Dienstag, 9. August 2011

Fava und Lésvos - die Inselmitte

Auf Lésvos habe ich auch besonders gute Fava gegessen. Das sind eigentlich gelbe Erbsen aus Santorin, die gerne als Püree oder Suppe zubereitet werden. Susa importiert sie aus Griechenland, zwischen Socken und Kulturbeutel im Koffer. Sorry, da hatte ich was anderes (psst!), da war kein Platz mehr. Und deshalb musste ich das mit deutschen gelben Erbsen nachkochen. Okay....völliger Kulturbruch, sorry Ihr Griechen.


Ich habe daraus ein Püree gemacht, d.h. dass die gekochten Erbsen in der Küchenmaschine gemeinsam mit Salz, Öl und etwas Kochwasser püriert werden. Danach wird das Püree mit Zwiebeln, Zitronensaft und Öl angerichtet. Dazu braucht man dann nur noch Unmassen leckeres knuspriges Brot.... Superlecker  :-)

Aber zurück zu Lésvos, heute komme ich zur Inselmitte. Die ist ein Eldorado für Vogelliebhaber und bestimmt vom flach abfallenden Golf von Kalloní. Scala Kalloni ist ein guter Ort, um zu übernachten, da man sich von dort aus alle Regionen der Insel gut erschließen kann. Außerdem gibt es dort ein reges, nettes Nachtleben praktisch ohne Touristen; einfach nur "real life".

Eine Spezialität am Golf von Kalloni sind sardeles pastes. Das sind am Morgen dort gefangene Sardinen, die am Boot gesalzen und am Abend gehäutet serviert werden. Also eine Art levosisches Sushi. Das schmeckt total lecker. Man muss die kleinen Sardeles am Schwanz packen und dann langsam auseinanderziehen, dann löst sich die Gräte von einer Seite und man hat ein Filet in der einen Hand. Dann popelt man noch die Gräte von der anderen Seite ab und fertig. Die beste Zeit Sardeles zu essen ist im Juli und August, da sie dann die richtige Größe haben, um innerhalb eines Tages fertig zu sein und die Frische sehr wichtig ist. Viele Restaurants machen sie selbst und die besten habe ich direkt am Golf von Kalloni gegessen in einem kleinen Restaurant ungefähr beim Antiken Pyrra. Leider habe ich vergessen, ein Bild davon zu machen. Liebe M., wenn Du Sardeles isst, dann denke doch an mich, fotografiere sie und schicke mir ein Bild :-)

Sooo, was verbirgt sich wohl hinter diesen ganzen Verbotsschildern?


Alcatraz? Pentagon? Naaa?
Es ist eine meiner nettesten Erfahrungen auf der Insel: die heißen Quellen von Políchnitos. Circa 90° heiß, im Becken dann nur noch so ungefähr zwischen 42° und 44°C . Es sind die heißesten von Europa, geht also gerade so...für allerhöchstens 10 min, dann aber auch nur ohne Herzschrittmacher :-)


Also ich brachte es auf 5-6 Minuten, danach fühlte ich mich wie ein Hummer, war aber völlig tiefenentspannt. Ein tolles Erlebnis... Sehr zu empfehlen ist die hausgemachte Zitronenlimonade im Garten der heißen Quellen. Wenn es einen perfekten Tag gibt, dann endet er so, so war das jedenfalls bei mir.

Bald geht es zu den Vulkanen auf Lésvos...
Und hier ist der Link zum ersten Teil : Mytiliní
Und der Link zum zweiten Teil: Ist Ouzo eingentlich Schnaps? Der Süden....

Kommentare:

Eline hat gesagt…

Ach, Isi: wenn du weiterhin so über Lesvos berichtest,muss ich mich sofort auf die Reise dorthin begeben.
Agiassos - dort gab es die besten Kirschen meines Lebens, In Plomari hatten wir gemeinsam mit dem örtlichen Viech- und dem Menschendoktor ein denkwürdiges Ouzo-Gelage (mit Sardinenomeletts).
Eressos war zu meiner Zeit noch touristisch fast unberührt und vom Bergdorf Stipsi könnte ich Don Camillo und Peppone-Geschichten erzählen.

Isi hat gesagt…

Ich könnte auch direkt wieder hinfahren. Ouzo-Gelage hört sich gut an :-) In Eressos war ich auch, das kommt im nächsten Teil, da sind jetzt sehr viele Cafes und Restaurants am Strand, aber alles ist trotzdem sehr entspannt und nett. Eigentlich nicht wirklich touristisch, eher quirlig mit vielen, vielen Leuten von der Insel. Stipsi hat uns wegen des lustigen Namens gefallen, aber dort waren wir nicht. Ich muss ja noch was für den nächsten Lesvos-Besuch übrig haben .... Don Camillo und Peppone :-)

Susa hat gesagt…

Ach, bei uns geht es in zwei Wochen wieder los und mit einem leeren Koffer hin, mit einem vollen zurück. Und dank Dir werde ich schon in Stimmung versetzt :-) Was hast Du alles importiert?

Isi hat gesagt…

Susa, ich beneide Euch....Ihr habt es noch vor Euch, wie schön :-) Also importiert haben wir nicht sooo viel: eigentlich war es nur Ouzo, 2x glyko tou koutaliou (mit Gurke und mit Nüssen; das verblogge ich nochmal extra...; total lecker) und paximadi, der in Griechenland einfach lecker ist....