Montag, 24. August 2009

Tirópita - griechische Käseküchlein

Zur Zeit befasse ich mich viel mit der Kultur der Meze. Oft werden Mezedes mit "Appetithäppchen" übersetzt, doch das deckt nicht die ganze Bedeutung des Wortes ab, denn die zu Getränken gereichten Mezedes dienen eigentlich nicht der Appetitanregung, sondern sind als ursprüngliche Geste der Gastfreundschaft zu verstehen. Sie sind Überraschungen des Gastgebers für seine Gäste.

Wenn es der gut mit einem meint, dann kann es passieren, dass zahlreiche Leckerbissen den Tisch sekundenschnell in ein Schlaraffenland verwandeln. Mezedes sind sehr schmackhaft und variantenreich, es gibt sie von einfach bis anspruchsvoll – aus vielen Kleinigkeiten wird kreuz und quer ausgewählt. Eingelegte Oliven, gut gewürzte Hackfleischbällchen, Auberginensalat oder gebratene Kalamaraki – Mezedes sind so vielseitig wie die Einflüsse in den verschiedenen Regionen Griechenlands. Und natürlich ist die Zubereitung auch immer von der Saison und vom Anlass geprägt.

Zu meinen Lieblings-Meze gehören die Käseküchlein aus dem Kochbuch Meze - kleine Köstlichkeiten der griechischen und libanesischen Küche von Rena Salaman. Sie machen sich nicht nur auf einer großen Tafel mit vielen Mezedes prima, sie schmecken auch als einfaches Abendessen mit etwas Salat.















Zutaten (für zwei Käseküchlein, ca. 6-12 Personen)
250g Mehl
1 Prise Meersalz
150ml kaltes Wasser
200g Fetakäse, zerbröselt
Olivenöl
(nach Belieben: Knoblauch, Majoran oder andere Kräuter)

Das Mehl in eine Schüssel sieben und mit dem Salz, 2 TL Olivenöl und dem Wasser zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Diesen Teig gut 5 Minuten kneten und ziehen, danach mit Klarsichtfolie umwickelt 30 Minuten ruhen lassen. Den Teig halbieren und auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Wellholz nacheinander zu zwei dünnen, runden Teigplatten ausrollen.
Jeden Teigfladen mit dem zerbröselten Fetakäse bestreuen und mit einem EL Olivenöl beträufeln. Ich bestreue den Fladen noch gerne mit etwas gehacktem Knoblauch und Majoran, da ich persönlich die Kombination aus Schafskäse, Knoblauch und Majoran unheimlich lecker finde.















Jetzt muss der Fladen zu einer Schnecke geformt werden. Dafür den Teig von zwei gegenüberliegenden Seiten zusammenrollen, bis sich die zigarrendicken Rollen in der Mitte treffen. Anschließend das eine Teigende runterdrücken und das gegenüberliegende Ende wie eine flache Schnecke darum rollen. Bis hierhin können die Küchlein auch gut vorbereitet werden. Dann können sie gebacken werden, wenn die Gäste da sind.
6-7 EL Öl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen und die Tyrópitta in die Pfanne gleiten lassen. Solange ausbacken, bis die Unterseite goldbraun ist, danach vorsichtig wenden und von der anderen Seite ausbacken. Insgesamt dauert das circa 8-10 Minuten. Noch heiß servieren.

Kommentare:

ostwestwind hat gesagt…

Mmmh, das klingt aber lecker!

Ulrike @ Küchenlatein

gourmet hat gesagt…

Ohh lecker, ich mag das letzte Bild besonders. Muss super Stoff sein, Griechisch ist immer was Feines, yummy :)

Susa hat gesagt…

Unglaublich, wie viele verschiedene Rezepte es gibt. Ich habe am Wochenende auch eine Tiropita gemacht, die nicht annaehernd so manierlich aussieht, wie Deine Kaeseschnecke. Wird in den naechsten Tagen verbloggt.

lamiacucina hat gesagt…

das sieht nach einem schmackhaften Gericht aus, an das ich mich auch mal wagen sollte.

Cherry Blossom hat gesagt…

hmmmmmm Mezze geht immer

Isi hat gesagt…

@Ulrike
schmeckt wirklich gut und ist schnell und einfach zu machen ;-)
@gourmet
die Schnecke ist nicht mal übel geworden...ich mag griechisch auch supergerne
@Susa
Da bin ich sehr gespannt auf deinen Beitrag. Ja es muss sehr viele Rezepte dafür geben.
@lamiacucina
ich bin gespannt, ob es Dir schmeckt ;-)
@Alissa
so gehts mir auch...

hanna hat gesagt…

der teig ist also quasi ein strudelteig, habe ich das richtig gesehen? und als gewürz könnte ich mir auch oregano vorstellen, der ist halt herber. aber ein schönes rezept, das gefällt mir.

Ellja hat gesagt…

Es war einmal auf Zypern in einem ganz kleinen Lokal in einem winzigen Dorf irgendwo nahe der damals noch türkischen Grenze. Nur ein paar Kleinigkeiten wollten wir mittags zu uns nehmen. Wir wurden überladen mit diesen kleinen Köstlichkeiten, und die Wirtin wollte gar nicht mehr aufhören mit dem Auftragen der vielen Teller mit köstlichstem Fisch und Gebackenem. Wir mussten damals das Abendessen ausfallen lassen, so kugelrund und vollgegessen waren wir :-)

Isi hat gesagt…

@Hanna
ja Strudelteig oder Filoteig, das gleicht sich meines Wissens. Oregano ist bestimmt auch Klasse dazu, ich bin halt nur schon immer süchtig nach Majoran, weiß auch nicht warum ;-)

@Ellja
was für schöne Urlaubserinnerungen... herrlich so eine Gastfreundschaft.

Eline hat gesagt…

Ja, das weckt Erinnerungen an griechische Gastfreundschaft, wie sie Ellja so schön beschreibt. Leider wurde und wird diese oft schamlos ausgenutzt. Viele Touristen waren stolz darauf, dass sie sich mit der Bestellung von 1 oder 2 Ouzos ein Abendessen erschnorrten. Dafür habe ich mich immer fremdgeschämt. Heutzutage bestehen die Mezedes in den Touristenzentren nur mehr aus ein paar Nüssen zum Ouzo oder man zahlt dafür extra.
Von Tiropita und Spinakopita habe ich mich in Athen oder Thessniki wochenlang ernährt - ich mag diese fettigen Strudel sehr. Kenne sie aber in der Variante mit blättrigerem Teig und mehr Käsefülle, oft mit Minze.

Isi hat gesagt…

@Eline
leider gibt es das in den Touristenzentren heute wirklich kaum noch und das "fremdschämen" kenne ich leider auch. Zum Glück ging es uns letztes jahr auf Kreta noch anders. Wir waren in einem ganz kleinen Hotel, in dem fast nur Griechen Urlaub machten. Der Wirt freute sich aber über uns, da wir ja ein wenig griechisch sprechen. Am ersten Abend machte er uns kleine Schnecken. Und als wir diesen "Test" bestanden haben, gab es an den folgenden Tagen kein Halten mehr, wir wurden richtig verwöhnt. Einfach nur schön :-)

sammelhamster hat gesagt…

Das Ausbacken in der Pfanne finde ich interessant, meine Strudel kommen immer in den Backofen, aber so wird es sicher viel saftiger!
Das muss ich ausprobieren, am liebsten sofort (geht aber nicht, muss noch arbeiten :-( .

Eline hat gesagt…

isi
schön, wenn es noch Oasen der natürlichen Gastfreundschaft gibt!
Deine in der Pfanne gebackenen Tiropita erinnern mich an chinesischen Schmalz-Schnecken mit Frühlingszwiebelfülle - die sehen genau so aus

Isi hat gesagt…

@Sammelhamster
Das ist sehr lecker,weil der Teig außen knusprig ist und innen ist er weich und schlotzig zusammen mit dem Käse...

@Eline
diese chinesischen Schmalzschnecken muss ich mal googeln,das kenne ich nicht.

Tanja Hammerl hat gesagt…

Da ich ja erst in Griechenland war kenn ich auch diese Spezialität und freue mich aufs Nachbacken. Danke!

Barbara hat gesagt…

Super! Danke fürs Rezept!!!

Ich habe es gestern bei sammelhamster gefunden (komme nie zum Lesen aller Beiträge, der hier ist mir durchgeflutscht!) - gleich gebacken. Klasse.

Das erspart uns in Zukunft das Einkaufen türkischer Böreks mit Schafkäse in Nürnberg (einkaufen, tiefkühlen, auftauen) - die werden ab jetzt selber gemacht. :-)

Isi hat gesagt…

@Barbara
Freut mich, dass es Dir geschmeckt hat. Ich esse das auch total gerne und es geht so schnell und leicht. Ich schaffe es auch nicht, alles zu lesen. Die Foodblogger-Szene ist ja schon ganz schön groß.