen.

Montag, 7. Dezember 2009

Birnen-Gorgonzola-Schnecken

Schnecken mit einer Birnen-Gorgonzolafüllung sollten es sein, bevor ich die Schnecken-Produktion für das Jahr 2009 einstelle. Ganz einfach zu machen und sehr lecker mit einer großen Portion Salat. Hier findet Ihr den Teig für die Schnecken beschrieben, die ich auch schon mit Sauerkraut füllte.

Den Teig mit der Wunsch-Füllung bedecken, zu einer Rolle aufrollen, - wie auf dem Foto - zu einer Schnecke aufdrehen und dann in der Pfanne ausbacken.


Zutaten für die Füllung:
1-2 Birnen
100 - 150 g Gorgonzola
etwas Butter
Salz, Pfeffer

Die Birnen in dünne Scheiben schneiden und in etwas Butter anbraten. Wenn sie weich sind, den Gorgonzola hinzugeben und schmelzen lassen. Mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Mit Tafelspitz zur Glückseligkeit

Herr Paulsen lies mir am letzten Sonntag das Wasser im Munde zusammen laufen mit seinem Post über die dreistufige Glückseligkeit. Genau das wollte ich auch ... jetzt sofort. Und so half mir das - worüber ich sonst immer schimpfe - aus der Patsche: der verkaufsoffene Adventssonntag. Ich machte mich also mit gefühlten 100.000 Menschen auf den Weg in die nächste Einkaufsgelegenheit. Drückte mich an sichtlich überalterten Chören und Bastelstraßen für Adventsschmuck vorbei und ging schnurstracks in die Lebensmittelabteilung und dort an die Fleischtheke. Offensichtlich wurde für den Sonntag nicht extra geordert, was ich auch wirklich verstehen kann. Eine sichtlich schlecht gelaunte Verkäuferin (was ich auch verstehen kann), deren Gedanken ich lesen konnte (sie waren nicht nett), schob sich auf mich zu.

"Ja, bittä?"
"Guten Tag, ich möchte gerne etwas Rindfleisch. Am liebsten ein großes Stück Querrippe."
"Haben wir nicht. Sie sehen doch, was da liegt." (demonstratives Stöhnen)
"Ist das da Tafelspitz?"
"Ja"
"Danke, den nehm ich"
"Bittä"
"Auf Wiedersehen"
"Grummel" --> (wahrscheinlich eine Verwünschung, die ich nicht hören konnte)

Naja, wenigstens hatte ich jetzt was für meine Glückseligkeit, sollen die andern doch ihr Glück Gott weiß wo finden. Sogar frischen Meerettich, Suppengrün, Petersilienwurzel und Süßkartoffeln gab es und ich lief beschwingt nach Hause. Ich schnitt das große Suppengrün gleich klein und setzte es mit viel Wasser, Pfefferkörnern, Lorbeer, Senfsaat und dem Tafelspitz drei Stunden lang auf den Herd, wo alles leise vor sich hin köchelte. Mmh, der Duft der dunklen Fleischbrühe war eigentlich schon die erste Stufe meiner Glückseligkeit.

Am Sonntag abend gab es den Tafelspitz mit Meerettichsauce und Wintergemüse aus Petersilienwurzeln, Möhren, Kartoffeln und Süßkartoffeln. Wie Herr Paulsen garte ich das Gemüse nur in etwas Brühe. Das Fleisch war butterzart und aromatisch, einfach herrlich. (Bild fehlt leider wegen Kameraausfall)

Am Montag folgten der zweite und dritte Teil. Als Vorspeise gab es die Brühe mit dem restlichen Tafelspitz beträufelt mit gutem Olivenöl. Als Hauptgericht die Reste des Wintergemüses, das ich mit etwas Brühe und Sahne pürierte, dazu ein schlichtes Spiegelei.

Ich erreichte wirklich Glückseligkeit und überlege jetzt nur noch, wie ich das ausdehnen kann. Das erinnert mich wieder an Roberts Jahr des Rindes, das war auch soo schön und gibt mir Ideen für eine Verlängerung der Glückseligkeit, beim nächsten Mal.

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Schokoladencookies mit rosa Pfeffer

Meine Stimmung ist am ersten Advent meist auf dem Tiefpunkt. Oft ist an den Tagen vorher so viel los, dass ich atemlos von Termin zu Termin hetzen muss. In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, das zu ändern. Meine Erste-Hilfe-Maßnahme für den ersten Advent lautete deshalb: Plätzchen backen. Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Aber da das ganze auch nicht in völligem Stress ausarten sollte und ich die Gelüste meines kleinen Schokoholics befriedigen muss, machte ich Schokoladencookies. Als weihnachtliche Beigabe habe ich sie mit Gewürz - in diesem Fall mit Rosa Pfeffer - verfeinert. Die Kekse schmeckten recht gut ... jedenfalls sind schon alle weggefuttert. Da muss ich vielleicht am nächsten Sonntag nochmal ran und wieder backen :-)

Zutaten:
75 g Zartbitterschokolade
150g Mehl
1/2 TL Backpulver
1TL rosa Pfeffer, fein gehackt
100g Zucker
100g weiche Butter
1 Ei

1.) Den Backofen auf 180°C vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen. Die Schokolade in nicht sehr feine Stückchen zerhacken, den rosa Pfeffer sehr fein hacken. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen.
2.) Den Zucker mit der weichen Butter und dem Ei cremig schlagen. Pfeffer und Schokolade unterrühren. Das Mehl dazugeben und zügig untermischen.
3.) Mit Hilfe von 2 Teeloffeln walnussgroße Häufchen vom Teig abnehmen und mit Abstand aufs Blech setzen. Mit einem feuchten Teelöffel etwas runder drücken. Im Ofen ca. 15 Minuten backen.
Quelle: GU Küchenratgeber, Weihnachtsplätzchen

Freitag, 27. November 2009

Griechische Hackbällchen mit grünen Oliven

Nicht, dass Ihr denkt, ich koche nicht mehr....nööööö, ganz im Gegenteil: es fehlte nur die Zeit zum bloggen. Doch jetzt ist das Projekt geschafft, alle Termine eingehalten, da ist wieder Zeit, etwas von mir hören zu lassen.
Bei Susa gab es schon vor ein paar Wochen Hackbällchen in Wein-Tomatensauce und die ließen mir die ganze Zeit keine Ruhe, erinnerten sie mich doch an ein anderes Rezept für Hackbällchen von Rena Salaman und an den Film "Zimt und Koriander". Den mag ich sehr, auch wenn er ein wenig pathetisch ist. Ihr müsst ihn euch unbedingt einmal anschauen, falls ihr ihn noch nicht kennt. Seit ich den Film sah, versuche ich immer - wenn es passt - in Hackfleisch eine kleine Spur Zimt zu geben, vor allem, wenn ich auch Kreuzkümmel verwende. Warum? Da müsst ihr euch den Film anschauen :-)


Zutaten (für 4 Personen)
für die Hackbällchen:
2 Scheiben Weißbrot ohne Kruste (eingeweicht und ausgedrückt)
700g Hackfleisch (Lamm oder Rind)
2 zerdrückte Knoblauchzehen
1 EL gemahlener Kreuzkümmel
1 Ei, verquirlt
etwas Zimt
Salz, Pfeffer
etwas Mehl und Öl zum Braten

Alle Zutaten für die Hackbällchen miteinander vermischen und die Masse abschmecken. Masse zu Bällchen formen, kurz im Mehl wenden und in etwas Öl rundherum anbraten. Die Hackbällchen aus der Pfanne nehmen.

für die Sauce:
50ml Olivenöl
1 TL Kreuzkümmelsamen
400g Tomaten (aus der Dose)
1 EL Tomatenmark
etwas Oregano
eine gute Handvoll grüne Oliven

Das Olivenöl in die Pfanne geben und den Kreuzkümmel kurz darin anrösten. Die Tomaten, das Tomatenmark, Hackbällchen, Oregano und Oliven dazugeben. Die Tomaten vielleicht etwas zerdrücken und alles mit geschlossenem Deckel gut 40 min. bei schwacher Hitze köcheln lassen. Zum Schluss noch ca. 5 Min. bei etwas stärkerer Hitze kochen lassen. Dazu schmecken Reis, Kartoffeln oder Weißbrot.

Hier gehts zum Fimtrailer.

Donnerstag, 19. November 2009

Familienkrach oder "Rosenkohl - Kartoffel - Auflauf"


Kennt Ihr solche Szenen?
Ihr arbeitet 8 Stunden, geht danach noch bei strömenden Regen einkaufen und habt natürlich keinen Regenschirm dabei. Dann kommt Ihr schwerbepackt nach Hause und lasst euch erst mal die Tür vor der Nase zuknallen, weil gerade irgendjemand unter 14 bei euch anruft und Euer Nachwuchs nicht länger die Tür aufhalten kann. Danach macht Ihr euch erst mal weiter unbeliebt, da Ihr das Aufräumen aller vom Nachwuchs zu Unrecht verwüsteten Zimmer (Wohnzimmer, Esszimmer etc..) fordert. Nach diversen Meinungsverschiedenheiten und der Ankündigung, dass es gleich Gemüseauflauf geben wird, folgt die Drohung zumindest eines Kindes, dass es direkt an seinem 18. Geburtstag ausziehen wird. Ihr trollt euch in die Küche und kocht das Abendessen. Ihr habt euch Mühe gegeben, dass frisches, einheimisches Gemüse verarbeitet wird und deshalb etwas mit Rosenkohl gewählt.
Ihr hört den Schlüssel in der Tür und freut euch, dass endlich erwachsene Unterstützung gegen die Brut nach Hause kommt. Noch vor einem Küsschen raunt es in die Küche: "Wie riecht das denn hier. Was gibt das denn wieder für Experimente?". Ok, ab dieser Stelle bin ich echt sauer und soll ich euch das Blödeste sagen. Es hat allen geschmeckt, es war lecker. Herr S. sagte, ich könnte es mal wieder machen. Gut, mache ich, warum nicht, ich fands auch gut.... Aber muss dieser Aufstand vor Gemüse denn sein?

Zutaten (für 4 Personen)
750g Rosenkohl
500g Kartoffeln
geriebener Käse
Sahne
150g Speckwürfel
Salz und Pfeffer

Rosenkohl und Kartoffeln vorkochen und in Scheiben schneiden. Achtet beim Rosenkohl darauf, dass er noch bissfest ist. Die Speckwürfel in der Pfanne knusprig anbraten. Schichtet immer abwechselnd in eine Auflaufform: Rosenkohl, Kartoffeln, Speck, Käse und übergießt es mit etwas Sahne. Dann wieder Rosenkohl, Kartoffeln, Speck, Käse und Sahne. Zwischen den Lagen solltet Ihr kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Ich habe zum Abschluss noch ein paar Speckwürfel darüber gestreut.


Dann schiebt Ihr den Auflauf in den Backofen und backt ihn so lange, bis der Käse schön goldbraun gratiniert ist. Er eignet sich sowohl als vegetarisches Gericht oder als Beilage zu Fleischgerichten.

Samstag, 14. November 2009

Sauerkrautküchlein mit Gulasch

Die letzten Tage habe ich etwas mit dem Teig der Käseküchlein experimentiert. Da ich zu Gulasch eigentlich weder Reis noch Kartoffeln gerne esse, kam mir die Idee zu diesen Sauerkrautschnecken. Die Schnecken sind schnell zu machen und schmecken sehr gut zu dem Gulasch. Aber nur zu einem Salat wären sie sicherlich auch toll. Den Teig der Küchlein habe ich noch mit etwas Kümmel verfeinert.

Für den Teig:
250g Mehl
2 TL Öl
150 ml Wasser
1 EL Kümmel
Die Zutaten vermischen und 5 min zu einem glatten Teig kneten. 30 min kalt legen und dann am besten in 4 Teile teilen. Die Teile ausrollen und mit dem Sauerkraut und etwas Kümmel belegen. Zu einer Rolle ausrollen und dann eine Schnecke daraus formen. Die Schnecken ca. 3-4 Minuten von beiden Seiten in der Pfanne anbraten.



Für das Sauerkraut:
500g Sauerkraut
Salz, Pfeffer, Kümmel....
100g Sauerrahm
Das Sauerkraut ca. 30 min mit etwas Wasser garen und so würzen, wie Ihr es eben mögt. Wenn es fertig ist, dann mischt noch ca. 100g Sauerrahm unter das Sauerkraut.

Zutaten für das Gulasch (für 4 Personen)
1000g Schweinegulasch
1 Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
1 EL Paprikapulver
1 EL Senf
2 EL Tomatenmark
150 ml Bier
200 ml Brühe
Salz, Pfeffer
Schmalz

Schmalz in einer Pfanne erhitzen. Das Schweinegulasch darin gut 5 Min. anbraten. Dann die Zwiebel und den Knoblauch dazugeben und auch kurz mitbraten. Paprikapulver, Senf und Tomatenmark unterrühren. Mit dem Bier ablöschen und kurz einköcheln lassen. Mit der Brühe auffüllen und das Gulasch ca. 40 min. auf kleiner Stufe zugedeckt köcheln lassen. Dann das Gulasch noch 10 min offen einkochen lassen, abschmecken. Mit den Sauerkrautschnecken servieren.

Mittwoch, 11. November 2009

Gnocchi mit Artischocken-Sahne-Sauce


Ein ganz schnelles Gericht gibt es heute bei mir, es sei denn Ihr möchtet auch die Gnocchi selbst machen. Es ist noch ein Überbleibsel aus unserer Studentenzeit. Wenn ich damals "groß" gekocht habe, dann habe ich das gemacht. Es ist eines meiner liebsten Gerichte, um mir Hüftgold anzuessen. Ich habe ja heute gelesen, dass einige von Euch - jedenfalls nach türkischen Massstäben - noch zu dünn sind. Also haut weiter rein, damit wird Euch geholfen :-)

Ob Ihr es mit Artischockenböden oder -herzen macht, das kommt darauf an, was Ihr lieber mögt. Ich bin eher der Herzen-Typ, lasse sie allerdings sehr gut abtropfen und zerrupfe sie, bevor sie in die Sauce kommen. Auf dem Bild habe ich Böden genommen, da ich sonst nichts mehr zu Hause hatte. Ihr solltet sie dann in kleinere Stücke schneiden.

Wenn Ihr die Gnocchi selbst machen möchtet, dann könnt Ihr mal bei Peppinella schauen, wie das geht.

Zutaten (für 2 Personen)
250g Gnocchi
eine kleine Zwiebel, klein gewürfelt
1 zerdrückte Knoblauchzehe
eine Handvoll Speckwürfel
1 Dose mit Artischockenböden oder -herzen (zerrupft oder klein geschnitten)
200 ml Sahne
Majoran, Salz, Pfeffer
Parmesan
Olivenöl

Wenig Olivenöl in eine Pfanne geben und die Speckwürfel darin knusprig braten. Kurz bevor die Speckwürfel fertig sind, die Zwiebelwürfel und die zerdrückte Knoblauchzehe dazugeben und mitschwitzen. Jetzt die zerrupften Artischockenherzen dazugeben und und auch braten lassen. Mit der Sahne ablöschen und ca. 5 Minuten leise köcheln lassen. Mit Majoran, Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Gnocchi kochen und zu der Sauce geben. Gemeinsam mit dem Parmesan in der Sauce verrühren und servieren.

Sonntag, 8. November 2009

Grünkohlparty



Einmal im Jahr gibt es bei uns zu Hause ein großes Grünkohlessen, meistens im November. Auf eines kann ich mich dabei vollig verlassen. Es kann vorher kalt und ungemütlich sein, aber an dem Tag der Party ist es ungewöhlich warm und sonnig, so dass man eher an mediterranes denkt als an Kohlwurst und Aquavit.

Naja, was solls. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt. Die Gäste kommen trotzdem gerne und über mangelnden Appetit derselben habe ich mich noch nie beschweren können. Es ist unglaublich, welche Mengen da so bei uns gegessen und getrunken werden, haarsträubend, sozusagen :-)

In vielen Gegenden Norddeutschlands wird ein regelrechter Kult um den Grünkohl betrieben: Viele Vereine, Firmen und sonstige Gruppen machen in den Herbst- und Wintermonaten Kohlfahrten und küren dann ihren Kohlkönig. Das ist auch lustig, aber da wo ich jetzt wohne, gibt es diese Tradition nicht. Auch die geräucherte Grützwurst, die wir gerne zum Grünkohl essen, ist hier völlig unbekannt. Ich bestelle sie übrigens bei dieser Quelle (Pinkel, Oldenburger Art). Sie sind sehr zu empfehlen, ich bestelle dort schon seit Jahren. Sie beinhaltet Schweinefleisch, Fett, Hafergrütze, Zwiebeln und verschiedene Gewürze. Und so bereitet man es zu:

Grünkohl, Kohlwurst und karamellisierte Kartoffeln
(Zutaten für 8-10 Personen)

2,5 kg Grünkohl (TK)
700g durchwachsener Bauchspeck
16 Kohlwürste
500g geräuchertes Kassler
ca. 2 kg kleine festkochende Kartoffeln
Schmalz
Salz, Zucker

Zuerst muss der Grünkohl gekocht werden. Das macht man am besten am Abend vorher, da der Grünkohl nach dem Aufwärmen noch besser schmeckt. Dazu den Bauchspeck in größere Stücke schneiden und in etwas Schmalz anbraten, dann den aufgetauten oder angetauten Grünkohl dazugeben und alles mit ein wenig Wasser gut 2 Stunden kochen lassen. Man kann auch gut Schweinebacke dazu nehmen, falls man die bekommt. Über Nacht stehen lassen. Gut 2-3 Stunden vor der Party muss man dann alles wieder aufwärmen. Den Speck am besten entfernen und jetzt den Kohl mit den Kasslerstücken und den Kohlwürsten kochen lassen. Kassler und Kohlwürste nach ca. 30 min wieder herausnehmen und zum Speck beiseite legen.

Die ganze Prozedur dient nur dazu, dass Würste und Fleisch ihr Salz zum Grünkohl geben Den kann man jetzt nämlich abschmecken (Salz, ein wenig Zucker). Dann muss man, wenn die Gäste da sind, nur noch einmal alles zusammen - also Würste, Speck, Kassler - im Grünkohl erwärmen. Ich binde den Grünkohl nich. Manche geben ein paar Haferflocken dazu. Ich mag das nicht so gerne, aber wenn ihr ein wenig dazugebt, dann müsst Ihr aufpassen, dass Euch der Grünkohl dann nicht anbrennt.

Am Nachmittag werden auch die kleinen festkochenden Kartoffeln vorgekocht. Im Idealfall sollten es kleine, runde Kartoffeln sein, die später vor dem Braten nicht mehr halbiert oder geviertelt werden müssen. Die gekochten Kartoffeln abkühlen lassen und abpellen. Eine gute halbe Stunde vor dem Servieren Schmalz in der Pfanne zerlassen. Kartoffeln hinzufügen. Etwas salzen. Bei geringer Hitze unter regelmäßigem Wenden schön langsam bräunen. Bei Bedarf weiteres Schmalz hinzufügen. Nach ungefähr der Hälfte der Bratzeit werden die Kartoffeln leicht gezuckert. Und weiter bräunen und wenden, evtl. nochmal leicht zuckern. Sie sind gut, wenn sie rundum mit einer gelbgoldbraunen Kruste überzogen sind. Insgesamt dauert das ca. 20 Minuten.


Als Getränk gibt es dazu Bier. Uuuunnnnnd jetzt das wichtigste: Schnaps. Wir mögen am liebsten Aquavit dazu, schön eiskalt aus dem Gefrierschrank.

Einmal im Jahr ist das ein schönes Fest, es ist einfach gemütlich, viele helfen in der Küche mit. Vorher kann man - wenn man möchte - gemeinsam eine kleine Wanderung machen und sich richtig Appetit für das Essen holen. Wir freuen uns in jedem Jahr darauf... probiert es mal aus, der November ist ja noch lange.

Freitag, 6. November 2009

Am Kiosk: Mare - Kulinarik II

Im letzten Jahr war das erste Heft ein großer Erfolg. Seit dieser Woche gibt es am Zeitschriftenstand das neue Sonderheft der Zeitschrift Mare mit dem Titel Kulinarik II. Rainer Sass, Sarah Wiener, Tim Mälzer, Ralf Zacherl und Johann Lafer kochen ein maritimes Menü. Es werden 4 Gänge mit fünf verschiedenen Hauptgerichten vorgestellt. Dazwischen gibt es zu jedem Gericht Hintergrundreportagen, z.B. wie der Stockfisch von den Lofoten nach Italien gelangt oder über vietnamesische Garküchen, die Karriere der Alge in der Küche, die Reblaus und...und...und. Hier könnt Ihr Euch über den genauen Heftinhalt informieren.

Mir gefallen vor allem die Reportagen der Zeitschrift, da ist für jeden etwas dabei. Nachkochen werde ich vielleicht einzelne Sachen, wie z.B. Rolf Zacherls Vorschlag für das Hauptgericht: Krosses Zanderfilet auf Blutwurstrisotto mit Bananen-Chili-Chutney. Das springt mich einfach an :-) La Wiener kocht Stockfisch aus Kalabrien, naja mit Stockfisch kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Herr Lafer pochiert seinen Petersfisch in Kokosmilch und serviert ihn auf marinierten Glasnudeln mit Korianderkraut. Rainer Sass macht Matjes mit Bananensauce und Rösti.

Ein wunderschönes Heft mit tollen Bildern und Geschichten für erschwingliche 6.50€. (Österreich 7.50€). Da kann ich mich noch das ganze Wochenende gemütlich aufs Sofa legen und schmökern...

Mittwoch, 4. November 2009

Frühlingsröllchen im Herbst

Es ist Herbst und ich mache Frühlingsrollen. Warum habe ich das eigentlich nicht schon früher ausprobiert? Das ist wirklich so einfach.... Vor Jahren habe ich in einem (etwas besseren) asiatischen Restaurant Frühlingsrollen gegessen, in denen unter anderen Reis war und Limettenblätter. Die waren wirklich lecker. Da ich mich zugegebenermaßen aber recht wenig mit der asiatischen Küche beschäftige und auch nur ein Kochbuch aus dieser Länderküche habe (ohne Frühlingsrollen), musste ich mir selbst eine Füllung ausdenken. Naja, so lecker wie im Restaurant war die Füllung nicht, aber fast :-)

Übrigens, wenn Ihr eine gute Empfehlung für ein asiatisches Kochbuch habt, dann könnt Ihr mir gerne einen Kommentar schreiben. Vielleicht lege ich mir doch noch eines zu.

So und nun hier die Füllung für die ca. 15 Röllchen (pi mal Daumen):
genügend gekochter Thai-Reis (ungefähr 2 Tassen ungekocht)
3 Limettenblätter, in Streifen geschnitten
ein Stück Ingwer, geraspelt
eine Möhre, geraspelt
eine Frühlingszwiebel, in Ringe geschnitten
eine kleine Chili, klein geschnitten
Sojasauce, Salz, Pfeffer
1 Ei, roh
30 Reispapierblätter

Alle Zutaten (außer der Reisblätter) gut vermischen und die Masse abschmecken. 2 Reispapierblätter kurz in kaltem Wasser einweichen. Angefeuchtetes Küchenhandtuch auf einer Arbeitsfläche auslegen, eingeweichtes Reispapierblatt darauf auslegen, dann ein zweites genau darüberlegen.
Ca. 1 EL Gemüse-Reis-Masse am unteren Rand des Blattes plazieren, dabei soll man soviel Abstand zum Rand halten, dass die Reispapierblätter über die Masse gedeckt werden können. Reispapier vorsichtig über die Füllung schlagen, die Seiten einschlagen und dann aufrollen. Öl in einem Wok oder Topf erhitzen und die Frühlingsrollen goldgelb und knusprig frittieren. Mit einer Dip-Sauce und Salat servieren.


Dienstag, 3. November 2009

Herbstbilder

Heut gibt es mal nichts zu essen, sondern ein paar Herbstbilder, die wir bei unserer sonntäglichen Wanderung gemacht haben. Ihr seht, dass es früh manchmal ganz schön kalt hier ist. Es lag sogar etwas Reif/Schnee? auf den Blättern.

Bei herrlichen Sonnenschein und einer schönen Wärme für den November streiften wir über unsere kleinen Berge hier und fanden noch ein paar schöne Motive. Obwohl, der Herbst ist schon sehr, sehr fortgeschritten bei uns.

Morgen oder übermorgen gibts auch wieder was zu essen, versprochen :-)

Freitag, 30. Oktober 2009

Italienische Nudel trifft chinesischen Schweinebauch

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, aus dem Buch von Jen Lin-Liu etwas nachzukochen. Lin-Liu arbeitete in Peking - unter anderem - längere Zeit in einem ganz kleinen Nudelstand. Dort lernte sie das richtige Schneiden von Gemüse, Saucen kochen und das Nudeln machen. Ihre Lieblingssauce zu den Nudeln war dort eine karamellisierte Schweinefleischsauce, die mich neugierig machte. Also kaufte ich alles für die Sauce und bekam einfach nirgendwo chinesische Nudeln. Na, dann nehm ich halt italienische Pasta, die wird das schon ertragen können.
Da ich echtes chinesisches Essen noch nie probiert habe, fällt es mir schwer, das Rezept zu bewerten. Diese kleinen eingedeutschten Fastfood-Chinesen in meiner Umgebung hier, möchte ich jedenfalls nicht als chinesisches Essen zählen. Also versuche ich es zu beschreiben: die Sauce roch sehr gut (nach Weihnachten), hatte eine schöne leicht dickliche Konsistenz und blieb gut an der (italienischen) Nudel. Uns allen war der Sternanis zu dominant, für mich reichen 1-2 auf jeden Fall aus. Es schmeckte leicht süß, aber gleichzeitig auch salzig und scharf. Eine schöne Sauce, die ich mit weniger Sternanis und ohne den halben TL Salz nochmal probieren werde und vielleicht finde ich dann auch chinesische Nudeln oder ich mache die mal selbst.

Mein Fazit: Es hat uns gut geschmeckt, aber der Geschmack ist sehr ungewöhnlich.

Zutaten (für 2 Personen)

450g Schweinebauch
60 ml Öl
50g Zucker
60 ml Sojasauce
2 EL Sojasauce
1l Wasser
1/2 TL Salz
1 Stange Lauch
2-3 dünne Scheiben Ingwer, daumengroß
4 Sternanis
2 Lorbeerblätter
1 EL Hühnerbrühe
2 ganze, getrocknete Chilischoten

Den Schweinebauch in Würfel schneiden. Den weißen Teil des Lauchs in 2,5 cm breite Stücke schneiden.
Einen Topf zur Hälfte mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Die Schweinebauchwürfel hineingeben und ca. 2 min. blanchieren. Wasser abgießen.
Öl und Zucker zusammen in eine Pfanne (Wok, wenn vorhanden) geben und unter ständigem Rühren stark erhitzen, bis die Mischung anfängt zu karamellisieren. Erst die Schweinefleischwürfel hineingeben, dann 2 EL Sojasauce und jeweils 2-3 Minuten rühren, bis die Fleischwürfel gut mit der Kramellmasse umhüllt sind. Mit dem Wasser und 60 ml Sojasauce ablöschen, außerdem Salz, Lauch, Ingwer, Sternanis, Lorbeer, Hühnerbrühe und Chilischoten hinzufühen. 45 bis 60 min. köcheln lassen und zu chinesischen Nudeln servieren.
(Quelle: Jen Lin-Liu: Nudeln für das Volk.)


Dienstag, 27. Oktober 2009

Zitronenrisotto mit Lachsfilet

Ich verrate Euch ein Geheimnis. Risotto war eines der ersten Gerichte, das ich selbst kochte. Mein allererstes waren übrigens Salzburger Nockerln ... ihr könnt es Euch denken, es wurde leider nichts. Schockiert war ich danach ca. 3-4 Jahre kochabstinent. Dann so ungefähr 1994 erschien die erste Kochsendung, an die ich mich jedenfalls erinnern kann, mit Alfred Biolek. Den fand ich damals total cool. Jedenfalls gab es da so ein Risotto-Rezept und was soll ich sagen, es gelang mir auf Anhieb. Das war sozusagen meine Koch-Initiation, begangen von Alfred Biolek. Das letzte Mal hatte ich seine Bücher vor Jahren in den Händen, sie passen nicht mehr zu mir, aber wegwerfen mag ich sie trotzdem nicht, denn erinnern will ich mich gerne daran.

(Jetzt muss ich mir bald was einfallen lassen. Es wird immer dunkler auf meinen Bildern, bald kann man gar nichts mehr erkennen. Ich koche meistens abends, wenn es schon lange dunkel ist. Schade für die Bilder, aber gut hat es dennoch geschmeckt.)

Das Rezept ist übrigens nicht von Alfred Biolek, sondern aus dem Buch "Risotto" aus der Collection Rolf Heine.

Zutaten (für 3 Personen)
30g Butter
1 kleine gehackte Zwiebel
200-250g Risottoreis
100ml Weißwein
Saft und Schale einer reifen unbehandelten Zitrone
ca. 1 L klarer Geflügelfond
3 EL frische Petersilie
Salz, schwarzer Pfeffer
50g Parmesan, frisch gerieben
Lachsfilet, Garnelen

Die Butter in einem großen Topf zerlassen und die Zwiebel darin anschwitzen. Den Reis einrühren und 2 min mitrösten. Mit dem Wein ablöschen und die Hälfte der Zitronenschale hinzufügen.
Dn heißen Fond unter ständigem Rühren in kleinen Mengen, ca. jeweils eine Schöpfkelle, zugießen. Immer erst vom Reis aufsaugen lassen und dann nachgießen. Nach 15-20 min. sollte der Reis gar sein, aber noch bissfest.
Den Topf von der Herdplatte nehmen und die Petersilie, den Zitronensaft und die restliche Zitronenschale unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Käse in den Reis einrühren und cremig schlagen. Den Reis sofort mit einem langsam gebratenen Stück Lachsfilet und einer Garnele servieren.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Käse: Roccolo

Heute will ich mal wieder was über Käse schreiben, über den Roccolo. Das ist ein italienischer Käse aus Kuhmilch mit mindestens 60% Fett in der Trockenmasse, der uns sehr gut schmeckt.

Tja, was soll man schon noch viel mehr zu einem Käse sagen? Naja, man könnte zum Beispiel so viel darüber erzählen wie lamiacucina, der mir letzte Woche wirklich nur Neues über Lab, Kasein und viele andere Dinge erzählt hat.

Also versuche ich es mal: Der Roccolo ist eine lombardische Spezialität. Er reift im Val Taleggio mindestens 5 Monate auf Holzbohlen in Kellern, die reich an Schimmelpilzen aller Farben und Aromen sind. Dabei werden die kleinen Laibe wiederholt gewendet und geschmiert, damit die grellbunte Schimmelflora rundum wächst und gedeiht. Durch diese Lagerung und seine zylindrische Form kommt es, dass der Käse nahe der Rinde weich, cremig und herzhaft ist, während er in der Mitte trocken, bröckelig und eher säuerlich ist. Jedes Stückchen des Käses schmeckt sozusagen etwas anders.

Der Name "Roccolo" stammt übrigens von den charakteristischen im Tal liegenden zylinderförmigen Gebäuden ab, die als "refuge for hunters" - so die website der Hersteller - dienen sollten. Naja, als "Hort" oder "Hütte" sind die Roccoli recht positiv umschrieben, dienten sie einst eher der Jagd auf Vögel. Ein typischer Roccolo war zwischen 10 und 15 Metern hoch, mit mehreren, über Aussentreppen erreichbaren Stockwerken. Der Dachstock verfügte über grössere Öffnungen. Die Roccoli standen an Orten, wo erfahrungsgemäss viele Vögel vorbeizogen. In Käfigen gehaltene Lockvögel lockten die Zugvögel an. Sobald diese ihren Flug unterbrochen hatten, wurden sie von den Jägern im Turm aufgeschreckt und ein Teil von ihnen verfing sich in Netzen. Das bedeutete ihr sicheres Ende, denn sie landeten als Delikatessen in den Pfannen.

Und wer jetzt noch mehr über den italienischen Vogelfang wissen möchte, der kann sich mal mit Markus Söder und seinem Befreiungsfeldzug für einen vermeintlich bayrischen Erlenzeisig befassen und schmunzeln. Der Käse eignet sich hervorragend für Salate oder zum Reiben oder Krümeln über Pasta.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Entenkeulen mit Selleriepüree

Enten wurden früher - jedenfalls bei uns zu Hause - hauptsächlich zu Feiertagen oder besonderen Anlässen gegessen. Heute kaufe ich schon häufiger mal eine Entenbrust oder Entenkeulen. Das ist auch unter der Woche noch hinzubekommen, auch nach einem 8-Stunden-Arbeitstag. Zum Glück gibt es auf unserem Wochenmarkt einen Geflügel- und Wildhändler, der ein sehr gutes Angebot hat, so dass wenigstens das Einkaufen der Zutaten nach Feierabend ganz schnell geht.

Am liebsten mag ich die Ente knusprig, doch da mein Ofen ja bekannterweise oft spinnt, schmore ich die Keulen sehr gerne in der Pfanne vor und übergrille sie dann nur noch kurz, bis die Haut knusprig ist. So bleibt die Keule wunderbar saftig und zart. Das Selleriepüree dazu habe ich so gemacht wie Arthurs Tochter. Und es hat wirklich fantastisch geschmeckt. Danke AT, das mache ich ab jetzt öfters!


Zutaten (für 2 Personen)
2 Entenkeulen
100 g gut durchwachsener Räucherspeck
2 Knoblauchzehen
1 Zitrone, unbehandelt
Majoran
300 ml Hühnerbrühe
Salz und Pfeffer frisch gemahlen
1 junger Sellerie, Butter, Milch, Sahne

(1) Entenkeulen säubern, kalt abwaschen, trocken tupfen und überstehendes Fett abschneiden. Den Speck sehr fein würfeln, Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Zitrone heiß waschen, trocknen und achteln. Kräuter waschen und trocken tupfen.
(2) Das abgeschnittene Fett in einer Pfanne erhitzen und etwas auslassen. Die Entenkeulen darin auf der Hautseite knusprig braun anbraten, umdrehen und weitere 3-4 Minuten braten. Herausnehmen und das Fett in eine Tasse abgießen (braucht man für dieses Rezept nicht mehr)
(3) Speck in der Pfanne anbraten, den Knoblauch dazu geben und auch anbraten. Jetzt die Zitronenachtel und den Majoran hinzufügen, die Brühe angießen. Die Entenkeulen wieder in die Pfanne legen. Zugedeckt etwa 1 Std. schmoren lassen, ab und zu wenden.
(4) Die Keulen aus der Pfanne nehmen und in ein kleine ofenfeste Form legen, salzen und pfeffern. Die Keulen für ein paar Minuten unter den heißen Backofengrill schieben, damit sie schön knusprig werden.
(5) In der Zwischenzeit die in der Pfanne verbliebene Sauce etwas einkochen und abschmecken. So, schnell noch etwas Weißbrot als Beilage rösten und dann die Keulen auf einem Teller mit der Sauce und dem Selleriepüree anrichten und schmecken lassen.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Wein und Schokolade

Mein Schokoladenkonsum beschränkt sich auf 1-2 Tafeln pro Jahr und die letzte Schokoladentorte habe ich ungefähr zu meiner Firmung verspeist. Das ist lange, lange her und das ist auch keine gute Voraussetzung für eine Wein- und Schokoladenprobe. Aber da man eben zu manchen Sachen kommt wie die Jungfrau zum Kinde, sitze ich inmitten von 30 Süßschnäbel, einer Wein-Fachfrau und einem Chocolatier. Der Blick auf das vorbereitete Blatt für die Degustationsnotizen vor mir stellt mich darauf ein, was mich erwartet: ein Cremant, ein Weißwein, ein Rotwein, zwei Portweine, ein Vin santo und massenhaft Schokolade.

Der Cremant kommt, auch das noch .... Cremant finde ich meist sehr hefig und so war auch der Cremant de Loire von Bouvet... dazu noch leichter Apfelgeschmack, recht fruchtig... mein Sekt ist das nicht. Umso mehr war ich dann doch auf die dazu gereichte Praline gespannt: eine weiße Praline mit Himbeerfüllung. Die Himbeerfüllung bestand aus dunkler Schokolade und Himbeerfruchtmark. Sehr lecker... wirklich. Die weiße Schokolade passte sehr gut zu dem Cremant, das hefige konnte ich so gar nicht mehr schmecken, die dunkle Schokolade war uns etwas zu herb dazu.

Jetzt der Weißwein: Chateau Capitoul, Lavandine, 2007, aus dem Languedoc. Capitoul ist ein altes Weingut, auf dem schon seit 1324 Weinbau betrieben wird. Das Cuvée wird aus Marsanne, Roussane und Viognier erzeugt. Der erste Eindruck: ein intensiver Geruch nach der süßen Litschi-Bowle meiner Oma. Im Mund schon trocken aber sehr breite exotische Früchte. Also auch nicht mein Wein ... Dazu eine weiße Praline, gefüllt mit dunkler Schokolade, Nougat und Orangengelee. Die Praline ist wieder superlecker und ich frage mich langsam, ob ich nicht doch noch zum Schokoholic werde? Der Wein schmeckt nicht gut dazu ... alles ist viel zu süß und klebrig.

Der Rotwein: Deetlefs, Pinotage, 2007, Südafrika. Etwas Holz, kratzige Tannine, leichter Schinkengeruch, etwas Kirsche und ein paar bittere Noten. Naja, der ist schon in Ordnung. Ein wenig zu jung, nichts berauschendes, aber ganz okay. Dazu gibt es eine zartbittere Praline mit Kirschmark und Nougat. Ich muss mich beherrschen nicht alles auf einmal zu essen... das ist eine tolle Praline. Und der Wein wird weicher, es harmoniert perfekt. Es kann also funktionieren!

Jetzt kommen die beiden Portweine von Vista Alegre. Der erste ein Fine Ruby: 3 Jahre im Holz gereift, tiefrote Farbe, leichte Tannine und fruchtig im Geschmack. Er gefällt mir und passt perfekt zu meinem riesigen Stück Sachertorte. Ich esse das ganze Stück: Saftig, überzogen mit einer Marzipandecke und bester Zartbitter-Kouvertüre, innen gefüllt mit Aprikosenmarmelade und etwas Nougat. So langsam wird mir übel beim Gedanken an Schokolade... Mir fällt auf, dass meine Nachbarn dezent in ihren Taschen rascheln und die Schokoladen und Tortenstücke, die sie nicht schaffen, in mitgebrachte Tupperdosen oder Plastiktütchen versenken. Diese Memmen! Ich nehme lieber noch ein Gläschen Port.. dann rutscht es auch.

Der nächste Port naht, ein Fine Tawny: 4 Jahre Holz gelagert, etwas heller als der Ruby, fruchtig, etwas Sherry, Nüsse und Kräuter. Er gefällt mir gut und man reicht mir dazu eine Kreation namems Arabischer Diamant: Zartbitterchokolade mit Pistazienmarzipan, Pasoalikör und Honig. Der Widerwille ist groß... aber es nutzt ja nichts, da muss ich jetzt durch. Ich hatte mir die Praline aufregender vorgestellt, aber vielleicht schmecke ich auch einfach nichts mehr.

So bald habe ich es geschafft, wegen mir könnte jetzt schon Schluss sein. Aber der Vin Santo muss jetzt auch noch sein. Pietrafitta, 2001, Toskana. Intensiver Klebstoffgeruch strömt mir entgegen...im Mund Nuss, Rosinen, etwas Säure. Naja ich will nicht ungerecht sein... wahrscheinlich lag es auch an meinen schon stark mitgenommen Geschmacksnerven. Dazu nur ein klitzkleines Stückchen Cantucci und zwei Stückchen zartbittere Schokolade. Um mich herum wieder Geraschel von den Tütchen ... ich esse alles ... leichte Schweißausbrüche und ich kann jetzt plötzlich nur noch an Bier denken.

Die Probe ist vorbei und wir gehen einfach nach nebenan in die Kneipe, bestellen ein großes Bier und spülen die ganzen klebrigen Geschmäcker hinunter. Er war interessant mein Ausflug in die Welt der Schokolade und vielleicht gebe ich ja dem arabischen Diamanten nochmal eine Chance. Auf dieser Seite finden alle, die das mal privat ausprobieren möchten ein paar Tipps.

Freitag, 16. Oktober 2009

Blick aus dem Küchenfenster

Barbara hat dazu aufgerufen und viele haben ihn schon gezeigt: ihren Blick aus dem Küchenfenster. Hier ist meiner: mitten in der Stadt aber dennoch grün, bzw. bunt momentan. Ich wollte immer noch auf schönes Wetter warten, aber ich glaube, das wird erst mal so schnell nichts mehr.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Vereint: Rosenkohl und Pastinaken

Vorgestern habe ich was gebloggt mit Kürbis und Pilzen, heute gibt es Rosenkohl und Pastinaken. Rosenkohl lockte mir früher nur ein "urgh" heraus, heute esse ich ihn wirklich gerne. Pastinaken habe ich erst so richtig entdeckt, als im Chefkoch eine Userin namens Chefpastinake (huhu Eline) auftauchte. Danach sind mir plötzlich überall Pastinaken aufgefallen, ich kaufte sie und fand sie sehr lecker und erinnerte mich daran, dass meine Oma dieses Gemüse früher häufiger mal machte und ich es damals auch schon gerne as. Also gab es Kalbskotelett und dazu ein Röstgemüse aus Rosenkohl, Pastinaken und Speck... lecker!

Zutaten:
300 g Rosenkohl
300g Pastinaken
100g Speckwürfel
Olivenöl

Den Rosenkohl putzen und in Salzwasser je nach Größe ca. 10 min vorkochen. Dann die Köpfchen halbieren.
Die Pastinaken putzen und in Scheiben schneiden (ca. 2-3 mm). Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pastinakenscheiben portionsweise in der Pfanne ein paar Minuten von beiden Seiten rösten. Beiseite stellen.
Den Speck in der Pfanne anbraten und wenn er soweit ist, den Rosenkohl und die Pastinaken dazugeben. Zusammen ein paar Minuten rösten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Montag, 12. Oktober 2009

Lasagne mit Kürbis und Waldpilzen

Im Herbst schwelge ich in Herbstgemüsen: Pastinaken, Pilze, Rosenkohl, Kürbis .... ich kann mir gar nichts Besseres vorstellen. Am allerliebsten mag ich Kürbis zusammen mit Waldpilzen. Früher bin ich regelmäßig mit meinem Vater in die Pilze gegangen, leider geht das heute nicht mehr so richtig, da er nur noch schlecht laufen kann und ich auch so weit weg wohne. Was haben wir da alles Schönes gefunden, vor allem viele Maronen gab es damals in unserer Gegend und ich esse sie heute noch lieber als frische Steinpilze. Diese Lasagne gehört schon fast zu meinem Standardprogramm. Selbst die Nudelverachter (ja, es gibt sowas ...) in meiner Familie mögen sie. Das Bild ist aus dem letzten Jahr, da ich am Wochenende nur unscharfe Bilder gemacht habe. Das lag bestimmt am Rotwein :-)


Zutaten: (für 2 Personen als Haupt-, für 4 als Vorspeise)
1 kleiner Kürbis (ca. 500g Kürbisfleisch)
300g geputzte Maronen (in Scheiben)
100g Gruyere in dünnen Scheiben (oder reiben)
100 g Parmesan
etwa 250ml Bechamelsauce (Butter, Mehl, Milch,etwas gemahlene Muskatblüte)
frische Lasagneblätter (zur Not Lasagne-Platten)
etwas Majoran

Einen kleinen Kürbis in Achtel schneiden, Kerne entfernen und dann die Achtel im Backofen bei 180° C backen. Gebackenes Kürbisfleisch mit 4 EL Parmesan, Salz, Pfeffer und Majoran pürieren. Wenn es zu fest ist, ein wenig Wasser hinzufügen.
Maronen putzen und klein geschnitten mit etwas Salz anbraten.
Für die Bechamelsauce einen guten Esslöffel Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen, etwas Salz und Muskatblüte dazugeben, dann etwas Mehl einrühren bis die Mehlbutter die Konsistenz einer richtig dicken Creme hat. Mit etwa 250ml Milch aufgießen, aufkochen lassen und mindestens 5-10 Minuten leicht köcheln lassen. Ich mache meine Bechamel immer sehr "frei Schnauze", deshalb keine informativeren Mengenangaben.

Eine kleine Form einfetten. Die Zutaten in folgender Reihenfolge schichtweise einfüllen, bis alles verbraucht ist: Lasagneblätter, Kürbiscreme, Maronen, Gruyere, Bechamelsauce, Parmesan. Mit den Zutaten werden das so 2-3 Schichten, je nachdem wie großzügig Ihr seid.
Ich empfehle euch, vorgekochte frische Lasagneplatten zu nehmen, da die Lasagne nicht sehr feucht ist. Mit den Platten, die ohne Vorkochen verwendet werden können, könnte die Lasagne nicht 100%ig durchbacken, da Flüssigkeit fehlt. Das Schichten ist nicht so leicht, da die Kürbiscreme etwas fest ist. Aber die Arbeit lohnt sich auf jeden Fall... Auf dem Bild fehlt noch, dass man aus Resten der Kürbiscreme und der Bechamelsauce eine Sauce zusammenrühren und zur Lasagne auf den Teller geben kann.

Montag, 5. Oktober 2009

Buchtipp: Nudeln für das Volk

Heute führt die Amerikanerin Jen Lin-Liu in Beijing eine eigene Kochschule und schreibt Restaurantkritiken und Artikel für Newsweek und New York Times.
Dieses Buch entstand in ihrer ersten Zeit in Beijing. Jen Lin-Liu ist neugierig auf ihre chinesischen Wurzeln, als sie im Jahr 2000 nach China reist, dem Land ihrer Eltern. Sie genießt die chinesische Kultur und Lebensart, fühlt sich aber fremd. Deshalb beschließt sie, sich in einer staatlichen Kochschule einzuschreiben. Dort hofft sie nicht nur chinesisch kochen zu lernen, sondern auch den Menschen näher zu kommen. Zunächst begegnen ihre Mitschüler ihr mit Skepsis. Aber nach und nach bricht das Eis und sie freundet sich mit Wang an, eine älteren Mitarbeiterin der Kochschule, die ihr private Kochstunden gibt. Lin-Liu besteht sogar das Kochexamen und beginnt in einer Nudelbude zu arbeiten, um noch mehr zu lernen.
Es macht sehr viel Spaß, sie auf ihren Streifzügen durch die Stadt zu begleiten. Alle Stationen leben von interessanten Menschen, tollen Geschichten, exotischen Zutaten und sehr leckeren Rezepten, die sie dort kennenlernt. Diese Entdeckungsreise durch das kulinarische Peking ist so kurzweilig, dass ich gar nicht glauben konnte, schon mit dem Buch fertig zu sein. Sehr empfehlenswert, selbst für Leser, die nicht viel mit der chinesische Küche anfangen können. So ging mir das nämlich auch und jetzt hat mich dieses Buch doch sehr neugierig darauf gemacht.
9,95 €, Verlag: Droemer/Knaur

Freitag, 2. Oktober 2009

Hühnchen mit Zitrone und Knoblauch

In den letzten Wochen habe ich in Blogs leckere, schnelle Hähnchenpfannen gesehen, z.B. bei Nathalie und bei Barbara. Jetzt hatte ich sooo lange Appetit auf so eine Pfanne, gestern konnte ich es endlich umsetzen. Also schnell um Fünf nach Arbeit und Einkaufen die Pfanne fertig gemacht und in den Backofen geschoben. Da dann gut 1,5 Stunden nichts zu tun ist, bleibt einem nichts anderes übrig als gemütlich auf dem Sofa zu lesen bis alles fertig ist. Himmlisch :-)

Zutaten (3 Personen):
15 Hähnchenkeulen
5 Knoblauchzehen
2 kleine Zitronen (in Viertel geschnitten)
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Rosmarin

Die Hähnchenkeulen salzen und pfeffern und in eine hohe Auflaufform legen. Die Keulen mit Olivenöl begießen, so dass auch der Boden der Auflaufform etwas bedeckt ist. Die Zitronenviertel über dem Geflügel ausdrücken und dann ebenso wie die ganzen Knoblauchzehen zwischen die Keulen stecken. Rosmarin klein hacken und darüber streuen.

Die Pfanne bei 180°C ca. 1,5 Std. im Backofen garen... Aber nur wenn Ihr auch so einen alten Ofen habt wie ich :-) Ansonsten reichen 45 min....
Dazu passen gut Kartoffeln oder Weißbrot mit dem man die tolle Zitronen-Öl-Sauce am Boden der Form aufsaugen kann.