Mittwoch, 20. Januar 2010

Einfach ist gut

Vor meinem Fenster fallen massenhaft dicke Tropfen auf das Dach. Es „draaascht“ sagt man in Franken. Dazu ziehen dicke Nebenschwaden durch unser Tal und tauchen Häuser und Hügel in ein graues, diffuses Licht. Ich fühle mich seltsam im Januar - irgendwie wie in einer Zwischenwelt. Um mich herum ist es ruhig, gleichförmig und ich verspüre tief drinnen eine Gespanntheit auf das Jahr. Was wird es mir denn bringen. Habe ich neue Ziele? Eigentlich möchte ich nichts wirklich anders machen.

Die Deutschen haben laut Forsa viele gute Vorsätze für das neue Jahr. Ganz vorne stehen
1. „Stress vermeiden oder abbauen“ und
2. „Mehr Zeit für Familie/Freunde“, gefolgt von
3. „Mehr bewegen/Sport“,
4. „Mehr Zeit für sich selbst“ und
5. „Gesünder ernähren“.

Ich rekapituliere: Auf 1. habe ich irgendwie keinen Einfluss, 2. nehme ich mir immer zu Herzen, 3. mache ich regelmäßig (jawoll!), 4. habe ich aufgegeben (das wird nix mehr in diesem Jahrzehnt) und 5. denke ich immer dran.

Aber ich möchte gerne bewusster essen, irgendwie einfacher und ernsthafter, nur gute Produkte kaufen, wie Schnick Schnack Schnuck nicht gedankenlos Fleisch essen oder gar etwas wegwerfen. Gefallen haben mir deshalb im letzten Jahr vor allem lamiacucinas Jahr des Rindes und die Tage der Glückseligkeit von Herrn Paulsen.

Ich bin zwar nicht melancholisch, möchte mich aber gerne aufheitern mit etwas einfachen (sic!). Aber es soll gut sein, tröstend und irgendwie sinnlich. Eine dampfende Fleischbrühe vielleicht oder Spaghetti Alfredo? Meine Mama hätte mir in so einem Fall ganz einfache Schinkennudeln (das Leibgericht meiner Kindheit) gemacht, meine Lieblingstante Apfelküchlein mit Zimt und Zucker. Mein Problem (und das meiner Hüften) ist, bei gut denke ich an Öl, vor allem an Olivenöl und an Knoblauch und an knuspriges Brot. Vor meinem inneren Auge bauen sich Bilder italienischer Panini mit Grillgemüse auf und so mache ich mich ans Werk. Man braucht  ja dazu nicht viel: nur große Scheiben italienisches Landbrot, Olivenöl, etwas guten Essig, 1 Aubergine, 1 Zucchini, 1 rote Paprika, etwas Knoblauch und Zwiebel und natürlich Salz und Pfeffer.




Also Augen zu und durch ... vergisst Eure Hüften:
Schneidet die Aubergine, Zucchini, Paprika und Zwiebel in nicht ganz dünne Scheiben. Vermischt sie in einer Schüssel mit gut 3 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer. Dann nehmt ihr eine Grillpfanne, erhitzt sie ordentlich und bratet das Gemüse portionsweise zu Grillgemüse. Das dauert pro Portion so 5-6 Minuten. Dann gebt ihr das Gemüse wieder in eine Schüssel und mariniert es mindestens 30 min. in einer Vinaigrette aus Öl und etwas Essig (ich nahm Zitronenessig, was wunderbar frisch schmeckte). Die Weißbrotscheiben röstet ihr ebenfalls (natürlich mit etwas Öl) in einer Grillpfanne, dann reibt ihr die Brotscheiben ordentlich mit Knoblauch ein , träufelt nochmal Öl darauf  und schichtet dann eine ordentliche Anzahl Gemüsestücke abwechselnd auf ein Brot und deckt es mit der 2. Scheibe ab. Ihr solltet noch mal salzen und pfeffern falls nötig.

Falls Ihr Eure Hüften nicht vergessen könnt, spart einfach überall etwas Olivenöl ein oder bepinselt das Gemüse nur dünn und grillt es im Backofen. Aber das wäre wirklich nur der halbe Spass :-)

Kommentare:

sammelhamster hat gesagt…

Oooh ja, das wäre jetzt was für die Mittagspause :-)
Wo in Franken bist du nochmal??
Denn "draaascht" sagt mir ja gar nix hier in Unterfranken ;-)

Susa hat gesagt…

Ich gehe vorher eine Runde laufen und träufel dafür doch noch extra Öl darüber...

Eline hat gesagt…

Ich hab nur einen guten Vorsatz: kleiner Portionen essen! sonst fühl ich mich rundum zufrieden.
Ich bin innerlich noch mehr auf die Schinkennudeln eingestellt, mediterranes Grillgemüse assoziiere ich mit Sonne und Meer.

Toni hat gesagt…

Isi holt ein Stück Sommer in die Foodbloggerwelt :o), schön!

Auberginen röste ich ohne Öl in einer gusseisernen Pfanne an und beträufel sie anschließend. Die saugen mir einfach zuviel.

süße-hex hat gesagt…

das wort "draaascht" kenne ich auch nicht.. bin auch aus franken.. mittelfranken :-)) der beitrag gefällt mir ausgesprochen gut..und panini mit grillgemüse ist herrlich.. ich war gard zwei stunden im fitness.. da ist mir das öl jetzt mal egal. liebe grüße aus der mitte frankens. karin

Houdini hat gesagt…

Eingeklemmte lassen sich nur schwierig essen. Ich möchte Dein schönes Grillgemüse lieber auf dem Teller, falls nötig noch etwas Oliveenöl drauf träufeln, etwas Salz und Pfeffer, und ein bisserl Brot dazu. Und dann voll rein.

Isi hat gesagt…

@sammelhamster
Das lässt sich auch gut mitnehmen... Ich komme aus Bayreuth/Oberfranken. Schon interessant, wie unterschiedlich die Begriffe so sind, selbst in so einem kleinen Gebiet.

@Susa
so ists brav :-)

@Eline
Ja, das mache ich auch. Das ist das einzige was wirklich hilft, um in Form zu bleiben. Alles genießen aber eben nicht zu viel. Das schreit sogar nach Sonne und Meer, aber das brauchte ich einfach...

@Toni
Extra für euch und mich...mir war einfach nach Sommer :-) Wenn ich richtig sparen will, dann röste ich sie lieber im Backofen als in der Pfanne.

@Süße-hex
ich komme aus Oberfranken...witzig, dass ihr das Wort nicht kennt. Danke für dein Feedback, es freut mich, dass es dir gefällt. Ja, nach 2 Std Sport kann dir das egal sein.

@Houdini
Auf dem Teller schmeckt es natürlich auch...

Cherry Blossom hat gesagt…

Lecker - ich kann sowas das ganze Jahr essen - aber am schönsten ist es im Süden in er Sonne mit frischer würziger warmer Luft... ICH WILL SONNE... also werde ich die TAge Dein Sandwich nach machen eventuell finde ich sie ;-))

lamiacucina hat gesagt…

auch ohne Sport muss so etwas nicht an die Hüften gehen: nur noch einmal im Tag essen, abends nur noch Früchte.

Arthurs Tochter hat gesagt…

ach, ich lasse das Brot einfach weg. Unnützte, schlechte Kohlenhydrathe. Weißmehl - ihhhbähhh, dafür doppelt Aubergine und einen kleinen Kanister Öl! ;) Nimm mal ruhig den "Durchstreicher" weg. :)
Und wegen der Hüften - nennen die Franzosen das nicht "Liebesgürtel" oder so? Da kann man sich dann besser dran festhalten, weißßße bescheid, schätzelein... ;))

Arthurs Tochter hat gesagt…

ach, und überhaupt Franken - wieso denn Franken, Du bist doch ganz woanders!

Isi hat gesagt…

@Alissa
jaaaa, in einem Garten mit Blick auf das Meer, oder. Ein bisschen Sonne nur, oder vielleicht keinen Nebel, das würde mir schon reichen.

@lamiacucina
schaffst du das? da würde ich im Bett verhungern, wenn ich abends nur Früchte essen würde. Aber vielleicht ist es ja nur Gewöhnung.

@AT
Ich habe ja nicht gesagt, dass ich in Franken bin, nur dass ich daher komme :-) Ist ja immerhin die alte Heimat, schnüff. Was ich aber auf keinen Fall will ist ein Liebesgürtel, selbst wenn sich da Herr Clooney dran festhalten würde...

Ellja hat gesagt…

schön geschrieben, mit einem schönen, einfachen rezept, das ich auch im Winter gerne esse :-)

Suse hat gesagt…

Deine Überschrift sagt eigentlich schon alles.
Ich würde alle szusammen nehmen und noch einen Klacks Aioli draufsetzten *soifz*