Montag, 5. Oktober 2009

Buchtipp: Nudeln für das Volk

Heute führt die Amerikanerin Jen Lin-Liu in Beijing eine eigene Kochschule und schreibt Restaurantkritiken und Artikel für Newsweek und New York Times.
Dieses Buch entstand in ihrer ersten Zeit in Beijing. Jen Lin-Liu ist neugierig auf ihre chinesischen Wurzeln, als sie im Jahr 2000 nach China reist, dem Land ihrer Eltern. Sie genießt die chinesische Kultur und Lebensart, fühlt sich aber fremd. Deshalb beschließt sie, sich in einer staatlichen Kochschule einzuschreiben. Dort hofft sie nicht nur chinesisch kochen zu lernen, sondern auch den Menschen näher zu kommen. Zunächst begegnen ihre Mitschüler ihr mit Skepsis. Aber nach und nach bricht das Eis und sie freundet sich mit Wang an, eine älteren Mitarbeiterin der Kochschule, die ihr private Kochstunden gibt. Lin-Liu besteht sogar das Kochexamen und beginnt in einer Nudelbude zu arbeiten, um noch mehr zu lernen.
Es macht sehr viel Spaß, sie auf ihren Streifzügen durch die Stadt zu begleiten. Alle Stationen leben von interessanten Menschen, tollen Geschichten, exotischen Zutaten und sehr leckeren Rezepten, die sie dort kennenlernt. Diese Entdeckungsreise durch das kulinarische Peking ist so kurzweilig, dass ich gar nicht glauben konnte, schon mit dem Buch fertig zu sein. Sehr empfehlenswert, selbst für Leser, die nicht viel mit der chinesische Küche anfangen können. So ging mir das nämlich auch und jetzt hat mich dieses Buch doch sehr neugierig darauf gemacht.
9,95 €, Verlag: Droemer/Knaur

Kommentare:

Eline hat gesagt…

Interessanter Tip, danke! Die chinesische Küche ist ja bei uns völlig unterbewertet. Das liegt wohl an den vielen grottenschlechten China-Restaurants, die diesen Namen nicht verdienen. Dabei gibt es so tolle Gerichte aus den verschiedenen Regionen dieses riesigen Landes. Ich mag die Szechuan-Küche besonders gerne. In Wien gibt es ein sehr gutes Lokal, in dem Szechuan-Gerichte gekocht werden.

Isi hat gesagt…

@Eline
Ich war in Dtld. bisher leider nur in diesen schlechten China Restaurants und deshalb bis jetzt nicht so begeistert. In Holland habe ich aber schon gut asiatisch gegessen. Nur so richtig begeistert hat es mich bisher nicht. Jetzt hat es mich irgendwie gepackt und ich möchte etwas mehr ausprobieren. Auch über die Szechuan-Küche steht übrigens einiges in dem Büchlein. Peking ist ja offensichtlich ein riesiger Schmelztiegel aller Küchen des Landes. Im Jahr 2005 gab es (laut Lin-Liu) 40.000 Restaurants in Peking. Das sind unglaubliche Dimensionen.Im Buch haben es mir vor allem die karamellisierte Schweinefleischsauce und die Maultaschen angetan, das werde ich demnächst mal ausprobieren.

lamiacucina hat gesagt…

hats auch ein Rezept für chinesische Nudeln drin ? Jene die man aus einem elastischen Teig durch akrobatisches schwingen in der Luft herstellt. Einmal im Leben möchte ich die herstellen können.

Isi hat gesagt…

@lamiacucina
Nein, durch die Luft geschwungen wird nichts. Aber es sind Rezepte drin für Maultaschenteig, für geschnittene Nudeln und handgerollte Nudeln. Die Maultaschen-Rezepte gefallen mir sehr gut. Für geschnittene Nudeln fehlt mir das richtige Messer und die Geduld. Es dauerte bei Lin-Liu mehrere Wochen, bis sie den Dreh raus hatte :-)

Eline hat gesagt…

lamiacucina,
auf you tube gibt es einige Demonstrationen dieser Kunst.
z. B. http://www.metacafe.com/watch/222305/chinese_noodles/

Ein Rezept hilft da nicht viel, das erfordert "Learning by Doing" bis man so meisterlich Nudeln schwingt.Wenn du es kannst, bitte ich dringend um ein Video!

Cherry Blossom hat gesagt…

sehr sehr schöner Tip Isi - ich werde es sofort bestellen!!
Die chinesische Küche liegt mir sehr am Herzen!! Ich muss auch mal wieder was kochen.... Schade das es nur sehr wenige authetische chinesische Lokale in Europa gibt. Ich war mal in einem in Holland das Singapur Chinesen gehört - da gibt es lediglich eine chinesische Speisekarte und nur Chinesen Essen dort... meine Freundin ist sehr gut mit den Besitzern befreundet und hat mich eingelagen - dies war ein Genuss der besonderen Art! Ich wollte die Tage auch über ein tolles chinesisches Buch bloggen - ein humorvoller Reiseführer...

Arthurs Tochter hat gesagt…

Danke Isi, das ist auch für mich ein guter Buchtip! Ich mag authentische Chinesische Küche sehr gerne, aber die findet man ja kaum. Sicher nicht beim "Chinesen um die Ecke" und auch nicht in einem unsäglichen Kurs, den ich vor Jahren mal an der VHS absolviert habe. Damals half nur sehr viel Pflaumenwein über das Glutamat-Ungemach hinweg...

Isi hat gesagt…

@AT
Freue mich, wenn dir der Tipp gefällt. Nachdem ich das Buch gelesen habe, bin ich sehr sehr neugierig auf die echte chinesische Küche. Die Rezepte im Buch verzichten natürlich auf Glutamat, aber die Verwendung scheint auch in China durchaus üblich zu sein. Aber solche schlimmen VHS-Kurse kenne ich auch... hihi

Ellja hat gesagt…

Das einzige Mal, wo ich gute chinesische Küche und nach meinem Dafürhalten auch authentisch gegessen habe, war in Chinatown/NY. Dort gibts die besten "Dumpling-soups"... also Suppe mit Teigtaschen, gefüllt mit Fleisch oder Krabben... herrlich! Das dürften wohl deine erwähnten Maultaschen sein?

Isi hat gesagt…

Ja genau, das sind die Maultaschen. Die werde ich unbedingt mal ausprobieren. Die müssen wirklich sehr lecker sein.