Jaja, ich weiß schon, viele von Euch haben gerade gute Vorsätze wie abnehmen oder jedenfalls nicht sooo viel essen und dann komme ich im Januar mit einem Menü daher. Nach der ganzen Schlemmerei im Dezember ist das eigentlich total unpassend. Aber ich möchte meine Versprechen aus 2010 zumindest noch Anfang 2011 umsetzen. Und deshalb hier das bereits für Dezember angekündigte Menü und seine Vorgeschichte.
Seit vielen Jahren besuchen wir mit unseren Freunden den im November stattfindenden örtlichen „Opernball“. Das ist so eine Mischung aus „sehen und gesehen werden“, Spendengala und Unterhaltungsshow, nur bei weitem nicht so dekadent und exklusiv wie andere Opernbälle. Ich habe ein Faible für Ballkleider und die kann man ja außerhalb solcher Veranstaltungen schlecht ausführen ohne gleich in die „Geschlossene“ zu geraten.
Mit den Jahren wurde es langweilig, denn der Ablauf ist immer gleich: Fackeln am Eingang – Heinis in Livree - Empfang – Sekt – an Tisch setzen – Klaviergeklimper – Begrüßung durch Herrn X – Vorspeise bei Klaviergeklimper – Konzert der Philharmonie (schön) – Balleröffnung durch Philharmonie (Walzer) - Hauptspeise (immer: Roastbeef mit Kartoffelgratin und Gemüse) – Showband – Tanzen – Nachspeise (immer: Eisbombe mit Wunderkerzen) – Tombola – Disko
Gääähn - und zu uns kommt auch kein Hollywood - C- Promi, das wäre ja noch mal ne Abwechslung; ne, es sind auch immer die gleichen Leute und wir haben auch keinen „Mörtel Lugner“- Ersatz und eigentlich nix zum Lästern.
Also in 2010 wollten wir dem mal entfliehen und für unsere „Ball-Truppe“ richtig ausschweifend kochen. Als Köche wurden unser Freund A. und Ich bestimmt; für die Weinauswahl waren A. und J. zuständig; gemeinsame Freunde stellten Speisezimmer und Küche zur Verfügung.
Und hier die Eckdaten:
- 2 berufstätige Kochverrückte
- mehrere Treffen / Telefonate / Emails der Köche zur Abstimmung des Menüs
- Weinauswahl zu den Gängen
- mindestens 5 Din-A4 Seiten Einkaufsliste
- mehrere Tage einkaufen, vorbereiten und vorkochen jeweils vor und nach der Arbeit
- Samstag: Kochen und Transport der vorbereiteten Speisen und Zutaten zum Ort des Menüs
- eine fremde Küche mit 9-jähriger Spülhilfe (Danke Janni)
- 7 Gäste
Und gleich vorweg: Sagt nichts über die Mengen...das war viel zu viel. Aber wir wollten uns einfach mal austoben und 100%ig einigen konnten wir uns auch nicht. Wie immer :-) habe ich auch nicht zu allen Gerichten Bilder; überhaupt sind die Bilder zu kurz gekommen, da hätte ich noch extra jemand dafür gebraucht. Je später es wurde, desto spärlicher geriet die Ausbeute. In den nächsten Tagen werde ich ein paar Gänge bloggen.
Dominosteine- Zimtsterne -Vanillekipferl
mit Limonenöl und Knuspergebäck
Wachtelterrine
mit Rotkohlsalat und Chili-Papaya-Marinade
Fischteller – quer durchs Meer
gebeizter Thunfisch mit Ananas-Ingwer-Relish
gebratene Jakobsmuschel –mit Ingwersahne
gebratener Scampi – mit Sardelleneis und Mandel-Basilikum-Pesto
Herbsttrüffel-Consommé
mit Röstbrot
Glasierte Kalbsleber
mit Rosmarinäpfeln
Rinderfilet mit Ochsenschwanzcrepinette
Spinat, Rösti und Rotweinsauce
Spinat, Rösti und Rotweinsauce
Dessert à la Hausherrin
weihnachtliche Mousse mit Orangen
Mousse au Chocolat
Kaffee – Digestif - Praline
Fazit 1: Es hat geschmeckt...
Fazit 2: Es war viel, viel, viel zu viel....
Fazit 3: A. und ich werden sowas nie wieder in einer fremden Küche machen.
Fazit 4: Ich habe selten sooo wenig getrunken, es war einfach keine Zeit :-)
Fazit 5: Es hat superviel Spaß gemacht.
Fazit 2: Es war viel, viel, viel zu viel....
Fazit 3: A. und ich werden sowas nie wieder in einer fremden Küche machen.
Fazit 4: Ich habe selten sooo wenig getrunken, es war einfach keine Zeit :-)
Fazit 5: Es hat superviel Spaß gemacht.
11 Kommentare:
Respekt, das scheint viel viel Arbeit gewesen zu sein. Alles an einem Tag?
Ich weigere mich seit geraumer Zeit, in fremden Küchen zu kochen, die eigene Ordnung ist schon was Feines. A
Da kann man nur den Hut vor Dir ziehen.
Ich habe einmal einen Thai-Kochkurs in einem Gasthof veranstaltet. Das werde ich auch nie wieder tun. Seit dem habe ich den "sauberen" Gasthof nie wieder betreten.
Grosse Leistung. Ich koche nie mehr als 2 Gerichte aufs Mal.
Fazit 6: Wird im Herbst 2011 wiederholt ?
Großes Kompliment zu den vielen Gängen. Liest sich wunderbar.
Toll! das sind ja wirklich viel Gänge und teilweise noch mit jeder Menge Komponenten.
Die Reihenfolge der Gänge am Anfang klingt für mich nicht ganz schlüssig, zum Beispiel, dass die Consommé erst so spät serviert wurde.
Ansonsten bin ich riesig gespannt auf die Fotos und die Rezepte...und einen ungefähren Ablaufpaln, den hattet ihr doch?
@Susa
Genau, man findet nix und jeder Herd ist ja irgendwie auch anders.
@Peter
Iiih, ja manchmal gewinnt man zu große "Eindrücke"
@lamiacucina
Ne ich glaube nicht, dass wir das in der Form wiederholen. Die Arbeit war einfach gigantisch ...
@Freundin des guten Geschmacks
Danke dir :-)
@Suse
Äääh Ablaufplan, ne... warum auch :-) Na, du bist gut, klar hatten wir einen Ablaufplan...
Echt, hättest du die Consommé früher gebracht? Aber der Fischgang war teils kalt und warm und bei weitem nicht so aromatisch intensiv wie die Trüffelconsommé. Also ich kann es mir nicht vorher vorstellen. Wo hättest du die Suppe hingepackt?
Kann schon sein. Allerdings wir die Wachteterrine auch kräftiger aus der Fischgang gewesen ein, oder?
Du hast durch die Suppe irgendwie die Trennung zwischen leicht und deftig, zwischen kalt und warm. Mir persönlich wär sie vor dem Fisch oder sogar vor der Terrine wohl trotz allem lieber, einfach auch wegen der Texturen. Aber
das ist absolut individuell und sicher auch eher unbedeutend :o)
Nö, also die Wachtelterrine war nicht kräftiger, die Aromen im Fischgang waren schon intensiv, vor allem die Ingwersahne. Ist aber gut dass du das schreibst, klar ist da einiges individuell, aber halt auch spannend andere Meinungen zu hören :-)
Da bloggt die Isi wochenlang nix und dann gleich so eine Opulenz! Meine Hochachtung vor soviel Arbeitseinsatz unter schwierigen Bedingungen.
Die Menufolge finde ich so gut und mir gefallen auch fast alle Gänge. Wachtelterrine, Kalbsleber, Filet und Ochsenschwanz wäre mir persönlich zu viel Fleisch im Menu. Aber das war wahrscheinlich die Kompensation der fleischfreien Wochentage im Haus Isi ;-)).
Im klassisch konzipierten, sehr stimmigen Menü hätte ich einen ebenfalls klassischen, schlichteren Fischgang dem mit vielen intensiven, asiatischen und mediterranen Komponenten vorgezogen.
Alle Achtung, was für eine Leistung. So viele Gänge kochte ich noch nie, und bei mehr als 4 Gängen müssen diese "vorbereitbar" sein.
@Eline:
Hihi, da sagst du was, das war wirklich viel Fleisch :-)
Mit dem Fischgang hast du schon recht, er hatte sehr viele Komponenten und passte nicht wirklich dazu. Dennoch für sich genommen war er toll und eigentlich mein Lieblingsgang :-)
@Houdini:
Es war auch für mich Premiere und wir waren ja zu zweit... Alleine hätte ich das nie geschafft. Es war übrigens fast alles vorbereitbar. Ich halte das auch so bei meinen normalen Menüs, da muss viel vorbereitbar sein.
Kommentar veröffentlichen