Sonntag, 11. September 2011

Lesvos: der Norden

Der Norden ist die meistbesuchteste Region der Insel, unglaublich grün, sehr bergig mit pittoresken Orten.

Unsere erste Station war die Stadt Petra, zu deutsch "Stein". Ein hübsches Örtchen, das seinen Namen deshalb trägt, da sich in der Mitte der sonst flachen Stadt ein riesiger Stein befindet, auf dem - wie sollte es anders sein - eine Kirche steht. Ich mag das sehr, dass die Griechen auch noch auf der kleinsten Stelle, eine Kirche oder ein Kloster unterbringen können.


Vom Felsen aus hat man einen schönen Blick über die Stadt Petra und die Inseln vor der Küste.



In Petra haben wir auch die ersten größeren Touristengruppen gesichtet. Hier gibt es sie, die Cafés mit Engländern und Holländern. Der Norden ist der Favorit der großen Reiseveranstalter, vor allem Molivos,    Petras pittoreskes Nachbarörtchen war nach meinem Reiseführer "die Keimzelle des Fremdenverkehrs" auf Lesvos.

Es ist aber auch wirklich sehr schön dort in Molivos



Wir haben einen stürmischen Tag erwischt mit riesigen Wellen. (Übrigens: Vergesst nicht Badeschuhe mit nach Lésvos zu nehmen, die Kieselstrände sind ganz schön ruppig zu den Füßen).
Zu der Burg führen enge kopfsteinbepflasterte Gassen hinauf. Die Gassen sind mit Rankenpflanzen überdacht und kein Neubau stört das wunderschöne Ensemble.

Von Molivos aus ist es nur ein Katzensprung nach Skala Sikaminéas. Eine enge Straße führt entlang der Berge bis in das kleine Küstenörtchen. Dort im Hafen gibt es schöne Tavernen und eine kleine Kirche, die ein beliebter Ort ist, um zu heiraten.



Unsere letzte Etappe auf Lésvos führte uns nach Taxiárches, der Wallfahrtskirche in der Nähe von Mandámos. Diese Kirche ist dem Erzengel Michael, dem Schutzpatron der Insel, geweiht. Zu Füßen seiner Ikone stehen zahlreiche Schuhe, da der Erzengel auch noch heute zahlreiche Wege über "seine" Insel geht.
Und der Tag endete für uns mit Loukomades, die dort besonders gut waren...


Es war wunderschön auf Lésvos. Vielen Dank liebe M. für die großartige Inselführung. Wir kommen wieder :-)

Sonntag, 21. August 2011

Wüste und Vulkane - der Westen Lesvos

Wenn man von der Inselmitte nach Westen fährt, ändert sich die Vegetation von Kilometer zu Kilometer. Die grünen Olivenhaine verschwinden und bald ist die Landschaft kahl, erodiert und bestimmt von wenigen braunen Farben.


Der Westen der Insel Lesvos ist eine Vulkanlandschaft, gezeichnet von vulkanischen Ausbrüchen, die im Tertiär das Gebiet mit einem meterhohen Ascheregen überzogen. Eine spektakuläre Landschaft mit einer Kuriosität: Der "Versteinerte Wald" besteht aus den Resten von Mammutbäumen, die vor Jahrmillionen noch weite Flächen der Insel bedeckten. Den Besuch sollte man am besten früh einplanen, da sich die Stämme in einer schattenlosen Felslandschaft befinden mit Temperaturen, die mittags enorm hoch sein können. Die vielen Farben der Stämme, die teilweise einen Umfang von 8m haben, reichen von gelb über rot, grün bis zum tiefen schwarz.



Ebenso beeindruckend ist das Naturhistorische Museum in Sigri, der nächst größeren Stadt ganz im Westen der Insel. Sehr modern dokumentiert es die geologischen Besonderheiten des ägäischen Raumen und der Erde im allgemeinen. Viele Fundstücke aus dem Versteinerten Wald kann man sich auch dort anschauen, falls es "im Wald" zu heiß sein sollte, auch versteinerte Blätter und sogar einen Wurm soll es dort geben, den hab ich aber verpasst...

Sigri
Auf halbem Weg zwischen Sigri und Scala Eressou befindet sich noch dieser markante Kegel. Es ist der erloschene Gipfel des Vulkanes Ordymnos auf dem ganz oben ein uraltes Kloster thront. 


Das kleine Museum des Klosters beherbergt viele Schätze und es öffnet sich einem ein grandioser Blick auf die Vulkanlandschaft


Hier gab es auch die süßesten Babykatzen....die ließen sich gar nicht stören:


Nach so viel Informationen muss man unbedingt mal abkühlen. Die Fahrt von Sigri nach Süden hat mir besonders gefallen, da die Landschaft von interessanten satten Brauntönen bestimmt sind. Scala Eressou mit seinen vielen Strandbars ist quirlig und hat einen traumhaften Strand mit dunklem Sand-Kiesel-Gemisch. Dort haben wir sensationell gegessen und genossen den wunderbaren Blick auf das Meer und das Essen von morgen :-)


Der letzte Teil führt dann bald  noch in den Norden der Insel Lesvos.

Dienstag, 9. August 2011

Fava und Lésvos - die Inselmitte

Auf Lésvos habe ich auch besonders gute Fava gegessen. Das sind eigentlich gelbe Erbsen aus Santorin, die gerne als Püree oder Suppe zubereitet werden. Susa importiert sie aus Griechenland, zwischen Socken und Kulturbeutel im Koffer. Sorry, da hatte ich was anderes (psst!), da war kein Platz mehr. Und deshalb musste ich das mit deutschen gelben Erbsen nachkochen. Okay....völliger Kulturbruch, sorry Ihr Griechen.


Ich habe daraus ein Püree gemacht, d.h. dass die gekochten Erbsen in der Küchenmaschine gemeinsam mit Salz, Öl und etwas Kochwasser püriert werden. Danach wird das Püree mit Zwiebeln, Zitronensaft und Öl angerichtet. Dazu braucht man dann nur noch Unmassen leckeres knuspriges Brot.... Superlecker  :-)

Aber zurück zu Lésvos, heute komme ich zur Inselmitte. Die ist ein Eldorado für Vogelliebhaber und bestimmt vom flach abfallenden Golf von Kalloní. Scala Kalloni ist ein guter Ort, um zu übernachten, da man sich von dort aus alle Regionen der Insel gut erschließen kann. Außerdem gibt es dort ein reges, nettes Nachtleben praktisch ohne Touristen; einfach nur "real life".

Eine Spezialität am Golf von Kalloni sind sardeles pastes. Das sind am Morgen dort gefangene Sardinen, die am Boot gesalzen und am Abend gehäutet serviert werden. Also eine Art levosisches Sushi. Das schmeckt total lecker. Man muss die kleinen Sardeles am Schwanz packen und dann langsam auseinanderziehen, dann löst sich die Gräte von einer Seite und man hat ein Filet in der einen Hand. Dann popelt man noch die Gräte von der anderen Seite ab und fertig. Die beste Zeit Sardeles zu essen ist im Juli und August, da sie dann die richtige Größe haben, um innerhalb eines Tages fertig zu sein und die Frische sehr wichtig ist. Viele Restaurants machen sie selbst und die besten habe ich direkt am Golf von Kalloni gegessen in einem kleinen Restaurant ungefähr beim Antiken Pyrra. Leider habe ich vergessen, ein Bild davon zu machen. Liebe M., wenn Du Sardeles isst, dann denke doch an mich, fotografiere sie und schicke mir ein Bild :-)

Sooo, was verbirgt sich wohl hinter diesen ganzen Verbotsschildern?


Alcatraz? Pentagon? Naaa?
Es ist eine meiner nettesten Erfahrungen auf der Insel: die heißen Quellen von Políchnitos. Circa 90° heiß, im Becken dann nur noch so ungefähr zwischen 42° und 44°C . Es sind die heißesten von Europa, geht also gerade so...für allerhöchstens 10 min, dann aber auch nur ohne Herzschrittmacher :-)


Also ich brachte es auf 5-6 Minuten, danach fühlte ich mich wie ein Hummer, war aber völlig tiefenentspannt. Ein tolles Erlebnis... Sehr zu empfehlen ist die hausgemachte Zitronenlimonade im Garten der heißen Quellen. Wenn es einen perfekten Tag gibt, dann endet er so, so war das jedenfalls bei mir.

Bald geht es zu den Vulkanen auf Lésvos...
Und hier ist der Link zum ersten Teil : Mytiliní
Und der Link zum zweiten Teil: Ist Ouzo eingentlich Schnaps? Der Süden....

Sonntag, 7. August 2011

Ist Ouzo eigentlich Schnaps?

In einer über längere Tage dauernden Untersuchung sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass Ouzo kein Schnaps sein kann und dass er bei mir positiven Einfluss auf die griechische Sprachkompetenz hat. Find ich gut... Vielleicht sollte ich jetzt jeden Tag ein "karaffaki ouzo" zu mir nehmen? Viel Gelegenheit hätte ich dazu, wenn ich in dem hübschen Küstenstädtchen Plomari wohnen würde, dem Zentrum der Ouzo-Produktion auf Lésvos, in dem es heute noch vier Destillerien gibt.


Zu Besuch waren wir in der Destillerie Barbayanni, einem Familienunternehmen, das bereits 1860 gegründet wurde. Dort wird guter, blitzsauberer Ouzo produziert. Anis und 10 weitere Pflanzen werden zusammen mit dem aus Trauben gewonnenen Alkohol destilliert und dann 3 Wochen in großen Kesseln gelagert, um zu gären. Erst danach wird das Ergebnis mit Wasser aus den Bergen von Plomari auf Trinkstärken zwischen 42 und 47 Prozent verdünnt und in Flaschen abgefüllt. 400.000 Liter werden so jedes Jahr hergestellt und vor allem in Griechenland abgesetzt, lediglich ein Viertel geht in den Export. Man kann den Ouzo auch probieren und im Gegensatz zum Spiegel habe ich dort keine Busladungen amerikanischer Touristen vorgefunden, die habe ich auf ganz Lésvos nicht gesehen. Und klar kann man den Ouzo am Meer im Sonnenuntergang mehr genießen als in einer griechischen Fabrik, aber das ist ja eigentlich jedem klar, oder?

Der Ouzo Barbayanni besteht aus 100% Destillat. Übrigens darf sich nach griechischem Gesetz alles Ouzo nennen, das aus lediglich 20% destilliertem Extrakt besteht. Der Rest kann mit weiterem Alkohol und Aromastoffen versetzt werden. Da wundert einen nicht der große Qualitätsunterschied, den man beim Ouzo beobachten kann.
Barbayanni bietet vier Sorten an:
Grün (prassino) mit 42% - der Milde, der mir extrem gut schmeckt.
Blau (ble) mit 46% - der Klassische
Aphrodite mit 48% - sozusagen der Nobel-Ouzo
Evzon mit 47% - der Traditionelle, der bei den Einheimischen am beliebtesten sein soll

Es ist nicht so einfach in Deutschland an ihn ran zu kommen. Mal sehen, ob es mir gelingt, wenn die Vorräte zur Neige gehen.

Im Süden Lesvos lässt sich aber noch viel mehr erleben: Schön ist das Bergdorf Agiássos, an den Hängen des Olympos, der immerhin fast 1000m hoch ist. Es ist umgeben von üppigen Wäldern und ein Wallfahrtsort, da sich in der dortigen Kirche ein altes Marienbild befindet, zu dem vor allem im August gepilgert wird.

Agiassos

Neben traditioneller Keramik kann man auch eine besonders gute Vasilopita kaufen. Eigentlich ist das ja der griechische Neujahrskuchen,  der dort aber das ganze Jahr über gebacken wird und sehr beliebt ist. In einer Bäckerei haben wir uns ein großes Stück abschneiden lassen und später am Strand gegessen. Ist aber nichts für Leute mit Abneigung gegen Zimt :-)



Schöne Strände befinden sich in in der Nähe, z.B. in Melinda und in Vaterá.
Und wenn man von Vaterá zum Kap Agios Fokas fährt, um den grandiosen Blick auf die Südküste zu genießen, dann darf man diese hier nicht verpassen...


Die nächste Tour geht bald in die Inselmitte.
Und hier ist der Link zum ersten Teil : Mytiliní

Freitag, 5. August 2011

Lésvos - einfach wunderschön!

Es gibt in Griechenland so schöne Ecken, die glücklicherweise noch nicht von Herden deutscher Touristen heimgesucht werden. Dazu gehört auch Lesvos, die drittgrößte Insel Griechenlands, von der ich völlig begeistert bin. So viele Facetten auf einer Insel habe ich nicht erwartet.

Ganz Lesvos in einer Woche? Das gelingt nur mit der besten Reiseführerin von allen: unserer Freundin M., die in Deutschland studierte, unsere Griechischlehrerin in Dtld. war, die eine waschechte Lesvosierin (äh, Ihr versteht was ich meine...) ist und seit gut zwei Jahren wieder in Mytiliní lebt. Schon lange wollten wir sie besuchen, jetzt hat es endlich geklappt und M. konnte auch noch Urlaub nehmen, was für ein Glück.


Mytiliní
Die ersten drei Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Mytiliní, direkt in einem Hotel im Stadtzentrum. Puh, was für eine Stadt... Bleibt dort unbedingt ein paar Tage, aber sucht euch, falls Ihr im Hafen wohnen möchtet - wie wir - unbedingt ein Hotel mit Schallschutzfenstern und Klimaanlage. 

Vor allem nachts pulsiert der unaufhörliche Strom der Roller und Motorräder. Die vielen Cafés sind vollbesetzt und verbreiten pure Lebensfreude bis in die tiefe Nacht.
Mytiliní bei Nacht
Mytilíni ist unglaublich quirlig und vereint griechische, römische und auch orientalische Einflüsse. Das Städtchen mit seinen 30.000 Einwohnern wirkt fast wie eine Großstadt, ist Sitz des Ministeriums der Ägais und mehrerer Fakultäten der Ägäischen Universität.


Verpasst nicht die orientalische Basarstraße Ermoú, das alte Kastell, die Museen und das Alltagsleben  dieser Stadt, die sich einfach überhaupt nicht um den Tourismus schert, dabei aber immer freundlich ist.
altes Kastell
Agiós Therapón
Gegessen haben wir auch fantastisch, z. B. im alten Hafen von Mytiliní. M. wusste natürlich welche Tavernen gut sind und um welche wir lieber einen Bogen machen sollten. Ich liebe große Tische mit vielen Vorspeisen ...: Choriátiki, Tsatsíki, Tomatokeftédes, Kalamarákia, Chtapódi, Dolmades, Fáwa etc.


Mytilini als erster Standort bietet sich an, da Lesvos recht groß ist und der Süden von dort aus viel praktischer zu erforschen ist... aber dazu bald mehr :-)

Alle Bilder sind übrigens von A. gemacht worden, da ich völlig talentlos bin :-). Und falls Ihr einen sehr guten Reiseführer für Lesvos sucht, dann empfehle ich Euch den von Thomas Schröder aus dem Michael Müller Verlag.

Freitag, 4. März 2011

Linsensalat mit Tomaten und Gorgonzola

Zur Zeit ist es eines meiner Lieblingskochbücher: " Genussvoll vegetarisch" von Yotam Ottolenghi. Es enthält 125 mediterrane Rezepte und schon alleine die Bilder machen mir Appetit. Alles ist durchweg recht raffiniert und vorsicht: keine bis wenig Feierabendküche. Es sei denn Ihr habt schon um 15.00 Uhr aus, dann könnte es reichen :-) Die Rezepte sind aufwendig aber besonders. Ich habe jetzt schon einiges daraus ausprobiert...richtig guter Soulfood :-)

Hier blogge ich Euch einen üppigen Linsensalat, der bei uns keine Wünsche offenließ. Dazu schmeckte uns frisch geröstetes Fladenbrot.


Zutaten:
1 kleine rote Zwiebel, in Scheiben
1 EL Rotweinessig
1 TL Fleur de Sel
250g kleine braune Linsen
3 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
schwarzer Pfeffer
3 EL Petersilie oder andere Kräuter
100g Gorgonzola, in Stückchen

Ofengetrocknete Tomaten:
5 Flaschentomaten
mehrere Zweige Thymian
1 EL Olivenöl
2 EL Balsamico-Essig
Salz

Zubereitung:
Mit den ofengetrockneten Tomaten beginnen. Dazu den Backofen auf 130°C vorheizen. Die Tomaten der Länge nach vierteln und mit der Hautseite nach unten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Thymianzweige, das Olivenöl und den Essig darauf verteilen und mit etwas Salz bestreuen. Die Tomaten brauchen mindestens 1,5 Std. im Backofen bis sie halb getrocknet sind.
Inzwischen die roten Zwiebelscheiben in eine Schüssel legen, mit dem Rotweinessig übergießen und mit dem Salz bestreuen. Umrühren und einige Minuten marinieren.
Die Linsen köcheln lassen bis sie gar sind. In ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Noch warm zu den Zwiebelscheiben geben. Das Olivenöl, den Knoblauch und etwas schwarzen Pfeffer hinzugeben, alles vermischen und abkühlen lassen. Dann die Kräuter unterheben und nach und nach vorsichtig auch die Gorgonzolastückchen und die ofengetrockneten Tomaten einbauen.
Quelle: Yotam Ottolenghi  "Genussvoll vegetarisch"

Donnerstag, 17. Februar 2011

Orangen - Kürbis - Suppe

In letzter Zeit habe ich die Essen und Trinken wiederentdeckt. Nach einer längeren Pause gefällt sie mir wieder richtig gut. Also....schon wieder eine Koch-Zeitschrift, die ich regelmäßig kaufe :-) Gefallen hat mir in der Februar-Ausgabe vor allem diese Suppe. Die hat richtig viele Geschmacksrichtungen und passt trotzdem: sie ist frisch, sämig, scharf, süß, bitter und auch noch würzig. Ein echt cooles Rezept. Außerdem baut mich die knallig orange Farbe auf und dazu gibt es noch Crostini bestrichen mit Olivenöl, Chili, Orangenschale und Knoblauch. Wir fanden es fantastisch..ich konkretisiere, die Erwachsenen fanden es fantastisch :-)

Also meine Tochter fällt auf kleine Notlügen nicht mehr herein. Der sagte ich, das sei Orangen-Kartoffelsuppe...naja, weil Kürbis geht ja gar nicht. Hat sie mir nicht geglaubt... Schade... aber so gab es mehr für uns.


für die Suppe:
4 Bio-Orangen
800g Hokkaido-Kürbis
2 Schalotten
5 EL Olivenöl
500ml Gemüsefond
100ml Sahne
Salz, Pfeffer, etwas Petersilie
1 EL Sambal

für die Crostini:
4 Scheiben Baguette
1 Knoblauchzehe
1 TL geriebene Orangenschale
etwas Sambal oder Chiliflocken
Salz

Zubereitung:
Zwei Stücke Orangenschale dünn abschälen und 1 TL Orangenschale abreiben. Die Orangen auspressen.
Kürbis waschen, entkernen und grob zerkleinern. Schalotten grob würfeln  und in einem EL Öl glasig dünsten.  400ml Orangensaft, abgeschälte Orangenschale, Gemüsefond und Kürbis zugeben und zugedeckt 15 min. schwach kochen lassen.
Schale aus der Suppe nehmen und die Suppe fein pürieren. Sahne aufgießen, aufkochen und mit Salz und Pfeffer würzen.
In der Zwischenzeit Knoblauch durchpressen und mit abgeriebener Orangenschale , Chili und restlichem Öl mischen. Baguette damit bestreichen und auf ein Backblech legen. Unter dem Grill 3 Minuten goldbraun rösten. Mit Salz würzen.
Die Suppe mit der Petersilie garnieren und mit den Crostini servieren.
Quelle: Essen und Trinken 02/2011 (leicht angepasst)

Sonntag, 13. Februar 2011

Ich liebe Wirsing...

...in allen möglichen Rezepten. Wenn meine Familie nicht streiken würde, könnte ich mal eine Wirsing-Woche machen. Dabei muss ich nur an Schweinebraten mit Klössen und "Wirsching" denken und mit läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Wenn ich zu Hause in Oberfranken bin, dann esse ich das unheimlich gerne.

Was ich bisher nicht so gut kannte ist die italienische Winterküche. Und ein wenig wunderte ich mich zunächst, dass im Kochbuch von Marcella Hazan - eine meiner Neuerwerbungen... - doch einige Kohlgerichte auftauchen und unter anderem eines mit Wirsing: Fleischklösschen mit Wirsing. Das hört sich total unspektakulär an, ist es aber nicht, es schmeckt supergenial, da der Wirsing eine gute Stunde geschmort wird (Huhu AT!) und super zu dem Knoblauch und den Tomaten passt.


Am nächsten Tag schmeckt das Gericht übrigens noch besser...Und das Art, wie sie die Fleischklösschen macht, ist auch super. Von dem Kochbuch bin ich überhaupt sehr begeistert, da wird es demnächst mehr daraus geben.

Fleischklösschen:
1 Scheibe Weißbrot
6 EL Milch
500g Rinderhack
50g Pancetta
1 Ei
Salz
Pfeffer
1EL gehackte Petersilie
2 EL fein gehackte Zwiebel
3 EL frisch geriebener Parmesan
Semmelbrösel
Pflanzenöl zum Anbraten

Für die Sauce:
2 EL Olivenöl
2 TL gehackter Knoblauch
ca. 600g Wirsing
eine große Dose Tomaten

Weißbrot und Milch bei schwacher Hitze in einen Topf geben und erwärmen bis das Brot die Milch aufgenommen hat. Brot mit den restlichen Zutaten für die Klösschen vermengen. Aus der Masse Fleischkösschen mit ca. 4 cm Durchmesser formen, in Semmelbröseln wenden und im Öl anbraten.

Die Klößchen aus der Pfanne nehmen, dann das Olivenöl hineingeben und den Knoblauch darin anbraten. Die Wirsingblätter in 5mm breite Streifen schneiden und zum Öl geben. Alles gut wenden und den Wirsing im zugedeckten Topf gut 45 Minuten schmoren. Kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Die Tomaten hinzugeben und alls weitere 15 Minuten schmoren. Die Fleischklösschen dazu geben und gut untermischen. Den Deckel auflegen, auf niedrige Temperatur herunterschalten und alles noch 10-15 Minuten garen.
leicht verändert nach Marcella Hazan: Die klassische italienische Küche

Donnerstag, 3. Februar 2011

Sauerrahmmousse mit frittiertem Salbei und Limonenöl

Das ist schon fast zu einem Standardrezept geworden. Das Rezept stammt von Eline, dort findet Ihr auch die genaue Zubereitung. Es ist lecker, lässt sich gut vorbereiten und immer wieder abwandeln.
Hier - im letzten Menü - haben wir es mit fritiertem Salbei und Knuspergebäck serviert. Ein völlig stressfreier Gang, der in ganz viele Menüs passt oder auch allein so für sich im Sommer auf der Terrasse schmeckt...


Mittwoch, 12. Januar 2011

Herzhafter Plätzchenteller

Der Gruß aus der Küche aus unserem Menü in x Gängen war der herzhafte Plätzchenteller. Passt einfach gut in die Vorweihnachtszeit und ist ein kleiner Spass für die Köche und die Gäste. Geschmeckt hat es daneben auch noch. Die Idee dazu hatte ich übrigens von Hundertachziggrad°, die es wiederum aus dem Chefkoch kennen.


Am besten haben mir die Parmesankipferl gefallen. A. hat die so super gebacken, dass sie echt wie Vanillekipferl aussahen und sie schmeckten fantastisch. Das Rezept merke ich mir mal, für Käsestangen ist das ja genauso zu verwenden.

Vanillekipferl – Parmesangebäck
60g geriebenen Parmesan
60g Mehl
40g Butter
eine Prise Cayennepfeffer

Die Zutaten schnell zu einem Teig vekneten und dann im Kühlschrank eine halbe Stunde ruhen lassen. Zu Kipferl formen und bei 180° goldbraun backen.


Etwas schwieriger in der Herstellung waren dann schon die Zimtsterne, die aus hellerem Brot,  Kichererbsencreme und Kokosgelee bestehen:

Zimtstern – helleres Brot mit Nuss, darauf Kichererbsencreme mit Kokosgelee
1 Dose gekochte Kichererbsen
100 ml leichte Brühe
1 Knoblauchzehe
1 Prise Zimt, Piment, Kreuzkümmel
100 ml Kokosmilch
1 Blatt Gelatine
helleres Brot mit Nuss
Kokosgelee: 100 ml Kokosmilch, 2 Blatt Gelatine

Die Kichererbsen mit der zerdrückten Knoblauchzehe und den Gewürzen in etwas Öl andünsten und dann mit der Brühe auffüllen. So lange köcheln, bis die Brühe fast einreduziert ist. Dann die Kokosmilch dazugeben, erwärmen und die Gelatine darin auflösen. Alles fein pürieren und mit Salz, Pfeffer und evtl. noch weiteren Gewürzen abschmecken. Die Creme auf die dünnen Brotscheiben streichen und fest werden lassen.

Für das Kokosgelee die Kokosmilch erwärmen und die Gelatine darin auflösen. Toni empfiehlt, das Gelee auf  eine Frischhaltefolie zu gießen und fest werden zu lassen. Dann vorsichtig auf die Kichererbsencreme geben.  Das ist mir nicht sehr gut gelungen. Ich habe mich dazu entschlossen, das Gelee, als es etwas fester wurde, auf den Brotscheiben dick zu verstreichen. Das ging auch ganz gut und war relativ stressfrei. Vor dem Servieren dann die Zimtsterne ausstechen. Am besten geht das mit kleinen Ausstechern, dann ist es auch nicht so viel, soll ja schließlich nur ein kleiner Gruß sein.


Nun zu den Dominosteinen: Geschmacklich toll, aber echter Frickelskram :-) Naja, A. hat eher so Dominohäufchen gebastelt.... wir hatten ja noch so viele andere Gänge zu erledigen und nicht richtig die Zeit,  akurate Steine zu basteln. Unser Dominostein bestand aus Pumpernickel, Cassisgelee, Leberpastete und Chilli - Schokolade, die A. versuchte in Form zu bringen.  Die Gäste fanden es trotzdem toll.



Getrunken haben wir dazu Silvanersekt 2007 von Horst Sauer (total fein....).

Montag, 10. Januar 2011

Liebster Blog

Na, was für eine schöne Überraschung am Wochenanfang: Die „Kochbanausen“ haben mich mit dem “Liebster Blog”-Award ausgezeichnet. Vielen Dank dafür, das freut mich wirklich sehr; vor allem weil ich in der letzten Zeit so „blogfaul“ war und erst seit Anfang Januar wieder blogge.

Ich kannte diese Aktion noch nicht, aber habe mich bei „Kochbanausen“ belesen:  
“Dir wurde der Award verliehen und du möchtest ihn gerne weitergeben? Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postest und die Anleitung reinkopierst (= der Text den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat und sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimmst und ihr den Link deines Award Posts da lassen. 
Danach überlegst du dir 3 – 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst und die Besitzer jeweils per Kommentarfunktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.
 Das Ziel dieser Aktion ist, weniger bekannte, gute Blogs an’s Licht zu bringen. Deswegen würde ich euch bitten keine Blogs zu posten, die ohnehin schon täglich 3000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger und Leute, die zwar schon ne Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind."

Also *grübel*, wer von meinen liebsten Blogs (und ich habe auf jeden Fall 5-10) könnte denn unter 3.000 Leser haben? Und wer ist vielleicht weniger bekannt? Ich entdecke jeden Tag mir völlig neue Blogs, die offensichtlich eine große Fangemeinde haben und auch schon lange dabei sind. Also keine Ahnung…. Deshalb habe ich mir überlegt, dass ich hier meine letzte Entdeckung nennen möchte, einen Blog, den ich erst seit dem letzten Foodbloggertreffen vor zwei Monaten verfolge und seitdem sehr schätze.

 Also verleihe ich den Award hiermit feierlich an *tatatataaaaa*:   Hamburg kocht

Freitag, 7. Januar 2011

Schulden aus 2010: Menü in x Gängen

Jaja, ich weiß schon, viele von Euch haben gerade gute Vorsätze wie abnehmen oder jedenfalls nicht sooo viel essen und dann komme ich im Januar mit einem Menü daher. Nach der ganzen Schlemmerei im Dezember ist das eigentlich total unpassend. Aber ich möchte meine Versprechen aus 2010 zumindest noch Anfang 2011 umsetzen. Und deshalb hier das bereits für Dezember angekündigte Menü und seine Vorgeschichte.

Seit vielen Jahren besuchen wir mit unseren Freunden den im November stattfindenden örtlichen „Opernball“. Das ist so eine Mischung aus „sehen und gesehen werden“, Spendengala und Unterhaltungsshow, nur bei weitem nicht so dekadent und exklusiv wie andere Opernbälle. Ich habe ein Faible für Ballkleider und die kann man ja außerhalb solcher Veranstaltungen schlecht ausführen ohne gleich in die „Geschlossene“ zu geraten.

Mit den Jahren wurde es langweilig, denn der Ablauf ist immer gleich: Fackeln am Eingang – Heinis in Livree - Empfang – Sekt – an Tisch setzen – Klaviergeklimper – Begrüßung durch Herrn X – Vorspeise bei Klaviergeklimper – Konzert der Philharmonie (schön) – Balleröffnung durch Philharmonie (Walzer) - Hauptspeise (immer: Roastbeef mit Kartoffelgratin und Gemüse) – Showband – Tanzen – Nachspeise (immer: Eisbombe mit Wunderkerzen) – Tombola – Disko

Gääähn - und zu uns kommt auch kein Hollywood - C- Promi, das wäre ja noch mal ne Abwechslung; ne, es sind auch immer die gleichen Leute und wir haben auch keinen „Mörtel Lugner“- Ersatz und eigentlich nix zum Lästern.

Also in 2010 wollten wir dem mal entfliehen und für unsere „Ball-Truppe“ richtig ausschweifend kochen. Als Köche wurden unser Freund A. und Ich bestimmt; für die Weinauswahl waren A. und J. zuständig; gemeinsame Freunde stellten Speisezimmer und Küche zur Verfügung.

Und hier die Eckdaten:
  • 2 berufstätige Kochverrückte
  • mehrere Treffen / Telefonate / Emails der Köche zur Abstimmung des Menüs
  • Weinauswahl zu den Gängen
  • mindestens 5 Din-A4 Seiten Einkaufsliste
  • mehrere Tage einkaufen, vorbereiten und vorkochen jeweils vor und nach der Arbeit
  • Samstag: Kochen und Transport der vorbereiteten Speisen und Zutaten zum Ort des Menüs
  • eine fremde Küche mit 9-jähriger Spülhilfe (Danke Janni)
  • 7 Gäste

Und gleich vorweg: Sagt nichts über die Mengen...das war viel zu viel. Aber wir wollten uns einfach mal austoben und 100%ig einigen konnten wir uns auch nicht. Wie immer :-) habe ich auch nicht zu allen Gerichten Bilder; überhaupt sind die Bilder zu kurz gekommen, da hätte ich noch extra jemand dafür gebraucht. Je später es wurde, desto spärlicher geriet die Ausbeute. In den nächsten Tagen werde ich ein paar Gänge bloggen.


Dominosteine- Zimtsterne -Vanillekipferl


mit Limonenöl und Knuspergebäck


Wachtelterrine
mit Rotkohlsalat und Chili-Papaya-Marinade


Fischteller – quer durchs Meer
gebeizter Thunfisch mit Ananas-Ingwer-Relish
gebratene Jakobsmuschel –mit Ingwersahne
gebratener Scampi – mit Sardelleneis und Mandel-Basilikum-Pesto


Herbsttrüffel-Consommé
mit Röstbrot


Glasierte Kalbsleber
mit Rosmarinäpfeln


Rinderfilet mit Ochsenschwanzcrepinette
Spinat, Rösti und Rotweinsauce


Dessert à la Hausherrin
weihnachtliche Mousse mit Orangen
Mousse au Chocolat


Kaffee – Digestif - Praline


Fazit 1: Es hat geschmeckt...
Fazit 2: Es war viel, viel, viel zu viel....
Fazit 3: A. und ich werden sowas nie wieder in einer fremden Küche machen.
Fazit 4: Ich habe selten sooo wenig getrunken, es war einfach keine Zeit :-)
Fazit 5: Es hat superviel Spaß gemacht.

Dienstag, 4. Januar 2011

Hähnchen mit scharfem Bulgur-Gemüse

Danke, dass Ihr so geduldig seid....und immer noch bei mir lest :-) Jetzt kann ich wieder regelmäßiger bloggen...endlich ist der stressige November und Dezember passé.

Ich wünsche Euch allen ein glückliches und gesundes Jahr 2011. Meines begann sehr gut, eigentlich so wie es endete: mit Urlaub, Entspannung, Sport, frischer Luft und Spass. Und zu Essen gab es auch etwas gesundes, das ich sehr lecker finde: Bulgur.

Bulgur wird aus Hartweizen hergestellt, der eingeweicht, vorgekocht, getrocknet und grob geschrotet wird. Er ist noch reich an Ballaststoffen und wird besonders gerne in der orientalischen Küche verwendet. Praktisch ist er, da er für einen Salat nur in heißem Wasser eingeweicht werden muss; dann kann man ihn mit den Salatbestandteilen und dem Dressing vermischen. Das ist lecker und einfach im Sommer.

Bulgur braucht für meinen Geschmack intensive Aromen, er passt gut zu Chilli, Kreuzkümmel oder Curry aber auch zu Knoblauch, Zitrone und Koriander.

Im Winter mache ich ihn gerne auf diese Weise, als warme Beilage zu Fleisch oder Fisch. 

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Zutaten:
1-2 Möhren
1 rote Paprika
Erbsen
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl
1 EL Currypulver
1 TL Sambal
Salz und Pfeffer
300 - 400 ml Gemüsebrühe
100g Bulgur
1 Frühlingszwiebel
Koriander
Hähnchenbrustfilet

Möhren, Paprika und Knoblauch klein schneiden und im Olivenöl ca. 5 min anbraten. Mit Currypulver und Sambal würzen. Erbsen hinzufügen, mit 300 ml Gemüsebrühe aufgießen, aufkochen und dann den Bulgur dazugeben. Der muss jetzt bei kleiner Hitze quellen. Dazu braucht es meist noch etwas Brühe, es soll ja alles ein wenig schlunzig sein und nicht so trocken. Bis der Bulgur bissfest ist dauert es gut 10 Minuten. In der Zwischenzeit das Hähnchenbrustfilet in der Pfanne anbraten und würzen.

Den Bulgur auf einen Teller geben und mit klein geschnittener Frühlingszwiebel und Koriander bestreuen. Mit dem Hähnchenbrustfilet servieren.