Freitag, 30. Oktober 2009

Italienische Nudel trifft chinesischen Schweinebauch

Schon lange hatte ich mir vorgenommen, aus dem Buch von Jen Lin-Liu etwas nachzukochen. Lin-Liu arbeitete in Peking - unter anderem - längere Zeit in einem ganz kleinen Nudelstand. Dort lernte sie das richtige Schneiden von Gemüse, Saucen kochen und das Nudeln machen. Ihre Lieblingssauce zu den Nudeln war dort eine karamellisierte Schweinefleischsauce, die mich neugierig machte. Also kaufte ich alles für die Sauce und bekam einfach nirgendwo chinesische Nudeln. Na, dann nehm ich halt italienische Pasta, die wird das schon ertragen können.
Da ich echtes chinesisches Essen noch nie probiert habe, fällt es mir schwer, das Rezept zu bewerten. Diese kleinen eingedeutschten Fastfood-Chinesen in meiner Umgebung hier, möchte ich jedenfalls nicht als chinesisches Essen zählen. Also versuche ich es zu beschreiben: die Sauce roch sehr gut (nach Weihnachten), hatte eine schöne leicht dickliche Konsistenz und blieb gut an der (italienischen) Nudel. Uns allen war der Sternanis zu dominant, für mich reichen 1-2 auf jeden Fall aus. Es schmeckte leicht süß, aber gleichzeitig auch salzig und scharf. Eine schöne Sauce, die ich mit weniger Sternanis und ohne den halben TL Salz nochmal probieren werde und vielleicht finde ich dann auch chinesische Nudeln oder ich mache die mal selbst.

Mein Fazit: Es hat uns gut geschmeckt, aber der Geschmack ist sehr ungewöhnlich.

Zutaten (für 2 Personen)

450g Schweinebauch
60 ml Öl
50g Zucker
60 ml Sojasauce
2 EL Sojasauce
1l Wasser
1/2 TL Salz
1 Stange Lauch
2-3 dünne Scheiben Ingwer, daumengroß
4 Sternanis
2 Lorbeerblätter
1 EL Hühnerbrühe
2 ganze, getrocknete Chilischoten

Den Schweinebauch in Würfel schneiden. Den weißen Teil des Lauchs in 2,5 cm breite Stücke schneiden.
Einen Topf zur Hälfte mit Wasser füllen und zum Kochen bringen. Die Schweinebauchwürfel hineingeben und ca. 2 min. blanchieren. Wasser abgießen.
Öl und Zucker zusammen in eine Pfanne (Wok, wenn vorhanden) geben und unter ständigem Rühren stark erhitzen, bis die Mischung anfängt zu karamellisieren. Erst die Schweinefleischwürfel hineingeben, dann 2 EL Sojasauce und jeweils 2-3 Minuten rühren, bis die Fleischwürfel gut mit der Kramellmasse umhüllt sind. Mit dem Wasser und 60 ml Sojasauce ablöschen, außerdem Salz, Lauch, Ingwer, Sternanis, Lorbeer, Hühnerbrühe und Chilischoten hinzufühen. 45 bis 60 min. köcheln lassen und zu chinesischen Nudeln servieren.
(Quelle: Jen Lin-Liu: Nudeln für das Volk.)


Dienstag, 27. Oktober 2009

Zitronenrisotto mit Lachsfilet

Ich verrate Euch ein Geheimnis. Risotto war eines der ersten Gerichte, das ich selbst kochte. Mein allererstes waren übrigens Salzburger Nockerln ... ihr könnt es Euch denken, es wurde leider nichts. Schockiert war ich danach ca. 3-4 Jahre kochabstinent. Dann so ungefähr 1994 erschien die erste Kochsendung, an die ich mich jedenfalls erinnern kann, mit Alfred Biolek. Den fand ich damals total cool. Jedenfalls gab es da so ein Risotto-Rezept und was soll ich sagen, es gelang mir auf Anhieb. Das war sozusagen meine Koch-Initiation, begangen von Alfred Biolek. Das letzte Mal hatte ich seine Bücher vor Jahren in den Händen, sie passen nicht mehr zu mir, aber wegwerfen mag ich sie trotzdem nicht, denn erinnern will ich mich gerne daran.

(Jetzt muss ich mir bald was einfallen lassen. Es wird immer dunkler auf meinen Bildern, bald kann man gar nichts mehr erkennen. Ich koche meistens abends, wenn es schon lange dunkel ist. Schade für die Bilder, aber gut hat es dennoch geschmeckt.)

Das Rezept ist übrigens nicht von Alfred Biolek, sondern aus dem Buch "Risotto" aus der Collection Rolf Heine.

Zutaten (für 3 Personen)
30g Butter
1 kleine gehackte Zwiebel
200-250g Risottoreis
100ml Weißwein
Saft und Schale einer reifen unbehandelten Zitrone
ca. 1 L klarer Geflügelfond
3 EL frische Petersilie
Salz, schwarzer Pfeffer
50g Parmesan, frisch gerieben
Lachsfilet, Garnelen

Die Butter in einem großen Topf zerlassen und die Zwiebel darin anschwitzen. Den Reis einrühren und 2 min mitrösten. Mit dem Wein ablöschen und die Hälfte der Zitronenschale hinzufügen.
Dn heißen Fond unter ständigem Rühren in kleinen Mengen, ca. jeweils eine Schöpfkelle, zugießen. Immer erst vom Reis aufsaugen lassen und dann nachgießen. Nach 15-20 min. sollte der Reis gar sein, aber noch bissfest.
Den Topf von der Herdplatte nehmen und die Petersilie, den Zitronensaft und die restliche Zitronenschale unterrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Käse in den Reis einrühren und cremig schlagen. Den Reis sofort mit einem langsam gebratenen Stück Lachsfilet und einer Garnele servieren.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Käse: Roccolo

Heute will ich mal wieder was über Käse schreiben, über den Roccolo. Das ist ein italienischer Käse aus Kuhmilch mit mindestens 60% Fett in der Trockenmasse, der uns sehr gut schmeckt.

Tja, was soll man schon noch viel mehr zu einem Käse sagen? Naja, man könnte zum Beispiel so viel darüber erzählen wie lamiacucina, der mir letzte Woche wirklich nur Neues über Lab, Kasein und viele andere Dinge erzählt hat.

Also versuche ich es mal: Der Roccolo ist eine lombardische Spezialität. Er reift im Val Taleggio mindestens 5 Monate auf Holzbohlen in Kellern, die reich an Schimmelpilzen aller Farben und Aromen sind. Dabei werden die kleinen Laibe wiederholt gewendet und geschmiert, damit die grellbunte Schimmelflora rundum wächst und gedeiht. Durch diese Lagerung und seine zylindrische Form kommt es, dass der Käse nahe der Rinde weich, cremig und herzhaft ist, während er in der Mitte trocken, bröckelig und eher säuerlich ist. Jedes Stückchen des Käses schmeckt sozusagen etwas anders.

Der Name "Roccolo" stammt übrigens von den charakteristischen im Tal liegenden zylinderförmigen Gebäuden ab, die als "refuge for hunters" - so die website der Hersteller - dienen sollten. Naja, als "Hort" oder "Hütte" sind die Roccoli recht positiv umschrieben, dienten sie einst eher der Jagd auf Vögel. Ein typischer Roccolo war zwischen 10 und 15 Metern hoch, mit mehreren, über Aussentreppen erreichbaren Stockwerken. Der Dachstock verfügte über grössere Öffnungen. Die Roccoli standen an Orten, wo erfahrungsgemäss viele Vögel vorbeizogen. In Käfigen gehaltene Lockvögel lockten die Zugvögel an. Sobald diese ihren Flug unterbrochen hatten, wurden sie von den Jägern im Turm aufgeschreckt und ein Teil von ihnen verfing sich in Netzen. Das bedeutete ihr sicheres Ende, denn sie landeten als Delikatessen in den Pfannen.

Und wer jetzt noch mehr über den italienischen Vogelfang wissen möchte, der kann sich mal mit Markus Söder und seinem Befreiungsfeldzug für einen vermeintlich bayrischen Erlenzeisig befassen und schmunzeln. Der Käse eignet sich hervorragend für Salate oder zum Reiben oder Krümeln über Pasta.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Entenkeulen mit Selleriepüree

Enten wurden früher - jedenfalls bei uns zu Hause - hauptsächlich zu Feiertagen oder besonderen Anlässen gegessen. Heute kaufe ich schon häufiger mal eine Entenbrust oder Entenkeulen. Das ist auch unter der Woche noch hinzubekommen, auch nach einem 8-Stunden-Arbeitstag. Zum Glück gibt es auf unserem Wochenmarkt einen Geflügel- und Wildhändler, der ein sehr gutes Angebot hat, so dass wenigstens das Einkaufen der Zutaten nach Feierabend ganz schnell geht.

Am liebsten mag ich die Ente knusprig, doch da mein Ofen ja bekannterweise oft spinnt, schmore ich die Keulen sehr gerne in der Pfanne vor und übergrille sie dann nur noch kurz, bis die Haut knusprig ist. So bleibt die Keule wunderbar saftig und zart. Das Selleriepüree dazu habe ich so gemacht wie Arthurs Tochter. Und es hat wirklich fantastisch geschmeckt. Danke AT, das mache ich ab jetzt öfters!


Zutaten (für 2 Personen)
2 Entenkeulen
100 g gut durchwachsener Räucherspeck
2 Knoblauchzehen
1 Zitrone, unbehandelt
Majoran
300 ml Hühnerbrühe
Salz und Pfeffer frisch gemahlen
1 junger Sellerie, Butter, Milch, Sahne

(1) Entenkeulen säubern, kalt abwaschen, trocken tupfen und überstehendes Fett abschneiden. Den Speck sehr fein würfeln, Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Zitrone heiß waschen, trocknen und achteln. Kräuter waschen und trocken tupfen.
(2) Das abgeschnittene Fett in einer Pfanne erhitzen und etwas auslassen. Die Entenkeulen darin auf der Hautseite knusprig braun anbraten, umdrehen und weitere 3-4 Minuten braten. Herausnehmen und das Fett in eine Tasse abgießen (braucht man für dieses Rezept nicht mehr)
(3) Speck in der Pfanne anbraten, den Knoblauch dazu geben und auch anbraten. Jetzt die Zitronenachtel und den Majoran hinzufügen, die Brühe angießen. Die Entenkeulen wieder in die Pfanne legen. Zugedeckt etwa 1 Std. schmoren lassen, ab und zu wenden.
(4) Die Keulen aus der Pfanne nehmen und in ein kleine ofenfeste Form legen, salzen und pfeffern. Die Keulen für ein paar Minuten unter den heißen Backofengrill schieben, damit sie schön knusprig werden.
(5) In der Zwischenzeit die in der Pfanne verbliebene Sauce etwas einkochen und abschmecken. So, schnell noch etwas Weißbrot als Beilage rösten und dann die Keulen auf einem Teller mit der Sauce und dem Selleriepüree anrichten und schmecken lassen.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Wein und Schokolade

Mein Schokoladenkonsum beschränkt sich auf 1-2 Tafeln pro Jahr und die letzte Schokoladentorte habe ich ungefähr zu meiner Firmung verspeist. Das ist lange, lange her und das ist auch keine gute Voraussetzung für eine Wein- und Schokoladenprobe. Aber da man eben zu manchen Sachen kommt wie die Jungfrau zum Kinde, sitze ich inmitten von 30 Süßschnäbel, einer Wein-Fachfrau und einem Chocolatier. Der Blick auf das vorbereitete Blatt für die Degustationsnotizen vor mir stellt mich darauf ein, was mich erwartet: ein Cremant, ein Weißwein, ein Rotwein, zwei Portweine, ein Vin santo und massenhaft Schokolade.

Der Cremant kommt, auch das noch .... Cremant finde ich meist sehr hefig und so war auch der Cremant de Loire von Bouvet... dazu noch leichter Apfelgeschmack, recht fruchtig... mein Sekt ist das nicht. Umso mehr war ich dann doch auf die dazu gereichte Praline gespannt: eine weiße Praline mit Himbeerfüllung. Die Himbeerfüllung bestand aus dunkler Schokolade und Himbeerfruchtmark. Sehr lecker... wirklich. Die weiße Schokolade passte sehr gut zu dem Cremant, das hefige konnte ich so gar nicht mehr schmecken, die dunkle Schokolade war uns etwas zu herb dazu.

Jetzt der Weißwein: Chateau Capitoul, Lavandine, 2007, aus dem Languedoc. Capitoul ist ein altes Weingut, auf dem schon seit 1324 Weinbau betrieben wird. Das Cuvée wird aus Marsanne, Roussane und Viognier erzeugt. Der erste Eindruck: ein intensiver Geruch nach der süßen Litschi-Bowle meiner Oma. Im Mund schon trocken aber sehr breite exotische Früchte. Also auch nicht mein Wein ... Dazu eine weiße Praline, gefüllt mit dunkler Schokolade, Nougat und Orangengelee. Die Praline ist wieder superlecker und ich frage mich langsam, ob ich nicht doch noch zum Schokoholic werde? Der Wein schmeckt nicht gut dazu ... alles ist viel zu süß und klebrig.

Der Rotwein: Deetlefs, Pinotage, 2007, Südafrika. Etwas Holz, kratzige Tannine, leichter Schinkengeruch, etwas Kirsche und ein paar bittere Noten. Naja, der ist schon in Ordnung. Ein wenig zu jung, nichts berauschendes, aber ganz okay. Dazu gibt es eine zartbittere Praline mit Kirschmark und Nougat. Ich muss mich beherrschen nicht alles auf einmal zu essen... das ist eine tolle Praline. Und der Wein wird weicher, es harmoniert perfekt. Es kann also funktionieren!

Jetzt kommen die beiden Portweine von Vista Alegre. Der erste ein Fine Ruby: 3 Jahre im Holz gereift, tiefrote Farbe, leichte Tannine und fruchtig im Geschmack. Er gefällt mir und passt perfekt zu meinem riesigen Stück Sachertorte. Ich esse das ganze Stück: Saftig, überzogen mit einer Marzipandecke und bester Zartbitter-Kouvertüre, innen gefüllt mit Aprikosenmarmelade und etwas Nougat. So langsam wird mir übel beim Gedanken an Schokolade... Mir fällt auf, dass meine Nachbarn dezent in ihren Taschen rascheln und die Schokoladen und Tortenstücke, die sie nicht schaffen, in mitgebrachte Tupperdosen oder Plastiktütchen versenken. Diese Memmen! Ich nehme lieber noch ein Gläschen Port.. dann rutscht es auch.

Der nächste Port naht, ein Fine Tawny: 4 Jahre Holz gelagert, etwas heller als der Ruby, fruchtig, etwas Sherry, Nüsse und Kräuter. Er gefällt mir gut und man reicht mir dazu eine Kreation namems Arabischer Diamant: Zartbitterchokolade mit Pistazienmarzipan, Pasoalikör und Honig. Der Widerwille ist groß... aber es nutzt ja nichts, da muss ich jetzt durch. Ich hatte mir die Praline aufregender vorgestellt, aber vielleicht schmecke ich auch einfach nichts mehr.

So bald habe ich es geschafft, wegen mir könnte jetzt schon Schluss sein. Aber der Vin Santo muss jetzt auch noch sein. Pietrafitta, 2001, Toskana. Intensiver Klebstoffgeruch strömt mir entgegen...im Mund Nuss, Rosinen, etwas Säure. Naja ich will nicht ungerecht sein... wahrscheinlich lag es auch an meinen schon stark mitgenommen Geschmacksnerven. Dazu nur ein klitzkleines Stückchen Cantucci und zwei Stückchen zartbittere Schokolade. Um mich herum wieder Geraschel von den Tütchen ... ich esse alles ... leichte Schweißausbrüche und ich kann jetzt plötzlich nur noch an Bier denken.

Die Probe ist vorbei und wir gehen einfach nach nebenan in die Kneipe, bestellen ein großes Bier und spülen die ganzen klebrigen Geschmäcker hinunter. Er war interessant mein Ausflug in die Welt der Schokolade und vielleicht gebe ich ja dem arabischen Diamanten nochmal eine Chance. Auf dieser Seite finden alle, die das mal privat ausprobieren möchten ein paar Tipps.

Freitag, 16. Oktober 2009

Blick aus dem Küchenfenster

Barbara hat dazu aufgerufen und viele haben ihn schon gezeigt: ihren Blick aus dem Küchenfenster. Hier ist meiner: mitten in der Stadt aber dennoch grün, bzw. bunt momentan. Ich wollte immer noch auf schönes Wetter warten, aber ich glaube, das wird erst mal so schnell nichts mehr.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Vereint: Rosenkohl und Pastinaken

Vorgestern habe ich was gebloggt mit Kürbis und Pilzen, heute gibt es Rosenkohl und Pastinaken. Rosenkohl lockte mir früher nur ein "urgh" heraus, heute esse ich ihn wirklich gerne. Pastinaken habe ich erst so richtig entdeckt, als im Chefkoch eine Userin namens Chefpastinake (huhu Eline) auftauchte. Danach sind mir plötzlich überall Pastinaken aufgefallen, ich kaufte sie und fand sie sehr lecker und erinnerte mich daran, dass meine Oma dieses Gemüse früher häufiger mal machte und ich es damals auch schon gerne as. Also gab es Kalbskotelett und dazu ein Röstgemüse aus Rosenkohl, Pastinaken und Speck... lecker!

Zutaten:
300 g Rosenkohl
300g Pastinaken
100g Speckwürfel
Olivenöl

Den Rosenkohl putzen und in Salzwasser je nach Größe ca. 10 min vorkochen. Dann die Köpfchen halbieren.
Die Pastinaken putzen und in Scheiben schneiden (ca. 2-3 mm). Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pastinakenscheiben portionsweise in der Pfanne ein paar Minuten von beiden Seiten rösten. Beiseite stellen.
Den Speck in der Pfanne anbraten und wenn er soweit ist, den Rosenkohl und die Pastinaken dazugeben. Zusammen ein paar Minuten rösten und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Montag, 12. Oktober 2009

Lasagne mit Kürbis und Waldpilzen

Im Herbst schwelge ich in Herbstgemüsen: Pastinaken, Pilze, Rosenkohl, Kürbis .... ich kann mir gar nichts Besseres vorstellen. Am allerliebsten mag ich Kürbis zusammen mit Waldpilzen. Früher bin ich regelmäßig mit meinem Vater in die Pilze gegangen, leider geht das heute nicht mehr so richtig, da er nur noch schlecht laufen kann und ich auch so weit weg wohne. Was haben wir da alles Schönes gefunden, vor allem viele Maronen gab es damals in unserer Gegend und ich esse sie heute noch lieber als frische Steinpilze. Diese Lasagne gehört schon fast zu meinem Standardprogramm. Selbst die Nudelverachter (ja, es gibt sowas ...) in meiner Familie mögen sie. Das Bild ist aus dem letzten Jahr, da ich am Wochenende nur unscharfe Bilder gemacht habe. Das lag bestimmt am Rotwein :-)


Zutaten: (für 2 Personen als Haupt-, für 4 als Vorspeise)
1 kleiner Kürbis (ca. 500g Kürbisfleisch)
300g geputzte Maronen (in Scheiben)
100g Gruyere in dünnen Scheiben (oder reiben)
100 g Parmesan
etwa 250ml Bechamelsauce (Butter, Mehl, Milch,etwas gemahlene Muskatblüte)
frische Lasagneblätter (zur Not Lasagne-Platten)
etwas Majoran

Einen kleinen Kürbis in Achtel schneiden, Kerne entfernen und dann die Achtel im Backofen bei 180° C backen. Gebackenes Kürbisfleisch mit 4 EL Parmesan, Salz, Pfeffer und Majoran pürieren. Wenn es zu fest ist, ein wenig Wasser hinzufügen.
Maronen putzen und klein geschnitten mit etwas Salz anbraten.
Für die Bechamelsauce einen guten Esslöffel Butter in einem kleinen Topf schmelzen lassen, etwas Salz und Muskatblüte dazugeben, dann etwas Mehl einrühren bis die Mehlbutter die Konsistenz einer richtig dicken Creme hat. Mit etwa 250ml Milch aufgießen, aufkochen lassen und mindestens 5-10 Minuten leicht köcheln lassen. Ich mache meine Bechamel immer sehr "frei Schnauze", deshalb keine informativeren Mengenangaben.

Eine kleine Form einfetten. Die Zutaten in folgender Reihenfolge schichtweise einfüllen, bis alles verbraucht ist: Lasagneblätter, Kürbiscreme, Maronen, Gruyere, Bechamelsauce, Parmesan. Mit den Zutaten werden das so 2-3 Schichten, je nachdem wie großzügig Ihr seid.
Ich empfehle euch, vorgekochte frische Lasagneplatten zu nehmen, da die Lasagne nicht sehr feucht ist. Mit den Platten, die ohne Vorkochen verwendet werden können, könnte die Lasagne nicht 100%ig durchbacken, da Flüssigkeit fehlt. Das Schichten ist nicht so leicht, da die Kürbiscreme etwas fest ist. Aber die Arbeit lohnt sich auf jeden Fall... Auf dem Bild fehlt noch, dass man aus Resten der Kürbiscreme und der Bechamelsauce eine Sauce zusammenrühren und zur Lasagne auf den Teller geben kann.

Montag, 5. Oktober 2009

Buchtipp: Nudeln für das Volk

Heute führt die Amerikanerin Jen Lin-Liu in Beijing eine eigene Kochschule und schreibt Restaurantkritiken und Artikel für Newsweek und New York Times.
Dieses Buch entstand in ihrer ersten Zeit in Beijing. Jen Lin-Liu ist neugierig auf ihre chinesischen Wurzeln, als sie im Jahr 2000 nach China reist, dem Land ihrer Eltern. Sie genießt die chinesische Kultur und Lebensart, fühlt sich aber fremd. Deshalb beschließt sie, sich in einer staatlichen Kochschule einzuschreiben. Dort hofft sie nicht nur chinesisch kochen zu lernen, sondern auch den Menschen näher zu kommen. Zunächst begegnen ihre Mitschüler ihr mit Skepsis. Aber nach und nach bricht das Eis und sie freundet sich mit Wang an, eine älteren Mitarbeiterin der Kochschule, die ihr private Kochstunden gibt. Lin-Liu besteht sogar das Kochexamen und beginnt in einer Nudelbude zu arbeiten, um noch mehr zu lernen.
Es macht sehr viel Spaß, sie auf ihren Streifzügen durch die Stadt zu begleiten. Alle Stationen leben von interessanten Menschen, tollen Geschichten, exotischen Zutaten und sehr leckeren Rezepten, die sie dort kennenlernt. Diese Entdeckungsreise durch das kulinarische Peking ist so kurzweilig, dass ich gar nicht glauben konnte, schon mit dem Buch fertig zu sein. Sehr empfehlenswert, selbst für Leser, die nicht viel mit der chinesische Küche anfangen können. So ging mir das nämlich auch und jetzt hat mich dieses Buch doch sehr neugierig darauf gemacht.
9,95 €, Verlag: Droemer/Knaur

Freitag, 2. Oktober 2009

Hühnchen mit Zitrone und Knoblauch

In den letzten Wochen habe ich in Blogs leckere, schnelle Hähnchenpfannen gesehen, z.B. bei Nathalie und bei Barbara. Jetzt hatte ich sooo lange Appetit auf so eine Pfanne, gestern konnte ich es endlich umsetzen. Also schnell um Fünf nach Arbeit und Einkaufen die Pfanne fertig gemacht und in den Backofen geschoben. Da dann gut 1,5 Stunden nichts zu tun ist, bleibt einem nichts anderes übrig als gemütlich auf dem Sofa zu lesen bis alles fertig ist. Himmlisch :-)

Zutaten (3 Personen):
15 Hähnchenkeulen
5 Knoblauchzehen
2 kleine Zitronen (in Viertel geschnitten)
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Rosmarin

Die Hähnchenkeulen salzen und pfeffern und in eine hohe Auflaufform legen. Die Keulen mit Olivenöl begießen, so dass auch der Boden der Auflaufform etwas bedeckt ist. Die Zitronenviertel über dem Geflügel ausdrücken und dann ebenso wie die ganzen Knoblauchzehen zwischen die Keulen stecken. Rosmarin klein hacken und darüber streuen.

Die Pfanne bei 180°C ca. 1,5 Std. im Backofen garen... Aber nur wenn Ihr auch so einen alten Ofen habt wie ich :-) Ansonsten reichen 45 min....
Dazu passen gut Kartoffeln oder Weißbrot mit dem man die tolle Zitronen-Öl-Sauce am Boden der Form aufsaugen kann.