Mittwoch, 6. Januar 2010

Malayisches Rindfleisch Rendang

Ich liebe das Schmoren. Gibt es etwas Schöneres als diese leise blubbernden, lang gegarten Speisen? Sie schaffen das festeste Fleisch noch mürbe zu machen und brauchen nicht viel Aufmerksamkeit. Herrlich! Ab und zu ein Rühren und ein prüfender Blick, das regelmäßige Kosten der Sauce darf natürlich nicht vergessen werden :-)

Meine Schmorschwester Arthurs Tochter schmort sich ja zur Zeit durch die orientalische Küche, ich habe mir die asiatischen vorgenommen, denn auch hier wird gerne geschmort. Dieses Rindfleischgericht soll in Malaysia Kultstatus genießen. Das kann ich schon nachvollziehen, denn seine intensiven Aromen sind großartig.

Die malaiische Küche ist vielfältig und bunt gemischt. Malaysia ist ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen: hier leben Malayen, Chinesen, Inder, Philippinos, Indonesier, Vietnamesen und und und..... Vor allem die Gerichte mit indischen und malaysischen Einflüssen sind meistens sehr scharf, die chinesisch beeinflusste Küche ist etwas milder. Rind und Geflügel sind die beliebtesten Fleischsorten dort, wobei die Hindus und Buddhisten kein Rindfleisch essen, aber wohl die Muslime, die die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Dieses Gericht ist mittelscharf und auch für Mitteleuropäer gut verträglich :-) Am besten schmeckt dazu Reis oder Brot.

Zutaten (für 4 Personen):
Quelle: Tom Kine, Asia Snacks (abgewandelt)

2 EL Pflanzenöl
750g Rindfleisch zum Schmoren, in 2cm Würfeln
400ml Kokosmilch
200ml Wasser
1 EL Tamarindenpaste
1TL Kurkuma, gemahlen
5 Kaffirlimettenblätter
1 TL frisch gepresster Limettensaft
Salz und Pfeffer

Für die Würzpaste:
3 Esslöffel Sambal oelek (oder frische Chilies) hier einfach weniger oder mehr nehmen, je nach gewünschtem Schärfegrad
10 Schalotten, geschält und gehackt
4 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
4 Stängel Zitronengras, geputzt und gehackt
4 cm Ingwer, geschält und gehackt
2 TL brauner Zucker

1. Alle Zutaten für die Würzpaste in einem Mixer zu einer glatten Paste verarbeiten.
2. Einen Topf erhitzen, das Öl hineingeben und die Würzpaste darin 4-5 Minuten braten, bis sie duftet. Das Fleisch salzen und pfeffern, in die Pfanne geben und 2 Minuten rühren, bis es mit der Sauce überzogen ist. Die Kokosmilch, das Wasser, Tamarindenpaste, Kurkuma und Limettenblätter hinzufügen. Die Mischung aufkochen und dann bei schwacher Hitze mindestens 1,5 Std. langsam köcheln lassen. Öfters umrühren.
3. Die dicke Sauce probieren und noch mit Salz und Limettensaft abschmecken falls nötig.

Kommentare:

Peter hat gesagt…

Da hast Du Dir ganz schön Arbeit gemacht. Mmmh, mit selbstgemachter Currypaste, ich rieche es förmlich durch meinen Monitor hindurch. Sehr lecker!

Cherry Blossom hat gesagt…

Isi... endlich geht das Schmoren wieder los!! Toll das Du die Currypaste selbstgemacht hast - ich kann mir dieses Rindfleisch sehr gut vorstellen - da ist nichts drin was ich nicht mag.

Arthurs Tochter hat gesagt…

Isi, Du alte Schmorerin *lach*, ich glaube, ich muss dann mal mein marokkanisches Lamm endlich posten! Dein Gericht gefällt mir sehr gut! Diese Zutaten sind perfekt! Genau wie Alissa duftet es zu mir!
Welches Teil vom Rind hast Du genommen? Vielleicht habe ich nur unaufmerksam gelesen...

Kleine Anmerkung in eigener Sache, ich finde es praktisch, wenn die Kommentarformulare als pop up aufgehen oder unter dem Post erscheinen, dann kann man nochmal reinschauen, während des Kommentierens.

Claus hat gesagt…

jau, lecker, Tamarindenpaste und die Blätter krieg ich nirgendwo, müsste auch mit Zitronensaft und etwas Schale gehen, oder?

Suse hat gesagt…

Manmanman, du bist aber fleißig ;o).
Ich liebe Schmorgerichte übrigens auch sehr, seitdem ich mir einen ganz wunderbaren neuen Schmortopf zugelegt habe noch viel mehr.
In meinem TK schlummert noch eine Portion Rindergulasch, welches noch auf eine passende Zubereitung wartet...
Herr Suse ist leider nicht so der Fan von Kokosmilch, aber vielleicht kann ich ihn ausnahmsweise mal zu diesem Gericht überreden, und dann wird nachgeschmort ;o)

Susa hat gesagt…

Von Tom Kime stammt mein absolutes Lieblingskochbuch: sweet & spicy. Hast Du das auch? Wenn nicht, kann ich Dir den Kauf nur empfehlen, Du wirst es lieben!

Isi hat gesagt…

@Peter
ich habe so eine Currypaste das erste Mal selbst gemacht und mich gewundert, wie einfach das ist und wie viel besser es schmeckt.
@Alissa
Danke, probiers mal aus, es ist wirklich lecker :-)
@Claus
Tamarinde kannst du gut mit Zitronen- oder Limettensaft ersetzen. Die Limettenblätter haben aber schon ein sehr besonderes Aroma, das lässt sich nicht ersetzen. Wenn Du keine bekommst schmeckt das Curry auch, aber der ganz spezielle Geschmack ginge etwas verloren. In unserem Asialaden kaufe ich die Limettenblätter tiefgefroren. Das ist sehr praktisch.
@Suse
aaah, noch eine Schmorschmester :-) Willkommen im Club... Der Kokosmilchgeschmack ist sehr dezent, das könnte ihm vielleicht doch schmecken.
@Susa
Böse, böse Susa :-) wie kannst du einem Kochbuch-Junkie Kochbücher empfehlen *lach*... Das Asia Snack Buch gefällt mir so gut, dass ich wirklich schon über ein 2. von Herrn Kime nachdachte. danke für den Tipp.

Isi hat gesagt…

@AT
jetzt musste ich erst nochmal überlegen, was das war. Ich glaube es war Schulter, ich bin mir aber nicht mehr sicher. es war jedenfalls butterzart nach 1,5 Std. Jaaaa, aauf dein arabisches Tajine warte ich doch schon, deshalb hab ichs doch geschrieben :-) Das mit den Kommentaren habe ich jetzt auch geändert. Meine Leser sind ja meine Könige :-)

Susa hat gesagt…

Isi, wir Süchtigen müssen doch zusammen halten, oder? ;-) Kaufen! Es lohnt sich! :-))

Chef Oli hat gesagt…

So ähnlich hatte ich das in Thailand. Freue mich dieses Rezept gefunden zu haben - Bookmarked - Danke.

lamiacucina hat gesagt…

die vielen asiatischen Gewürze habe ich leider nie zu Hause. Probieren würd ich das mal gerne. Vielleicht mal bei einem allfälligen event :-)

Eline hat gesagt…

Köstlich!
Rendang find ich auch so fein!
Wie vielfältig die Einflüsse auf die malaisische Küche sind, zeigt sich auch darin, dass bei deinem Rezept Kaffirlimettenblätter verwendet werden, die sonst eher in der Thai-Küche zuhause sind. Ich habe eine Geschäftspartnerin in Oxford, die stammt aus Malaysia und kocht sensationell gut. Sunitas Rendang-Rezept ist indisch beeinflusst, da sie aus einer indischen Familie stammt. Sie verwendet daher keine Kaffirlimetten und Zitronengras, dafür mehr Tamarinde und Koriander. Ich vermute mal, Rendang ist so was wie unser Gulasch. Da gibt es auch unzählige Varianten.
Tamarindenmark oder Paste mit den Kernen drin gibt es in jedem Indien-Laden. Schmeckt leicht nach sauren Pflaumen und kann meiner Ansicht nach nicht ersetzt werden. Aus der Paste kann man mit Wasser und etwas Palmzucker eine Art Marmelade einkochen, die hält ewig und kann dann löffelweise für die vielen indischen, indonesischen, malaysischen und thailändischen Gerichte verwendet werden. Fertige Tamarindensaucen haben meist E-Zusätze.

Toni hat gesagt…

Dann bekenn ich mich auch mal als Schmorliebhaberin :-). Schönes Rezept, Isi! Kommt auf die Liste. Ich hab neulich erst Lamm mit Aprikosen geschmort, ein indisches Curry. Das muss ich demnächst mal bloggen.

Houdini hat gesagt…

Beef Rendang, wie ich es im indonesischen Restaurant gleich nebenan vom Büro oft zum Lunch ass, weil ich es sehr mochte, war brauner, die Sauce nicht bröselig, das Fleisch recht faserig, aber gut durchgeschmort, immer genau gleich. Wie geschrieben wurde, gibt es vermutlich jenste Varianten, je nach Familientradition.

Isi hat gesagt…

@Chef Oli
Freut mich sehr, dass es dir gefällt
@lamiacucina
naja, bis vor wenigen Wochen hatte ich die Zutaten ja auch nicht, da ich sehr wenig asiatisch kochte. Aber da das ja eines meiner neuesten Vorlieben ist, wächst natürlich auch meine Zutatensammlung. Sambal habe ich immer, Limettenblätter gefroren und Tamarinde habe ich mir zugelegt.
@Eline
Bestimmt gibt es davon x Varianten. Ich habe auch schon andere gefunden und werde da weiter dran arbeiten :-) Meine Tamarindenpaste schmeckt vorrangig sauer, deshalb kann ich mir als Ersatz auch andere Säuerungsmittel wie Zitrone oder Limette vorstellen. Natürlich ist es immer schwierig ein Lebensmittel durch das andere zu ersetzen. So richtig deckt sich das ganz klar nie. Der Tipp mit dem Einkochen gefällt mir. Das mache ich mit dem Rest der Paste.
@Toni
Ud noch eine Schmorerinn, toll :-) Jaaaa, bitte blogge das . Schmorrezepte kann ich nicht genug haben.
@Houdini
Ich arbeite mich durch alle auffindbaren Varianten...