Sonntag, 7. August 2011

Ist Ouzo eigentlich Schnaps?

In einer über längere Tage dauernden Untersuchung sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass Ouzo kein Schnaps sein kann und dass er bei mir positiven Einfluss auf die griechische Sprachkompetenz hat. Find ich gut... Vielleicht sollte ich jetzt jeden Tag ein "karaffaki ouzo" zu mir nehmen? Viel Gelegenheit hätte ich dazu, wenn ich in dem hübschen Küstenstädtchen Plomari wohnen würde, dem Zentrum der Ouzo-Produktion auf Lésvos, in dem es heute noch vier Destillerien gibt.


Zu Besuch waren wir in der Destillerie Barbayanni, einem Familienunternehmen, das bereits 1860 gegründet wurde. Dort wird guter, blitzsauberer Ouzo produziert. Anis und 10 weitere Pflanzen werden zusammen mit dem aus Trauben gewonnenen Alkohol destilliert und dann 3 Wochen in großen Kesseln gelagert, um zu gären. Erst danach wird das Ergebnis mit Wasser aus den Bergen von Plomari auf Trinkstärken zwischen 42 und 47 Prozent verdünnt und in Flaschen abgefüllt. 400.000 Liter werden so jedes Jahr hergestellt und vor allem in Griechenland abgesetzt, lediglich ein Viertel geht in den Export. Man kann den Ouzo auch probieren und im Gegensatz zum Spiegel habe ich dort keine Busladungen amerikanischer Touristen vorgefunden, die habe ich auf ganz Lésvos nicht gesehen. Und klar kann man den Ouzo am Meer im Sonnenuntergang mehr genießen als in einer griechischen Fabrik, aber das ist ja eigentlich jedem klar, oder?

Der Ouzo Barbayanni besteht aus 100% Destillat. Übrigens darf sich nach griechischem Gesetz alles Ouzo nennen, das aus lediglich 20% destilliertem Extrakt besteht. Der Rest kann mit weiterem Alkohol und Aromastoffen versetzt werden. Da wundert einen nicht der große Qualitätsunterschied, den man beim Ouzo beobachten kann.
Barbayanni bietet vier Sorten an:
Grün (prassino) mit 42% - der Milde, der mir extrem gut schmeckt.
Blau (ble) mit 46% - der Klassische
Aphrodite mit 48% - sozusagen der Nobel-Ouzo
Evzon mit 47% - der Traditionelle, der bei den Einheimischen am beliebtesten sein soll

Es ist nicht so einfach in Deutschland an ihn ran zu kommen. Mal sehen, ob es mir gelingt, wenn die Vorräte zur Neige gehen.

Im Süden Lesvos lässt sich aber noch viel mehr erleben: Schön ist das Bergdorf Agiássos, an den Hängen des Olympos, der immerhin fast 1000m hoch ist. Es ist umgeben von üppigen Wäldern und ein Wallfahrtsort, da sich in der dortigen Kirche ein altes Marienbild befindet, zu dem vor allem im August gepilgert wird.

Agiassos

Neben traditioneller Keramik kann man auch eine besonders gute Vasilopita kaufen. Eigentlich ist das ja der griechische Neujahrskuchen,  der dort aber das ganze Jahr über gebacken wird und sehr beliebt ist. In einer Bäckerei haben wir uns ein großes Stück abschneiden lassen und später am Strand gegessen. Ist aber nichts für Leute mit Abneigung gegen Zimt :-)



Schöne Strände befinden sich in in der Nähe, z.B. in Melinda und in Vaterá.
Und wenn man von Vaterá zum Kap Agios Fokas fährt, um den grandiosen Blick auf die Südküste zu genießen, dann darf man diese hier nicht verpassen...


Die nächste Tour geht bald in die Inselmitte.
Und hier ist der Link zum ersten Teil : Mytiliní

Kommentare:

Susa hat gesagt…

Ach, dort wäre ich jetzt auch gern! Gestern kam zudem noch eine Urlaubskarte meiner Griechischlehrerin an: Sie schwärmte von Lésvos in den höchsten Tönen.

kitchen roach/galley roach hat gesagt…

Schnapps oder Nicht-Schnapps, wenn er hilft bei griechischer Sprachkompetenz, dann kann es einem ja egal sein, oder? :)

Lesvosreisen hat gesagt…

Geia mas! - es lebe die Sprachkompetenz!
Hier ist eine Adresse einer weiteren kleinen Destillerie und BrennerIn.

http://lesvos.zto.ch/upload/docs/PDF%20Angeboe/Ouzo.pdf

Wenn du möchtest, bringen wir dir im November mindestens bis Basel einen CHORIANO OUZO mit :-)! LG

Isi hat gesagt…

Danke für den Link...das ist sehr interessant. Leider habe ich es verpasst so einen choriano ouzo zu probieren. Schade :-) Aber doch noooch ein Grund, bald wieder nach Lesbos zu fliegen. Vielen Dank auch für das Angebot mit dem Ouzo, das ist nett. Aber der Import aus der Schweiz ist doch noch komplizierter als der Import aus Griechenland :-), oder?