Mittwoch, 3. Juni 2009

Damals...

Während meines Studiums jobbte ich in der angesagtesten italienischen Studentenkneipe der ganzen Stadt. Natürlich nicht im Service, nein in der Küche. Vier Jahre lang war das 2-3 Mal die Woche Italien pur mit allen Sinnen. Dort lernte ich nicht nur kochen, sondern auch die schönsten italienischen Schimpfworte und alles über die besten Fußballer der Welt. Das größte technische Gerät in der sonst winzigen Küche war ein riesiger Fernseher, der über allen schwebte und mich - ob ich es nun wollte oder nicht - in die Welt von Roberto Baggio & Co. einführte. Kulinarisch ziehe ich noch heute den Hut vor Alfredo, nie habe ich irgendwo anders bessere Pasta gegessen. Sein Geheimnis war vielleicht, dem Gast das Gefühl zu geben, nach Hause gekommen zu sein. Fast jeder war namentlich bekannt und die Liebe zu seinen Gästen war nicht aufgesetzt, sondern kam aus vollem Herzen. Ich liebe es immer noch, dort zu essen. Die Tische sind genauso abgewetzt wie früher, die Auswahl der Gerichte ist fast unverändert und auch Alfredos Leidenschaft einfache, bodenständige italienische Gerichte zu kochen, ist ungebrochen. Zu meinen Favoriten gehörte damals

Pappardelle mit Speck und getrüffelten Pilzen

50 g getrocknete Champignons in 50 ml gutem Trüffelöl einlegen und mindestens 3 Tage durchziehen lassen. (So versuche ich mir zu helfen. Alfredo bekam von seinem Großhändler schon bereits eingelegte Trüffelpilze, allerdings habe ich die bisher nirgends finden können.)
Eine Handvoll Speckwürfel in einer Pfanne anbraten; Pilze aus dem Trüffelöl entnehmen und mit einer gepressten Knoblauchzehe, einer Handvoll Petersilie und einer großzügigen Portion Trüffelöl zu den Speckwürfeln geben. Kurz mitbraten lassen, dann alles mit einem guten Schuss Weißwein ablöschen. Eine große Kelle Tomatensauce und ein Glas Sahne dazugeben. Circa 10 min köcheln lassen, dann abschmecken. Pappardelle in den Topf zu der Sauce geben und mit einer Handvoll Parmesan und der Sauce verrühren. Auf Teller geben und mit Parmesan bestreuen.

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